FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN


Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...

Sonntag, 21. März 2010

VERBANDSLIGA SÜD/OST vom Samstag


Oldenburger SV – Breitenfelder SV 4:1 (0:0)


Mit einem deutlichen und hoch verdienten Sieg sorgte der OSV für die Überraschung des Tages. Dabei verpassten die Hausherren einen regelrechten Kantersieg gegen den Favoriten, Philip Nielsen (29.) und Maik Lindhorst (44.) verschossen jeweils vom Elfmeterpunkt. Nielsen fand seinen Meister in Keeper Bahr, Lindhorst drosch den Ball über das Tor. Nach dem Wechsel münzte die Brunner-Elf ihre Überlegenheit gegen total enttäuschende BSV´er endlich in verdiente Tore um. Mario Markmann (52., 72.), Artur Lammert (60.) und Felix Wenn (62.) schossen die Lauenburger regelrecht ab. Kruse (85.) gelang der Ehrentreffer, Markmann traf noch die Latte. „Das war eine tolle Leistung, auch die Höhe des Sieges geht klar in Ordnung“, war Co-Trainer Holger Böttcher begeistert.


Oldenburg: Heisler – Brandt, Buck, Petyrek (55. Rateyczak), Hasler, Lindhorst, Nielsen, Reise, Wenn, Lammert (70.), Markmann.


Breitenfelde: Bahr – Holst (60. Zunker), Felsner, Tybussek, Schönfeldt (85. Meyer) – Banthin, Khartey, Henning, Siemers – Becker (75. Biallas), Kruse.




Eutin 08 – Strand 08 1:3 (0:0)


Vor der Rekordkulisse von 200 Zuschauern entwickelte sich ein spannendes Spitzenspiel. Eutin hatte im ersten Durchgang klare Feldvorteile, Florian Schuhmacher, Thomas Schultalbers und Oliver Schnalke nutzen aber ihre Chancen nicht. Kurz nach der Pause erzielte Phillip Baasch (47.) nach einer Ecke per Kopf die Führung. Der Treffer war wie eine Erlösung für Strand, die fortan immer besser wurden. Trotz Unterzahl (76., Florian Schuhmacher, Foulspiel) gab der Gastgeber nicht auf und glich nach einer feinen Einzelaktion von Tim Brunner (78.) aus. Doch im direkten Gegenzug schockte „Joker“ Bastian Zeh (79.) mit der erneuten Führung. Ulf Müller (86.) machte mit dem zweiten „Joker“-Tor den Sack endgültig zu. „Wir waren heute effizienter vor dem Tor“, meinte Strands Coach Frank Salomon, Eutins Co-Trainer Roland Seehafer haderte mit der ersten Halbzeit: „Da haben wir es versäumt, Tore zu schießen“.


Eutin: Kordts – Callsen, Ahlers (86. N. Riemann), F. Riemann, Meyer, Rave, Bork, Brunner, Schnalke (63. Reichenbach), Schultalbers (81. Savcenko), Schumacher.


Strand: Berndt – Zabel, Goebel, Rehberg – Schlichte, Gohrke, Plähn (61. Zeh), Borja, Stahl – Baasch (80. Müller), Karadas (73. Jäckel).




VfL Oldesloe – TSV Lensahn 4:0 (3:0)


Überraschend deutlich konnte der VfL das Duell der beiden Tabellennachbarn für sich entscheiden. Gegen enttäuschende Ostholsteiner stellten zwei Standartsituationen die Weichen auf Sieg. Jeweils nach Ecken erzielten Andy Baasch (10.) und Jan-Hendrik Jobmann (28.) per Kopf die Treffer, Marc Kunze traf nach 38. Minuten aus sechs Metern unbedrängt zur Vorentscheidung. Nach dem Wechsel hatte der TSV auch nicht viel zu bieten, so erhöhte Pascal Espe (65.) zum Endstand. Der Pfosten verhinderte den Ehrentreffer durch Marcel Ratzwill (90.). „Der erste herbe Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Das Spiel war ein Spiegelbild unserer Vorbereitung“, war Co-Trainer Michael Johnsen maßlos enttäuscht.


Oldesloe: Ave – Arndt, Wriedt, Fischer, Baumann, Bajrami, Jobmann, Siegert, Kunze, Baasch (70. Ibrahimi), Espe.


Lensahn: K. Knorr – Grunert, O. Knorr, Dora, Babbe, Ratzwill, Lang, Patzer, Siewert, Sielaff (46. Wudarczyk), Steffen (35. Balzereit).





TSV Pansdorf – Sereetzer SV 1:0 (0:0)


In einem umkämpften Derby gewann der TSV am Ende glücklich, aber nicht unverdient. Der SSV hatte auf dem „B-Platz“ so seine Probleme, der Gastgeber hingegen kam mit seinem gut präparierten Trainingsplatz gut zurecht. Vor ca. 200 Zuschauern sah es lange nach einem 0:0 aus, beide Abwehrreihen ließen nicht viele Chancen zu. Pech hatten die Gäste, als Marcel Boye (69.) nur die Latte traf. Matchwinner des Tages wurde dann Timo Kirstein (79.), der eine Flanke von Nils Reimann aus gut sieben Metern unter die Latte knallte. „Wir hatten heute das Glück des Tüchtigen, sind aber auch besser mit den Platzverhältnissen umgegangen“, sagte TSV-Trainer Carsten Henck.


Pansdorf: Möller – Block, Wenske, Wittky – Farklas, Kirstein, Albrecht (64. Galusic), Damm (75. Reimann), Basse – Weiss, Jaacks.


Sereetz: Müller – Al (46. Baetge), Behnke, Nowitzki – Boye, Jahrling, Wenchel (51. Klüver), Meese, Ahrens – Behrens, Tetzlaff.


Dienstag, 16. März 2010

TESTSPIELE...










TuS Lübeck und Preußen Reinfeld nutzen die Spielausfälle am Sonntag zu einem Testspiel auf dem Ratzeburger Kunstrasen. Am Ende hatte der Verbandsligist knapp mit 2:1 (0:1) die Nase vorne. Karau (35.) brachte TuS in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit in Front, zuvor schafften die Lübecker das Kunststück, gleich zwei Elfmeter zu verschießen. Preußens Neuzugang Alexander Ciesler (AKM Lübeck) behielt gegen Warnemünde (15.) und Tombers (28.) die Oberhand. Nach dem Wechsel übernahmen die Reinfelder nach und nach das Kommando und drehten binnen vier Minuten die Partie. Sindi (51., 55.) traf per Doppelschlag zum am Ende verdienten Sieg.


In einem weiteren Testspiel gewann der Sereetzer SV am Grönauer Torfmoor gegen den A-Klassisten TSV Dänischburg standesgemäß mit 5:1. In einer einseitigen Partie trafen Tetzlaff (2), Nowitzki, Behrens und Wenchel.


VERBANDSLIGA SÜD-OST


TSV Siems – FC Dornbreite 3:0 (0:0)


Mit einem Paukenschlag setzte die Verbandsliga Süd-Ost nach 13 Wochen den Spielbetrieb am Sonntag fort. Der TSV bezwang den bis dato unbesiegten Spitzenreiter und „Wintermeister“ Dornbreite glatt mit 3:0. Hagel- und Regenschauer sorgten leider dafür, dass nur knapp 100 Zuschauer dem einzigen Verbandsligaspiel der Woche beiwohnen wollten. Die erste Halbzeit war geprägt von Mittelfeldaktionen, beide Abwehrreihen standen sicher und ließen nur wenige Möglichkeiten zu. Den Anfang machte Andre Kraft (9.) per Fernschuss, auf der Gegenseite entschärfte Sascha Reger (26.) die erste FCD-Chance durch Ridvan Sare. Christian Staackmann (38.) verpasste nach einem langen Hagen-Einwurf per Kopf. Der Knackpunkt des Spiels folgte in der 53. Minute: Der eingewechselte Daniel Schwenn setzte erfolgreich nach, Gästekeeper Jan Pekrun konnte den Neuzugang von Union Oldesloe nur per Foul stoppen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Daniel Safadi sicher.


Die Gäste hatten weiterhin mehr Spielanteile, Staackmann (57.) verpasste erneut per Kopf. Der Aufsteiger hatte im Abschluss mehr Erfolg. Eine Ecke von Safadi (68.) landete bei Marco Schellhammer am kurzen Pfosten, der den Ball ins lange Eck zum 2:0 vollstreckte. Safadi sorgte mit seinem zweiten Treffer (81.) endgültig für strahlende Gesichter am „Krummen Weg“. Der Anschlusstreffer blieb den Dornbreitern verwehrt, einen Freistoss von Piet Behrens (88.) fischte Reger aus dem Winkel. „Das ist schon eine toller Auftakt“, sagte TSV-Trainer Stefan Anders äußerst zufrieden. „Die Abwehr stand gut, meine Jungs haben sich alle an die Vorgaben gehalten. Das war heute die halbe Miete“.


Siems: Reger – Mi. Niels, Mond, Schumacher, Hennings, Volkmann, Schellhammer, Kraft (46. Schwenn), Tucholski, Safadi (83. Tafazoli), Oeverdieck (63. Weber).


Dornbreite: Pekrun – Gramckau (72. Brückner), Schröder, Staackmann, Behrens, Strehlau (78. Eker), Sare, Venske, Bitz, Hagen, Mecker (64. Prüßmann).



KREISLIGA LÜBECK/LAUENBURG


Eintracht Groß Grönau – Türkischer SV 4-2

Unser 1. Punktspiel im neuen Jahr konnten wir erfolgreich gestalten und nahmen somit Revanche für die unglückliche 1:3 Hinspielniederlage. Der erste Durchgang war von der Taktik und des Abtastens geprägt, selten wurde präzise und zielorientiert nach vorne gespielt, Tormöglichkeiten hatten Seltenheitswert. Beiden Mannschaften steckten die lange Winterpause und die einhergehende sehr kurze Vorbereitung in den Knochen.

Umso interessanter wurde die 2. Hälfte: Die Gäste gingen zwar in der 50. Minute aus stark abseitsverdächtiger Position mit einem Heber durch den Spieler Er in Führung, dennoch bewiesen wir trotz des Rückstandes Moral und erzielten in der 60. Minute durch B. Marquardt den wichtigen Ausgleich. Von nun an gingen wir diese Partie konzentrierter, präziser und aggressiver an, sodass wir in der 70. und 71. Minute durch einen Doppelschlag von Folke Brodersen und Sebastian Kloock , mit 3:1 in Führung gingen. Als Vorbereiter der ersten 3 Treffer, tat sich der an diesem Tage der sehr agile „ Poldi“ Oldenburg hervor. Benni Marquardt ließ dann noch in der 79. Minute mit einem schönen Distanztreffer das 4:1 folgen und in der Nachspielzeit (93.) konnten die Gäste durch einen unberechtigten „Elfer“ auf 2:4 verkürzen – Torschütze wiederum Er. (Quelle: http://fussball.tsv-eintracht.de)

Grönau: Bludau Stolz, Lau, Meister, Kappis El Sabe(87. Werner), Woisin, Franke(59. Marquardt), Oldenburg , Brodersen, Moldenhauer(46. Kloock)




AKM Lübeck – ATSV Stockelsdorf 1-2

Der Tabellenführer Stockelsdorf setzte sich aufgrund einer starken ersten Hälfte beim Verfolger erfolgreich durch. Mit 2:1 siegte das Weetendorf-Team. Die Führung durch einen berechtigten Elfer von David Voss brachte den ATSV schon fast auf die Siegerstraße. Es folgte das 2:0 kurz vor dem Wechsel durch Lennart Mohr. Nach der roten Karte für Vahid Berisha nach einem verbalen Ausraster wurden die Platzherren erst richtig munter. Jetzt spielten sie endlich auch mit und brachten den Gegner ins Schwitzen. Aber es reichte für die Aleviten nur zum Anschlusstreffer durch Cagdas Cebe. Ein am Ende sogar noch etwas glücklicher Sieg für die Stockelsdorfer. (Quelle: www.shz.de)




FC Dornbreite II – TSV Gudow 2-1

Nach Freistoß von Fabian Kramm schaltete Erhardt am schnellsten und köpfte zum 0:1 ein (8.). Danach übernahmen aber die Gastgeber das Kommando auf dem Platz und dominierten. Nach dem Wechsel erhöhten die Dornbreiter noch einmal das Tempo und kamen durch eine zweifelhafte Aktion zum Ausgleich. Nach Eckstoß von Michael Pekrun wurde Torwart Musahl stark behindert und konnte das Leder nicht festhalten. Ein Pfiff blieb aus und Sven Clausen beförderte das Leder über die Linie. Die Platzherren blieben am Drücker und Königsberg krönte seine gute Gesamtleistung mit dem Führungstreffer. Aus 20 Meter zog er unhaltbar ab. In der Schlussphase bäumten sich die Gudower noch einmal auf, aber sie konnten auch keine klaren Chancen mehr herausspielen. „Wir haben diszipliniert gespielt, aber wir brauchen dringend Punkte“, bilanzierte Michael Burmeister von Gudow. FCD-Coach Roland Giering war nur mit dem Dreier zufrieden: „Zunächst haben wir Geschenke verteilt, dann gehen wir mit Glück in Führung und kommen am Ende wieder unnötig in Bedrängnis. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ (Quelle: www.shz.de)




TSV Schlutup – SG Wentorf/Schönberg 3-0

Auf dem tiefen Boden war kein schönes Fußballspiel möglich, deswegen ging es nur über den Kampf. In der ersten Hälfte hatten die Gastgeber die Oberhand und kamen zu Recht zum Führungstreffer durch Rückkehrer Roman Wilhelm. In Durchgang zwei hatten die Gäste die besseren Spielanteile, kamen aber kaum einmal gefährlich vor das Schlutuper Tor. Die Konter der Platzherren waren wesentlich gefährlicher und brachten auch den Dreier. Das 2:0 markierte Julian Gieseler im Nachschuss nachdem Benjamin Kleister vorgelegt hatte. Den Sack machte Sascha Buck zu. (Quelle: www.shz.de)



Freitag, 5. März 2010

TESTSPIELE...

TSV Trittau – SSV Güster 5-1

Bei frostigen Temperaturen bestritten die Jungs vom Prüßsee ihr erstes Testspiel auf einem gut bespielbaren Kunstrasenplatz in Trittau. Der Schock für Güster ereilte sich schon beim Aufwärmen, als Wehrenberg sich nach ersten schnelleren Schritten verletzte. Auch während des Spiels blieben Verletzungen nicht aus. Die zweite Halbzeit musste in Unterzahl angegangen werden.

Trittau machte einen frischen Eindruck und ließ den Ball durch die Reihen laufen, dennoch konnte die SSV-Elf mithalten und hielt dem Offensivdruck stand. In der Offensivbewegung schlichen sich zu viele Fehler ein, die für die Zukunft gemindert werden müssen. Chancenlos blieben die Güsteraner jedoch nicht. Nach guten Möglichkeiten durch Kossowski und Strube waren es auch jene die am einzigen Tor der Blau-Weißen beteiligt waren. Nach einem guten langen Ball Strubes hinter die gegnerische Abwehr, konnte Kossowski den Torwart umspielen und einschieben. Trittau war überlegen und gerade in der zweiten Halbzeit machten sich die konditionellen Unterschiede bemerkbar, dennoch kämpfte Güster und die Moral stimmte.

Trotz der 1:5 Niederlage war es ein guter Test zu sehen wo man steht und wo noch gearbeitet werden kann. Erfreulich war die Leistung der beiden Torhüter Tobias Hamann und Thomas Förster. Der SSV Güster wünscht dem TSV Trittau viel Erfolg und viel Glück für die Rückrunde.



Dienstag, 2. März 2010

FUßBALL-AUFTAKT IM NEUEN JAHR - WANN GEHT ES WO LOS?

Moinsen Sportsfreunde!

Habe ich gerade druckfrisch von meinen LN-Kollegen übermittelt bekommen:

Der normale Spielbetrieb im Lauenburgischen beginnt erst am 19.-21. März. Das betrifft die Kreisklasse A abwärts und die Altherren-Staffeln. Die Kreisliga Lübeck/Lauenburg soll am kommenden Wochenende (6./7. März) starten. Sprich: Wo gespielt werden kann, wird gespielt! Die Verbandsliga Süd/Ost beginnt am 13./14. März.

Die Kreisklasse A muss die Saison (wegen der Relegation) bis Ende Mai beenden, ab Kreisklasse B und die Altherren-Staffeln kann die Saison verlängert werden.

Gruß Ralf

Samstag, 20. Februar 2010

Die Kathedrale - Das Old Trafford wird 100


Vor 100 Jahren fand das erst Spiel in Manchester Uniteds Heimstätte Old Trafford statt. Seitdem haben sie dort viele Helden kommen und gehen sehen. Manche blieben für immer. Ein Blick zurück auf die Geschichte des »Theater of Dreams«.


»Was war das denn?« Eric Cantona streicht sich durch sein raspelkurzes Haar, blickt mit großen Augen in Richtung Sturmpartner Andy Cole. Das Old Trafford erhebt sich, es gibt Standing Ovations – aber nicht für Cantona. Der Kragen seines Trikots steht steif wie des einen stolzen Feldherrn, dabei ist er gerade der dümmste Krieger im Stadion. Aus zwei Metern ist er gescheitert, das Tor war leer, der Ball kullerte ihm vom rechten Fuß und prallte Zentimeter vor der Linie an den ausgefahrenen Fuß eines deutschen Verteidigers.


Es ist der 23.04.1997, Champions League-Halbfinale. Manchester United empfängt Borussia Dortmund, es geht um den Einzug ins Finale. Die Fans erheben sich, es gibt Standing Ovations – für einen bloody german, für den Kokser, Jürgen Kohler. »Das war pures Glück. Den macht Cantona eigentlich im Tiefschlaf, aber in dem Moment schießt er genau dahin, wo ich meine Fuß hinhebe«, erinnert sich Kohler heute. Old Trafford hat einen deutschen Helden gefunden.



Seine schwärzeste Stunde erlebte Manchester United am 6. Februar 1958, als acht Spieler der legendären "Busby Babes" beim Flugzeugunglück von München ihr Leben verloren. Die "Munich Clock" am Eingang von Old Trafford zeigt Tag und Uhrzeit der Katastrophe.



Heute wird Old Trafford, das »Theater der Träume«, einhundert Jahre alt. In diesem Jahrhundert ist viel passiert, zu viel, um alles aufzuschreiben, ohne einen großen Moment zu vergessen. Erstmals rollte der Ball am 19. Februar 1910 durch das Stadion. Der Architekt Archibald Leitch hatte dieses Monumentalwerk der Fußballgeschichte erbaut, das Platz für 80.000 fußballhungrige Fans bot. Die Kosten: lächerliche 90.000 Pfund. Knapp 50.000 Zuschauer strömten zum Eröffnungsspiel zwischen United und dem Erzrivalen FC Liverpool in die nagelneue Arena. United verliert 3:4, das tat weh, darüber hinweg half wohl nur die Freude über die neue Heimat der Red Devils. Old Trafford wird zur Kathedrale Manchesters, zu der sie hinströmen, um ihre Helden kämpfen zu sehen. An jedem verdammten Heimspielsonntag.


Als die Deutsche Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs immer wieder die Industriestadt Manchester als Ziel heimsucht, bleibt auch Old Trafford nicht verschont. Die Bombenteppiche zerlegen das alte Old Trafford fast in seine Einzelteile, nur der Spielertunnel trotzt den Nazi-Bomben, bleibt stehen. Ein Zeichen des Widerstands. Surrender? Never! Um ihn herum wird Old Trafford wieder aufgebaut, aber erst nach zehn Jahren kann United wieder zu einem Spiel in das Theater einlaufen. Solange müssen sie beim Stadtrivalen City an der Maine Road spielen. Eine Höchststrafe. Auch dafür hassen sie die Deutschen.


»Wenn man beim Einlaufen da unten im Tunnel steht, grollt es über einem wie bei einem Erdbeben. Das ist einfach phantastisch«, spricht Kohler über seine eindringlichste Erinnerung an Uniteds Heimat und ergänzt: »Diese Enge, diese Nähe zu den Fans habe ich selten wieder in einem Stadion erlebt. Man schaut sich um und alles ist rot. Old Trafford ist ein Mythos.« Ein Mythos, der von seinen Legenden lebt, von den Bests, den Laws, den Charltons, von großen Siegen und schweren Niederlagen. Man hat zusammen geweint, dort oben auf den Stands, man hat zusammen gesungen, um die Tränen zu vergessen. Sich in den Armen gelegen, Pints verschüttet und Backenfutter verteilt.


An jeder Ecke atmet Old Trafford die Geschichte des Vereins: Die Munich Clock am Eingang zeigt Uhrzeit und Datum des tragischen Flugzeugabsturzes der legendären 58er Mannschaft, den Busby Babes. Die lebensgroße Matt Busby-Statue über dem Eingang des East Stand, in dessen Bauch United heute seinen größten Fanshop beheimatet, ehrt den Mann, ohne den United nicht das wäre, was es heute ist.


Legenden hat das Old Trafford in 100 Jahren natürlich einige hervorgebracht. Sir Bobby Charlton (Mi.), Denis Law und der 2005 verstorbene George Best (r.) holten 1968 den Europapokal der Landesmeister nach Manchester. Der langjährige Kapitän Charlton war es auch, der dem Stadion vor 50 Jahren erstmals den Namen "Theatre of Dreams" verpasst haben soll. Law hat der Klub allerdings auch eine traurige Stunde zu verdanken: 1974 besiegelte er, inzwischen im Trikot des Lokalrivalen City, mit einem Hackentor den Abstieg der Red Devils.


Unvergessen in Old Trafford: Duncan Edwards, "Busby Babe" und eines der größten Talente seiner Zeit, kam beim Flugzeugunglück von München ums Leben. Er wurde nur 21 Jahre alt. Bryan Robson (r.) und Rauhbein Roy Keane (l.) absolvierten beide über 300 Spiele für United.



Auf dem Rasen des Old Trafford feierte Manchester United so manchen Erfolg. Der Zuschauerrekord wurde jedoch ohne Beteiligung der Red Devils aufgestellt: 1939 sahen 76.962 Besucher das FA-Cup-Halbfinale zwischen den Wolverhampton Wanderers und Grimsby Town. Im März 2007 kamen zu Uniteds-Heimspiel gegen Blackburn 75.769 Zuschauer: Premier-League-Rekord!


Trotz aller großkapitalistischen Ansätze ist United eine Religion für die Menschen und das Old Trafford ist die Kirche. Das Stretford End, einst die größte Stehplatztribüne im Old Trafford, ist ihr Altar. Lange hingen sie hier, die großflächigen United-Banner. Sie wurden aus Protest gegen die amerikanischen Besitzer abgehängt, doch wirklich weg waren sie nie: Das »20Legend«, das Super-Joker Solskjær ehrt, das »Sent To Me From Heaven...You Are My World«, in stillen Gedenken an Geroge Best und das »34 years«, der Arschtritt für ManCity, die seit 34 Jahren auf einen Titel warten. Wer es auf ein Banner im Stretford End schafft, ist Teil der United-Geschichte, Teil von Old Trafford. Offizielle »Kings of Stretford End« durften sich bisher nur zwei nennen: Dennis Law und Eric Cantona.


Der East Stand von Old Trafford erhebt sich über die angrenzende Arbeitersiedlung.


»Was war das denn?« Cantona schüttelt den Kopf, das Stretford End erhebt sich. United ist so eben gegen Borussia Dortmund ausgeschieden, die Fans applaudieren, »Kohler, Kohler«-Rufe hallen durch das Rund. »Das war eine Abwehrschlacht. Wir haben uns mit aller Kraft gegen das Gegentor gewehrt. Und Glück hatten wir auch. Der liebe Gott hatte an dem Tag einen Borussenschal um«, meint Jürgen Kohler heute. Das Abwehrschlachthaus selbst kriegt von der Huldigung seiner Person nichts mit: »Meine Kollegen haben mir nachher erst erzählt, dass jedes Mal ein lautes Raunen von den Rängen kam, wenn ich in Ballnähe war.«


Im 29. Mai 2008, genau 40 Jahre nachdem Manchester United als erstes englisches Team den Europapokal der Landesmeister gewann, wurde drei United-Legenden ein Denkmal gesetzt. Eine Bronzestatue vor dem East Stand zeigt "The United Trinity": Best, Law, Charlton.


Am nächsten Tag werden die United-Fans in Massen die Leitungen der örtlichen Radiostationen blockieren. United ist raus. So kurz vorm Ziel. Aber das ist egal, denn jetzt haben sie nur einen Wunsch: Man muss das Dortmunder Flugzeug stoppen. Kohler darf nie mehr die Insel verlassen, soll gleich einen Vertrag bei den Red Devils unterschreiben. »Es war immer ein Traum von mir auf der Insel zu spielen. Einmal hatte ich auch ein ganz konkretes Angebot, aber Borussia Dortmund wollte mich nicht gehen lassen.« Auch er hätte zur Legende in Old Trafford werden können, mit einem Banner geehrt. Vielleicht hätte es da oben am Stretford End noch in 100 Jahren gehangen. Ein hausgroßes, rotes Stück Stoff mit neun, riesigen weißen Buchstaben: »The Kokser«.