FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN
Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...
Dienstag, 9. Dezember 2008
TuS Lübeck – TSV Kücknitz6-0
Am heutigen Sonntag verloren wir nach einer schlechten Vorstellung mit 0:6 gegen die Mannschaft von TuS Lübeck. Nachdem die erste Viertelstunde noch offen gestaltet werden konnte, verloren wir nach einem Eigentor, das man auch nur fängt wenn man unten steht, völlig den Faden.
Die nun entstandene Unsicherheit und damit verbundenen individueller Fehler unsererseits nutzte TuS aus und so stand es bereits zur Halbzeit 4:0 für die Platzherren. Einzig zwei Fernschüsse von Olli sorgten unsererseits für Gefahr. Nach dem Wechsel kamen wir nicht viel besser ins Spiel und die läuferisch und gedanklich frischere Mannschaft aus TuS konnte schnell das 5:0 nachlegen. Mitte der zweiten Hälfte kassierten wir noch das 6:0, welches den Endstand darstellte. Nach dem Punktgewinn gegen LSC und den folgenden Spielausfällen ein erneuter herber Rückschlag für uns.
Die an diesem Sonntag einzig aktive Herrenmannschaft des BSV versagte im ungleichen Prestigeduell kläglich und festigt damit ihren Stammplatz in der unteren Tabellenhälfte.
Durch den Ausfall des Kreisklasse B Spiels in Breitenfelde, konnte die wieder mal unterbesetzte Mannschaft von Marco Loth, durch Spieler der III. Herren unterstützt werden.
Schon von Beginn an machte der BSV keine gute Figur. Der Ball versprang, der Gegner wurden nicht konsequent gestört und der Zweikampf nicht angenommen. Die Heimmannschaft hatte somit leichtes Spiel Tormöglichkeiten herauszuspielen, die sie auch innerhalb kurzer Zeit in Tore ummünzten. Eine überforderte, erneut umgestellte, Abwehr konnte den spielstarken Angreifern nichts entgegensetzen. BSV-Möglichkeiten ergaben sich spärlich und verpufften schnell. Die 4:0 Pausenführung hätte nach 45 Minuten sogar noch höher ausfallen können.
Nachdem den blau/weißen in der Halbzeit noch einmal vor Augen geführt werden musste gegen wen sie spielten und wie sie aufzutreten haben, konnte man einen engagierteren BSV erkennen. Der Ballbesitz wurde erhöht, die Pässe kamen besser und die Möllner wurden nach und nach mehr gefordert. Die hochkarätigen Tormöglichkeiten blieben jedoch weiterhin aus und so bestraften die Möllner ihre Gäste mit den Toren fünf und sechs. Der BSV bleib dennoch am Ball, erarbeitete sich Ecken und kam durch einen Kopfball von Sierck zu seiner besten Tormöglichkeit, kurz bevor man das letzte Gegentor aus dem eigenen Netz holen musste. Den sehr wichtigen Ehrentreffen erzielte am Ende Kapitän Schmöckel per Foulelfmeter, nachdem Külz diesen Strafstoß geschickt herausholen konnte.
Die dritte „Packung“ der Saison und die Zweite in Folge. Am nächsten Sonntag muss in Linau ein Sieg her, um diese Katastrophen-Hinrunde zumindest mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen.
Zum Abschluss der Hinserie muss der BSSV noch zweimal auswärts antreten. Bevor man am letzten Spieltag zum Sportverein nach Mustin reist, fuhr man am heutigen Sonntag zum Tabellenführer nach Wentorf. Mit einer Tordifferenz von + 55 Toren war man vor der Truppe gewarnt.
Der Tabellenführer machte auch von Beginn an sehr viel Druck und überrumpelte den BSSV in den ersten Aktionen des Spiels. Die Büchener waren noch gar nicht richtig wach und fingen sich nach wenigen Minuten auch das 1:0 ein. Ein Weitschuss setzte ganz unglücklich vor Keeper André Behncke auf, dessen Abpraller vom Wentorfer Stürmer nur noch eingeschoben werden musste. Nach nur etwa 20 Minuten erspielten sich wiederum die Gastgeber eine gute Aktion, die sie zum 2:0 nutzten. Nach einem schnellen Angriff versenkte der Stürmer den Ball im langen Eck.
Der BSSV schien also schon sehr früh im Spiel geschlagen, kam aber nach dieser Anfangsphase etwas besser ins Spiel und erarbeitete sich Torchancen. Es war ein intensives Spiel und die Mannschaften schenkten sich nichts. Nach einer knappen halben Stunde verkürzte der BSSV dann auf 2:1. Christian Gabriels weiter Einwurf erreichte Erik Skubowius, dessen Gegenspieler den Ball selbst ins Tor köpfte. Mit diesem verkürzten Rückstand ging man schließlich in die Pause und wahrte sich die Chance hier doch noch Punkte mitzunehmen.
Aber kurz nach Wiederanpfiff fiel schon gleich das 1:3. Nach einer Ecke der Gastgeber wurde der Ball an die Latte geschossen, dessen Abpraller die Wentorfer zum Torerfolg nutzten. Dieser Rückschlag sofort nach Beginn der Halbzeit war sehr niederschmetternd, aber der BSSV gab nicht auf und spielte weiter nach vorne.
So hatte Erik Skubowius den Anschlusstreffer auf dem Fuß. Nach Zuspiel von Daniel Krolewicz stand Erik frei vor dem Torwart, legte sich den Ball aber zu weit vor, sodass der Keeper ihm das Leder von den Füßen griff. Aber die Bemühungen wurden danach endlich belohnt. Nachdem Daniel Krolewicz im Strafraum gefoult wurde, verwandelte Christian Gabriel den Elfmeter zum 3:2 Anschlusstreffer.
Nur kurze Zeit später schoss der BSSV dann sogar das 3:3. Da man sehr viel Druck entwickelte und Wentorf jetzt sehr unkonzentriert spielte, war dieser Ausgleich durchaus verdient. Nach einem Pass von Christoph Nowitzke auf Thomas Nowitzke aus dem Mittelfeld, flankte dieser von der linken Seite in den Strafraum. Christian Gabriel war zur Stelle und schoss den Ball aus zwei Metern unter die Latte.
Das Spiel war nun sehr hektisch und forderte beiden Teams alle Kräfte ab. Nachdem Wentorf einige gute Chancen ausließ und der BSSV immer wieder zu Kontern kam, schlug der Tabellenführer aber doch noch eiskalt zu. In der 90. Minute wurde eine Hereingabe vom Wentorfer Stürmer in den Maschen versenkt und alle Bemühungen des BSSV schienen vergebens. Der Schiedsrichter zeigte drei Minuten Nachspielzeit an, in denen die Blau-Weißen noch mal alles versuchen mussten. Direkt vom Anstoß weg erreichte der Ball Hannes von Pirch. Nach gutem Zusammenspiel mit Morten Kröhnert lief dieser an der rechten Außenlinie lang. Morten plante eigentlich zu flanken, doch sein Schuss entwickelte sich zu einem „Sonntagsschuss“, der über den Torwart hinweg flog und in den linken Winkel flatterte. Danach war kein Halten mehr, denn mit einem 4:4 hatte keiner der Büchener mehr gerechnet. In den letzten beiden Minuten sicherte man dieses Ergebnis und freute sich über einen fast verloren gegangenen Punkt. Für die Wentorfer trafen Christoph Schultz (2), Sebastian Schönlau und Basau.
Fazit: Der BSSV zeigte Teamgeist und Kampfeswillen und holte zweimal einen Rückstand auf. Gegen einen Tabellenführer mit erst 12 Gegentoren in 14 Spielen ist die starke Leistung eines jeden Einzelnen anzuerkennen.
Im Topspiel der Verbandsliga mussten die Grün-Weißen eine verdiente Niederlage in Bad Oldesloe hinnehmen. Für beide Mannschaften ging es darum, den sich seit Monaten keine Blöße gebenden SV Eichede, nicht noch weiteren Vorsprung zu geben.
Im Vorfeld hatte sich der VFL über die Presse schon zur „besseren Mannschaft" erklärt und auch der 5:0 Sieg aus der letzten Saison ließ die Oldesloer vor Selbstbewusstsein strotzen.
Mit Spielbeginn war dann beiden Teams eine deutliche Nervosität anzumerken, die dazu führte, dass wenig gespielt wurde, sondern hauptsächlich mit langen Bällen und Befreiungsschlägen agiert wurde. Die Grün-Weißen standen sicher in der Abwehr, insbesondere der Toptorjäger der Liga, Phillip Baasch war über 90 Minuten bei Kapitän Tino Goebel völlig abgemeldet.
So sollte der VFL nur zu einer Chance in der ersten Halbzeit kommen, die von Lars Harder glänzend pariert wurde.
Siebenbäumen hingegen kam besser ins Spiel und war zumindest optisch überlegen, das Spiel in die Spitze oder Einzelaktionen in Tornähe waren allerdings ebenfalls Mangelware.
Die zweite Hälfte begann ähnlich nervös, die Chance zur Führung hatte erneut GWS, der Oldesloer Keeper Brinkmann fischte jedoch einen Schuss von Peter Tobleck aus dem Winkel.
In der 58.Minute war es dann passiert, Ballverlust auf rechten Seite, eine weite Flanke in den Rücken der Abwehr und der kurz zuvor eingewechselte Dennis Schönfeldt versenkt den Ball im Siebenbäumer Kasten.
Mit diesem Tor wurde das Spiel nun offener, GWS versuchte zu drücken, aber in den Zweikämpfen war Oldesloe einfach ein Tick bissiger und die Angriffsspitzen Ove Schulz und Riza Karadas waren an diesem Tage weit davon entfernt, ein Spitzenspiel entscheiden zu können. Weitere Strafraumszenen über die Außen von Peter Tobleck und Sven Jäkel wurden nicht konsequent und entschlossen zu Ende gespielt.
So kam es wie es kommen musste, mit der dritten Chance im Spiel erzielte erneut D.Schönfeldt das 2:0. Ein Ballverlust, Libero Marco Starke hob das Abseits auf und Schönfeldt ließ sich in der 75.Minute nicht zweimal bitten.
Mit den Einwechselungen von Petit, Bremer und Schoenborn wurde noch einmal Alles nach vorn geworfen. Leider gelang es nur Petit Mayungululu in der 81.Minute den Ball ins Tor zu stochern. Die weiteren Versuche vereitelten die Oldesloer indem sie sich kampfstark schon im Mittelfeld in die Bälle grätschten.
Einen Tick bissiger und die Chancen genutzt, VfL Oldesloe war nach 90 Minuten der verdiente Sieger.
Schon am nächsten Wochenende haben die Grün-Weißen Gelegenheit zur Wiedergutmachung! Tabellenführer SV Eichede ist zu Gast in Siebenbäumen. Auch der Herbstmeister feiert sich schon lange auf Plakaten und in der Presse. Der 4:1 Sieg von GWS im Hinspiel ist dort längst vergessen. Trotz der gestrigen Niederlage wird der SVE auf eine Mannschaft treffen, die sich weit mehr gegen den „ wohl besten Fußball der Region" wehren wird als die Gegner der letzten Monate. Für einen Siebenbäumer Sieg kann es allerdings nur reichen, wenn es der gesamten Mannschaft gelingt, an die Leistungsgrenze zu gehen. Spitzenspiele werden selten von nur 6 oder 7 Spielern gewonnen !
ATSV Stockelsdorf – Oldenburger SV3-1
Mit einer 1:3-Niederlage kehrte unsere Mannschaft vom Auswärtsspiel aus Stockelsdorf zurück. Wiederum konnte die Mannschaft das, was sie sich vorgenommen hatte nicht umsetzen.Während die Gastgeber mit dem ersten Torschuss in Führung gingen, ließ unsere Truppen die wenigen Chancen, die sich boten aus. Auch die frühe gelb-rote Karte gegen Besnik Prvetica spielte den Gastgebern in die Karten. Zwar bestimmte der OSV in der Folge das Spiel, musste nach Kontern aber noch das 2:0 und 3:0 hinnehmen. Erst in der 90. Minute konnte Philip Nielsen per Foulelfmeter verkürzen.
Sereetzer SV – TSV Pansdorf2-1(1-1)
aus Sereetzer Sicht:
Was gibt es schöneres, als am Samstag unter Flutlicht in allerletzter Sekunde im Derby zu gewinnen!? Von der ersten bis zur letzten Minute war es das erwartet heiße und spannende Ostholsteinderby. Sereetz begann stark, hatte in den Anfangsminuten auch gute Möglichkeiten. Doch nach und nach befreiten sich die Pansdorfer, die durch ihren Trainer gut eingestellt waren. Nach gut einer halben Stunde dann auch der nicht unverdiente Führungstreffer für die Gäste aus Pansdorf.
Sereetz schien kurz geschockt, konnte aber noch vor dem Halbzeitpfiff durch den kurz zuvor eingewechselten Mendig den Ausgleich erzielen.
Nach der Halbzeit entwickelte sich dann ein Spiel auf ein Tor, nämlich auf das der Pansdorfer. Zu groß war nun der Druck der Schwarz-Gelben, um Keeper Schmidtke ernsthaft in Gefahr zu bringen. Immer wieder kurbelte der fleißige Kapitän Jobst seine Mannen nach vorne. Zahlreiche Hochkaräter wurden aber vergeben (Strunck, Ullrich, Krause).
So dauerte es buchstäblich bis zur letzten Sekunde, ehe Ullrich nach Freistoß von Müller per Kopf den längst fälligen und hoch verdienten Siegtreffer erzielte.
Riesenfreude auf der einen, große Enttäuschung auf der anderen Seite. So ist Fußball...... Nun können die Sereetzer am kommenden Samstag, 13.12., 14:00 Uhr (Spiel wurde vorverlegt) in Mölln für den nächsten Paukenschlag sorgen, um an der Spitzengruppe dranzubleiben.
Nach kurzem Abtasten übernahmen wir in diesem Lokalderby die Initiative. Nach einer Kopfballablage von Timo Kirstein setzte Niels Reimann den Ball aus 5 Metern über den Kasten (7.). Das Spiel ging nur in eine Richtung, Danny Stau scheiterte mit einem Kopfball (15.), Sinisa Galusic (22.) und Dennis Jaacks (24.) jeweils mit 16-Meter-Schüssen. Der Gastgeber hatte nur wenig Entlastung zu bieten, Lars Möller konnte einen Fernschuss (26.) zur Ecke lenken.
Nach 27 Minuten war es endlich soweit, Timo Kirstein konnte nach schöner Vorarbeit von Dennis Jaacks zur mehr als verdienten Führung vollenden. Weiter gings, leider konnten Timo Kirstein (33.) aus halbrechter und Finn Wenske (36.) aus halblinker Position nicht erhöhen. Die Strafe folgte auf dem Fuß, die erste Unsicherheit in der eigenen Deckung konnten die Sereetzer zum sehr überraschenden Ausgleich nutzen (39.).
Bei uns riss der Faden und Sereetz gestaltete die Partie jetzt offen, kam anfangs der zweiten Hälfte selbst zu einer großen Chance (50.) als Max Ulverich auf der Linie klären musste. Jetzt wieder eine bessere Phase von uns, aber Timo Kirstein konnte einen tollen Pass von Lars Wulf freistehend nicht verwerten (60.) und Finn Wenske säbelte nach Vorarbeit von Dennis Jaacks 5 Meter vor dem Tor am Ball vorbei (64.).
Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Sereetz mehr Gefahr ausstrahlte. Vor allem bei deren Standards brannte es immer wieder lichterloh in unserem 16er. Wir hatten zwar jetzt die Räume, um den vielleicht entscheidenden Konter setzen zu können, allerdings fehlte die Konzentration, diese konsequent zu nutzen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit traf es uns dann, als ein Kopfball der Sereetzer nach einem langen Flugball in unserem Gehäuse einschlug. Welch bitterer Spielverlauf, den die Truppe so nicht verdient hat. Allerdings muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie aus einer wirklich überzeugenden ersten Halbzeit zu wenig Kapital geschlagen hat.
RW Moisling – SV Eichede0-3
Mirko Slomka, einstiger Trainer des Bundesligisten FC Schalke 04, hatte vor etwas mehr als zwei Jahren seinen Spielern T-Shirts drucken lassen, auf denen „Totale Dominanz“ zu lesen war. Die Konkurrenz beeindrucken, auf die eigene Stärke vertrauen, dominieren – und am Ende Meister werden, so Slomkas Ansinnen. Geholfen hatte es nichts. Die „Knappen“ mussten sich wieder einmal mit Platz zwei begnügen. Vielleicht hatten sie sich ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt.
Auch der SV Eichede startete vor Saisonbeginn eine Offensivattacke: Meister wollen sie in der Fußball-Verbandsliga werden, zurückkehren in Schleswig-Holsteins höchste Spielklasse. Nach 16 Saisonspielen sind sie auf einem guten Weg. Durch einen 3:0-Erfolg nach Toren von Sebastian Barsuhn (43.), Naim Osmani (57.) und Torge Maltzahn (72.) bei Rot-Weiß Moisling und dank der Schützenhilfe des VfL Oldesloe, der sich gegen Grün-Weiß Siebenbäumen mit 2:1 durchsetzte, übernahmen die Steinburger wieder die Tabellenführung und sicherten sich damit die Herbstmeisterschaft. Die Konkurrenz dürfte angesichts der Serie beeindruckt sein. Das 3:0 in Lübeck war bereits der elfte Sieg in Folge der Schützlinge von SVE-Coach „Mecki“ Brunner. Eine Serie, bei der wohl auch Mirko Slomka von totaler Dominanz sprechen würde.
RW Moisling: Boroch – M. Bornemann – Dogan, Schütte (65. Murat), Bankiewicz, De. Kohlmann, Haye, J. Bornemann, H. Azezz – Noll, Z. Azezz.
die Woche ging wieder viel zu schnell rum, ich bin wieder zurück aus dem Mutterland des Fußballs. Dabei begann die Reise mit einer großen Enttäuschung. Nachdem wir unseren Mietwagen in Stansted in Empfang nahmen, ging es knapp 350 Km nach Wigan. Der FC Everton war dort am Abend zu Gast. Aber leider bekamen wir keine Karten… als ich dann mit einem Freund telefonierte (er sah die Partie im Internet… und es waren viele Plätze frei) verstanden wir die Welt nicht mehr. Naja, nach der ersten Enttäuschung kauften wir uns dann Tickets für die Samstag-Partie gegen den Tabellenletzten West Bromwich Albion aus Birmingham (20 Pfund, ca. 24 €).
Somit ging es dann ohne Fußball in Richtung Windermere im wunderschönen Lake District. Am Dienstag wieder in den Mietwagen und Richtung Blackpool. Die heimischen „Seasiders“ empfingen Sheffield Wednesday. Dort bekamen wir locker Karten (28 Pfund, ca. 34 € das Stück), wurden dann noch wirklich herzlich im Fanshop von den Angestellten per Handschlag begrüßt. „Supporters“ from Germany gibt es an der Irischen See wohl nicht so häufig. Sie empfehlten uns Mütze und Schal… und schon waren wir ausgestattet für das Spiel. Das „Come On Seasiders“ wurde uns dann auch schon beigebracht.
Die „Bloomfield Road“ (knapp 9500 Sitzplätze) ist nun wahrlich kein Fußballtempel, dennoch war die Stimmung recht gut. Bei windigem Wetter (wir hatten ja Schal und Mütze) und einer nach nichts schmeckenden Pastete (Bratwürste kennt man da nicht) gewann Sheffield verdient mit 2:0. Alkoholische Getränke darf man zum Beispiel nicht mit auf die Tribünen nehmen, sein „Pint“ muss man in den Gängen trinken, Rauchen ist schon lange in den Stadien untersagt.
Am Mittwoch und Donnerstag stand dann endlich Kultur auf dem Programm! Der Lake District wurde ein wenig erkundet, Donnerstag ging es dann an die schottische Grenze zum Hadrianswall. Es ist schon imposant, was römische Soldaten im Jahre 122 fertig stellten, um Übergriffe der schottischen Pikten zu verhindern.
Freitag war weiterhin Kultur angesagt, es ging es nach Liverpool. Nachdem wir die Innenstadt und den „Albert Dock“ unsicher machten und uns wie die Beatles fühlten, ging es natürlich auch an die Anfield Road und zum Goodison Park vom FC Everton. Beide Stadien sind nur ca. 2 Km voneinander entfernt.
Samstag dann endlich wieder „live“ Fußball. Nach dem herzhaften „Full English Breakfast“ bei Julie im Ashleight Guest House in Windermere ging es wieder in den Renault Laguna Kombi, ab auf den Motorway 6 Richtung Wigan. Autobahnfahren in England ist übrigens äußerst entspannend, fast durchgehend dreispurig, durch das Tempolimit (70 Meilen/112 Km) gibt es keine Drängler und Raser, da können wir Deutschen uns eine große Scheibe von abschneiden… Die Briten gehen halt alles ein bisschen langsamer an. Zudem werden „Blitzer“ per Verkehrsschild angekündigt, die hohen, gelben Blitzkästen sieht man dann schon weit voraus. Da wird keiner abgezockt wie bei uns…
Das JJB-Stadium in Wigan (25000 Sitzplätze) ist wirklich großartig, das Spiel selber war wie immer von großem Kampf geprägt. Naja, da spielte ja auch – wenn man die Bundesliga als Vergleich nimmt – Bielefeld gegen Köln gegeneinander, wer erwartet da schon technische Kabinettstücke... Am Ende hatte Wigan vor gut 17000 Zuschauern mit 2:1 die Nase knapp vorne.
Am Sonntagmorgen wurden dann die landesweiten Zeitungen durchgeblättert… und wir fanden ein Highlight… Da wir wieder Richtung Stansted fuhren, machten wir Stopp in Nottingham. Nicht im ehrwürdigen City Ground von Nottingham Forest, sondern beim Viertligisten (League 2) Notts County an der Meadow Lane (20300 Sitzplätze). Gegner war Kettering Town aus der fünften (Conference) Liga. Denn es war FA-Cup (2. Runde) angesagt, der älteste Fußballwettbewerb der Welt. Bei Kettering war übrigens mal Paul „Gazza“ Gascoigne Spielertrainer. Notts County gilt als ältester reiner Fußballclub der Welt (Gründungsjahr 1862).
Gibt es bei uns doch eigentlich nur die Nord-, West- oder Südtribüne, so mussten wir zungenbrecherisch am Ticketschalter Karten für den „Derek Pavis Stand“, „Jimmy Sirrel Stand“ oder „The Pricebusters Matthews Stand“ ordern. Wieder um 20 Pfund ärmer hatten wir Plätze direkt hinter den Trainerbänken. Ein Freudenspektakel… ich habe schon nach 10 Minuten aufgehört zu zählen, wie oft die Trainer „Fuck/Fucking“ über den Platz schrieen. Am Ende gab es ein gerechtes 1:1, was in England zu einem Wiederholungsspiel führt. Und unsere Profis labern immer was von zu vielen Spielen…
Nachdem wir im „Vat and Fiddle“, oder hieß der Pub „Trent Bridge Inn“, „The Auctioneer“, oder war es doch das „Swan & Railway“ - egal bei den teilweise historischen Namen - noch ein Pint köstlichen englischen Bieres zu uns nahmen, ging es wieder auf den Motorway 1 auf die ganz linke Spur (sprich die Schleicher-Spur) zur letzten Unterkunft. Am Montag ging es dann per Ryanair-Flieger wieder in die Heimat zurück.
Es war mal wieder ein gelungener Trip in das Königreich (ich bereise seit 1992 fast jährlich die Insel), der leider viel zu schnell zu Ende ging.