FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN


Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...

Donnerstag, 1. Januar 2009

2. Futsal-Turnier 2008/2009 vom KFV Lauenburg

Am 22.02.09 veranstaltet der KFV Lauenburg in der Sporthalle des Marion-Dönhoff-Gymnasium in Mölln das 2. Futsal-Turnier für A- und B-Jugendteams. Beim Turnier der B-Jugend (10 Uhr) sind der Ratzeburger SV, SV Breitenfelde, Möllner SV, BSSV, BSSV II sowie die SG Wentorf/Schönberg am Start. Bei der A-Jugend (15 Uhr) starten der BSSV, Breitenfelder SV, TSV Berkenthin, Möllner SV, die SG Möhnsen und der Ratzeburger SV. Weitere Informationen gibt es auf der KFV-Website. Der Name „Futsal“ leitet sich übrigens vom portugiesischen Ausdruck „futebol de salao“ (Hallenfußball) ab.

Futsal - Geschichte

Futsal ist der offizielle Hallenfußball des Weltverbandes FIFA. Der so genannte „Futebol de Salao“ – der „Salon-Fußball“ oder „Indoor Soccer“, wie ihn die Engländer und Amerikaner nennen – wurde 1989 von der FIFA als förderungswürdige Sportart anerkannt.

Über die Entstehung des Futsals streiten nach wie vor die Experten. Einige behaupten, dass der Salon-Fußball bereits in den 30er Jahren aufgetaucht sei, bei der YMCA, dem „Christlichen Verein Junger Männer“ in Montevideo (Uruguay). Sein Schöpfer sei der dortige Sportlehrer Juan Carlos Ceriani gewesen, der 1996 gestorben ist. Andere beteuern, dass Sao Paulo der Geburtsort dieser Sportart war. In dieser brasilianischen Großstadt spielten junge Männer innerhalb der Basketball-Felder, denn sie hatten stets Probleme, in den Außenbezirken freie Fußball-Felder zu finden. Also begnügten sie sich damit, auf den Basketball- oder Hockeyplätzen gegen den Ball zu treten. Anfangs spielten sie mit fünf, sechs oder auch sieben Teilnehmern in jedem Team –aber bald setzte man die Zahl auf fünf Spieler pro Team fest, und dabei blieb es.

Die benutzten Bälle enthielten entweder Sägemehl, Pferdehaare oder granulierte Korkmasse, jedoch hatten sie alle ein Problem: Sie hüpften zu sehr und sprangen deshalb andauernd aus dem Spielfeld. Also verkleinerte man das Volumen und vergrößerte das Gewicht. Aus diesem Grund bekam der Salon-Fussball auch den Spitznamen „O Esporte da Bola Pesada“, die Sportart des schweren Balls.

Mit absoluter Sicherheit weiß man jedoch, dass Futsal in Brasilien organisiert, mit dem heutigen Reglement versehen und dort auch offiziell ins Sportprogramm integriert worden ist. Und in Sao Paulo schuf man auch 1952 die erste offizielle Institution für diesen Sport – die Liga für Salon-Fußball. Deren Gründer war Habid Maphuz, der Leiter der „Vereinigung Junger Männer“. Zwei Jahre später wurde auch die erste föderative Vereinigung, die „Associacao Metropolitana de Futebol de Salao“, gegründet, heutzutage bekannt unter dem Namen „Associacao de Futsal do Rio de Janeiro“.

Das erste Regelbuch wurde bereits 1956 von Luiz Gonzaga de Oliveira Fernandes, geboren in Sao Paulo, verfasst und herausgegeben, nachdem es von der Institution geprüft worden war, die zu jener Zeit die weltweite Kontrolle über den Futsal inne hatte. Aber nicht nur die Leute aus Sao Paulo trugen zur Verbreitung und Weiterentwicklung des Sports bei. Zu jener Zeit praktizierten auch junge Leute aus Rio de Janeiro Futsal in der Anlage des lokalen „America Futebol Clube“. So entstand die erste Rivalität in diesem Sport – Sao Paulo gegen Rio de Janeiro –, und sie trug entscheidend zur Entwicklung der Disziplin innerhalb Brasiliens bei.


Die Expansion des Sports pflanzte sich unaufhaltsam weiter fort, als Konsequenz entstanden andere mächtige Teams, wie etwa aus Rio Grande do Sul oder aus Ceara, dem Bundesstaat, in dem die „Associacao Brasileira de Futsal“ (CBFS) ihren Sitz hat, die 1999 schon ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Nach dieser ersten Aufbauphase kontrollierte die „International Indoor Soccer Federation“ diesen Sport bis zum Jahr 1989, als er von der FIFA übernommen wurde – inklusive fast seines gesamten Reglements.

Derzeitiger Präsident des Futsal-Kommitees der FIFA ist Ricardo Teixeira, der auch Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF ist. Doch der Futsal ist nicht nur in Brasilien populär, wo alle Bundesstaaten eine entsprechende Föderation und Ausscheidungsspiele haben, sondern hat sich inzwischen auf der ganzen Welt ausgebreitet.

Direkt nach seiner Anerkennung durch die FIFA fand die erste Futsal-Weltmeisterschaft statt, die 1989 in den Niederlanden von Brasilien gewonnen wurde. Die Ausrichtung einer UEFA-Europameisterschaft ließ aber noch etwas auf sich warten. Erst nach der Durchführung eines inoffiziellen Turniers 1996 in Spanien, das die Gastgeber auch gewannen, und dem erfolgreichen Abschneiden der europäischen Teams bei der WM 1996 kam 1999 die erste offizielle EM – wiederum in Spanien – zu Stande. Der Sieg ging an Russland, das sich in einem dramatischen Shoot-Out gegen Gastgeber Spanien durchsetzen konnte.

Spätestens seitdem ist Futsal aus dem offiziellen Kalender von FIFA und UEFA nicht mehr weg zu denken. Auch in Deutschland wird die rasante Fußball-Variante immer populärer – wann ein deutsches Team bei einem internationalen Großereignis Premiere feiert, ist momentan allerdings noch nicht abzusehen.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

2. INTERNES HALLENTURNIER DER BORUSSEN AUS MÖHNSEN

Die 2. Auflage des internen Hallenturnier wurde wieder zu einem vollen Erfolg, Generationen der Borussia trafen aufeinander und die vielen Zuschauer bekamen 7 Mannschaften zu sehen, die mit Elan und ganz viel Spaß bei der Sache waren. Der 2. Vorsitzende Jan Patzker eröffnete um 18.00 die Veranstaltung, die sich bis in die frühen Morgenstunden hinzog.

Vorstellung der einzelnen Mannschaften:

Alte Herren: Carsten Glunz, Thorsten Kruse, Michael Schrumpf, Jörg Sparr, Michael Kock, Dennis Vokuhl, Jörg Scheffler, Selman Mahala, Jens Kanschat, Claus-Hinrich Glunz

Jugendtrainer: Uwe Marquardt, Andreas Siemers, Uwe Brogmus, Frank Gürtler, Matthias Raasch, Thomas Stegmann, Bastian Siemers, Eddy

1.Herren: Emrah Tastekin, Matthias Kock, John Willers, Frederik von Elm, Robin Wind, Mario Bonucelli, Markus Buer, Axel Gloger

2.Herren: Marc Diedrich, Nico Heuer, Bastian Schäper, Benjamin Koops, Manuel Heidrich, Jan Kronkowsky, Rene Kirsch, Henoch Förster

A-Jugend I + II: Kevin Matthies, Hendrik Siehl, Ron Landahl, Marco Döhring, Philipp Heuer, Marco Döhring, Tim Willhöft, Maikel Perz, Stefan Rössel, Philipp Burmester, Florian Röhr, Robin Freund, Tim Eiberg

Invaliden: Henning Eggers, Daniel Schlingelhof, Björn Hoffmann, Christo Förster, Phillip Ibelshäuser, Björn Förster

Nach knapp über 3 Stunden waren die teilweise spannenden Spiele vorbei und es war alles dabei! Tolle Tore, glückliche Siege! Die 1.Herren durfte am Ende wieder jubeln, 5 Siege und ein glückliches Remis gegen die Alte Herren und schon war der "Pott" wieder in ihren Händen. Den 2.Platz sicherte sich die A-Jugend I, die mit ihrem starken Torwart Kevin Matthies und Neuzugang Maikel Perz viele überzeugte. Maikel wurde auch gleich Torschützenkönig des Turniers und von allen Mannschaften einstimmig zum besten Spieler des Abends gewählt. Ein Dank gilt unseren Nachwuchsspielern Marvin Brogmus, Kay Eiberg und Dario Niemeck, die das Kampfgericht total im Griff hatten und bei der Auswahl der Musik immer ein goldenes Händchen bewiesen.

Danach ließen viele aktiven Spieler aller Mannschaften, sowie die zahlreichen Fans das Jahr bei dem ein oder anderen Getränk Revue passieren eines ist sicher, dieses Turnier wird auch im Jahr 2009 stattfinden!

Dienstag, 30. Dezember 2008

Das Kreuz mit der Kathedrale...


Manche britischen Fußballclubs haben schon schillernde Namen. West Bromwich Albion und Crystal Palace etwa. Andere klingen eher wie Gelbe Seiten oder Kursbuch. Stadtname plus "City" - fertig. Kurioserweise sorgen gerade diese Vereine für die hitzigsten Diskussionen.

Von neunmalklugen Oberschülern muss man sich immer wieder ungefragt belehren lassen, dass sich ein englischer Fußballverein nur dann "City" nennen dürfe, wenn die Stadt, aus der der Club stammt, auch eine Kathedrale beheimatet.

Das ist falsch, und zwar vollkommen. Ein Verein darf sich dann City nennen, wenn die Stadt, aus der er stammt, einen "offiziellen Stadtstatus" innehat. Und den kann man auf der großbritischen Insel auf zwei Arten erwerben: Entweder man klotzt sich eine Kathedrale auf den Marktplatz oder erhält das Stadtrecht durch eine königliche Urkunde verliehen, den "Royal Charter".

Allerdings steht bei all den bekannten City-Vereinen im Vereinigten Königreich tatsächlich eine Kathedrale in nächster Nachbarschaft des Stadions, so in Birmingham, Bradford, Cardiff, Chester, Coventry, Exeter, Hull, Leicester, Lincoln, Norwich, Stoke, Swansea - oder auch in Manchester.

Wenn ein Verein nun nicht das Glück hat, in einer richtigen City zu residieren, könnte er sich natürlich "Town" nennen. Aber der letzte "Town"-Club, der die englische Meisterschaft für sich entscheiden konnte, war Ipswich im Jahre 1962. Kein Glücksbringer also, dieser Name. Ipswich, by the way, ist derzeit Zehnter der zweiten englischen Liga (Championship).

Dann vielleicht doch besser "Rangers"? Wer die Vokabel im Wörterbuch nachschlägt, findet als deutsche Übersetzung den "Förster" oder "Waldhüter". Sind die "Glasgow Rangers" also die Förster von Glasgow? Unsinn. Vielmehr nimmt dieser Vereinsname Bezug auf die gleichnamige Truppe von gut organisierten Plünderern, die stets auf der Suche nach fetter Beute - heute: Siege und Titel - ist.

Ähnlich militär-geschichtsträchtig ist auch der Namensbestandteil "Rovers" wie zum Beispiel bei den "Blackburn Rovers". Ein "Rover" ist ein auf den Weltmeeren vagabundierender Pirat und England schließlich eine Seefahrernation.

Dienstag, 23. Dezember 2008

FAIRPLAY-PREIS???

aus der Nord-Sport:


Sportliche Größe in der Niederlage bewies Gut-Heil Neumünsters Torwart Dietmar Brüssow (38). Beim Stand von 0-5 im Spiel beim SV Boostedt (Kreisliga Neumünster) gelang dem gegnerischen Team kurz vor Schluss der sechste Treffer, doch Schiedsrichter Jochen Rumpf (Padenstedt) entschied auf Abseits, erkannte dann aber, das er wohl einen Fehler gemacht hatte.


Unter heftigen Boostedter Protesten ließ er im Gut-Heiler Strafraum einen Schiedsrichterball ausführen. „Die Boostedter haben sich so sehr darüber aufgeregt, dass das Tor nicht zählte. Das war mir einfach zu blöd. Um die Situation zu beruhigen, habe ich den Ball dann einfach ins eigene Tor geschossen. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem es mir egal ist, ob ich 0-5 oder 0-6 verliere“, erklärte Brüssow die Beweggründe für seine lobenswerte Tat und flachste anschließend: „Außerdem wollte ich gegen ein Spitzenteam auch einmal ein Tor erzielen“.

Sonntag, 21. Dezember 2008

"Versteh doch, Papa, ich hasse sie wirklich"

„Derbys“ - für die Fans ein Fußballfest voll Zorn, Schimpf und Schande - ganz in der uralten Tradition gegenseitigen Hasses.

Viele schlechte Dinge hat man seit dem Ausscheiden der englischen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation über die Premier League gehört. Aufgedunsen sei diese, voll von überbezahlten ausländischen Söldnern und überforderten einheimischen Rumpelfußballern. Dazu kämen überteuerte Tickets und Stadien ohne Stimmung - kurz: charakterloser Kommerz. Bei den großen Derbys im englischen Fußball sind die Fans noch immer elektrisiert und zeigen sich sehr leidenschaftlich.


Manchester United vs. FC Liverpool - Rote Verachtung

Anders als bei den meisten Derby-Klassikern ist die Rivalität zwischen den "Reds" aus Liverpool und den "Reds" aus Manchester weder geographisch, politisch oder ökonomisch, sondern allein sportlich begründet. Seit Anfang der sechziger Jahre spielen die beiden Vereine aus dem Nordwesten des Landes recht konstant an der Spitze der Premier League. Die Fans halten ihren Verein jeweils für den "erfolgreichsten Club Englands".

Liverpool hat 40 Trophäen im Schrank, ManU derer 32. Aber während die Liverpooler Erfolge hauptsächlich aus den Siebzigern und Achtzigern stammen, hat Manchester in den vergangenen zehn Jahren gewaltig aufgeholt - nicht zuletzt mit dem ersten englischen Triple 1999 (Meisterschaft, FA-Cup und Champions League). Womit die anhaltende Intensität des "North-West-Derbys" erklärt wäre. Beide Vereine pflegen zwar auch innerstädtliche Rivalitäten und gelegenhafte Feindschaften gen Süden (Manchester - Arsenal) und Norden (Liverpool – Newcastle). Aber nirgendwo in England wird so gehasst wie auf der M62 zwischen den Stadien von Anfield und Old Trafford.

Gary Neville, langzeitverletzter Kapitän von Manchester United, brachte es einst auf den Punkt: "Ich kann Liverpool nicht leiden, ich kann Leute aus Liverpool nicht leiden, ich kann überhaupt nichts leiden, was mit Liverpool zu tun hat." Bei einem ähnlichen Interview soll sich der gleiche Spieler so obszön über die "bloody scousers" (= Liverpooler) ausgelassen haben, dass dessen Vater, der legendäre Cricketspieler Neville, sich Sorgen um seinen Sprössling machte und spontan das Mikrofon des Journalisten ausschaltete. Worauf Gary Neville angeblich sagte: "Aber versteh doch, Papa, ich hasse sie wirklich!"

Fans aus Liverpool singen seitdem einige Lieder über Gary Neville, auch ein sehr obszönes, in dem es um inzestuösen Geschlechtsverkehr geht ("Gary shags his mum"). Die Fans aus beiden Lagern kennen keine Tabus, wenn der Lieblingsgegner zu Gast ist. Sowohl das 1958er Flugzeugunglück von München (acht United-Spieler starben), als auch die Tragödie von Hillsborough 1989 (96 Liverpool-Fans wurden im Stadion von Sheffield zu Tode gequetscht), wird in den fiesesten Schmähgesängen der beiden Lager thematisiert.

So zerrüttet ist die Beziehung zwischen beiden Vereinen, dass seit Jahrzehnten kein einziger Spieler mehr von Manchester nach Liverpool oder umgekehrt wechselte. Der Argentinier Gabriel Heinze wollte dies ändern, als er sich bei ManU auf der Bank wieder fand und Coach Rafael Benítez ihn deshalb nach Liverpool holen wollte. Es folgte ein Aufschrei der Empörung.


FC Liverpool vs. FC Everton - Respekt trotz Rivalität

Die Entfernung zwischen Manchester und Liverpool ist groß genug, dass sich Anhänger der beiden Clubs nicht ständig über den Weg laufen. Anders ist dies bei den Fans von Liverpool und Everton, den beiden größten Traditionsclubs aus dem Merseyside-Bezirk. Nicht ungewöhnlich ist es, dass der Frage "Reds or Blues?" ganze Familienfehden zugrunde liegen. Ebenso normal ist es allerdings auch, dass aus dem Stadionbesuch ein Familienurlaub wird – und Everton- und Liverpool-Fans beim "Merseyside-Derby" einfach nebeneinander sitzen.

Auf dem Platz ist dieses Duell oft eine hitzige Partie: 16 Rote Karten gab es hier seit Einführung der Premier League 1992 – mehr als in jeder anderen Begegnung. Aber auf den Zuschauerrängen und ums Stadion verlaufen Spiele zwischen Liverpool und Everton relativ friedlich, weswegen es auch das "Friendly Derby" genannt wird.

Zum einen hat das mit der chronischen Mittelmäßigkeit der blauen "Toffees" in den vergangenen 20 Jahren zu tun: Liverpool-Fans nennen ihren Lokalrivalen gerne neckisch "The Bitter Bunch", was mit "verbitterter Haufen" noch nett übersetzt wäre. Zum anderen bewiesen die beiden Clubs in der Vergangenheit oft jenen Respekt für menschliche Schicksale, der in der Begegnung Manchester vs. Liverpool meistens fehlt.

Als der elfjährige Everton-Fan Rhys Jones bei einem Schusswechsel in einer Plattenbausiedlung in Liverpool starb, lud der Liverpool FC die Eltern von Jones zu ihrem nächsten Champions-League-Spiel ein und widmete dem Opfer der Tragödie ein Lied vor dem Anpfiff: "Johnny Todd", die Hymne des Lokalrivalen Everton.


FC Arsenal vs. Tottenham Hotspur - Judas und Kanonen

Neun Vereine aus dem Großraum London spielen teilweise in der ersten oder zweiten englischen Liga. Jede Menge Spielraum für ein komplexes Netzdiagramm aus blutigen Clubfehden. Könnte man denken. Ist aber nicht so. Viel eher scheint der Fußball-Überschuss eine beruhigende Wirkung auf die lokalpatriotische Gesinnung der Fans zu haben. Bis auf den Nordosten Londons, denn da ist man sich richtig spinnefeind.

Keine vier Kilometer liegen zwischen Arsenals neuen Emirates Stadium und der Spielstätte von Tottenham Hotspur an der White Hart Lane; viele Fans der beiden Vereine arbeiten oder leben miteinander. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen definieren sich die beiden Clubs durch ihre gegenseitige Abneigung. Kein Lied singt der Arsenal-Fan passionierter als "Steht auf, wenn ihr Tottenham hasst", und kein Spurs-Fanatiker grölt lauter als bei der folgenden unmissverständlichen Selbstdefinition: "Wir hassen Arsenal und wir hassen Arsenal. Wir sind die Arsenal-Hasser."

Sportliche Begegnungen zwischen Tottenham-Hassern und Arsenal-Hassern finden regelmäßig statt, langweilig sind sie nie. Kaum ein Spurs-Fan wird jemals den spektakulären Freistoß aus 30 Metern vergessen, mit dem Paul Gascoigne am 14. April 1991 einen 3:1-Sieg gegen Arsenal in Wembley einleitete. Und kein einziger Tottenham-Fan hatte Verständnis für den englischen Nationalverteidiger Sol Campbell, als dieser 2001 von der White Hart Lane zu Arsenal wechselte. Am Tag danach hingen aufgebrachte Fans eine lebensgroße Campbell-Puppe an einem Laternenpfahl auf. Um deren Hals baumelte ein Schild mit der Aufschrift "Judas".

Die Ursache für diese beherzte Fan-Feindschaft liegt fast 90 Jahre zurück. 1919 wurde die erste englische Liga zeitweilig auf 22 Teams aufgestockt. Für Tottenham kam diese Entscheidung gerade zur richtigen Zeit – schließlich befanden sich die "Spurs" am Ende jener Saison auf dem letzten Tabellenplatz. Es sollte aber nicht so kommen: Der Verband beschloss, dass weder Tottenham, noch der Zweitliga-Dritte Barnsley die First Division aufstocken sollte, sondern der FC Arsenal – damals nur auf dem fünften Platz der Second Division. Bis zum heutigen Tag behaupten Tottenham-Historiker, dass Sir Henry Norris, ein Arsenal-Vorsitzender und einflussreicher konservativer Politiker, den Aufstieg der "Gunners" (eine Kanone im Vereinslogo) und Abstieg der "Spurs" erkauft habe.


Newcastle United vs. FC Sunderland - Kindisches Duell

Anders als bei den Duellen Arsenal gegen Tottenham oder Manchester gegen Liverpool hat die Rivalität zwischen Newcastle und Sunderland wenig mit Sport zu tun. Beide Städte befinden sich im industriellen Nordosten Englands, beide Städte liegen an einem großen Fluss (Newcastle an der Tyne, Sunderland an der Wear), und beide Städte leben traditionell vom Kohlebau und Handel. Ende des 16. Jahrhunderts vergab König Charles I. exklusive Handelsrechte an Newcastle. Als 1642 der englische Bürgerkrieg ausbrach, schlugen sich die Bürger von Sunderland auf die Seite der schottischen Rebellen.

400 Jahre später hat sich wenig geändert im Bezirk Tyne & Wear. Newcastle-Fans nennen Sunderland-Anhänger nur "Dirty Mackems" ("Schmutzige Schotten"), und reden von sich selbst als "Geordies", was sich auf King George bezieht – den Nachfolger des exekutierten Charles I.

Das "Tyne-Wear"-Derby ist vielleicht das kindischste von allen auf der Insel: Angeblich verweigern fanatische Newcastle-Fans den Verzehr von Schinken, da sie die rot-weiße Musterung an das Trikot des Erzfeindes erinnert. Sunderland-Fans wiederum boykottierten Mitte der Neunziger "Sugar Puffs" (in Deutschland als "Smacks" im Handel), nachdem der damalige Newcastle-Coach Kevin Keegan diese in einem Werbespot als sein Lieblingsfrühstück gepriesen hatte.

Umso mehr Respekt verdient Michael Chopra, seines Zeichens Stürmer beim FC Sunderland. Chopra, ein Halb-Inder mit englischem Pass, wechselte von Cardiff FC an die Wear. Sein erstes Ligator hatte er 2006 aber im Newcastle-Trikot geschossen – gegen Sunderland.


West Bromwich vs. Wolverhampton - Schwarzes Land

"The Black Country" nennt sich das Gebiet nördlich und westlich von Birmingham, weil der Kohlebau hier einst besonders intensiv betrieben wurde. Über das "Black Country Derby" zwischen West Bromwich Albion und den Wolverhampton Wanderers wird heutzutage wenig berichtet, schließlich spielen beide Vereine schon länger nicht mehr in der Premier League. Trotzdem ist es immer noch ein Klassiker – und mit Sicherheit das exzentrischste aller englischen Derbys.

Die Fans der Wolverhampton Wanderers nennen sich die "Wolves", was noch ziemlich einleuchtet. Aber das "Black Country" ist nicht nur für seine Rohstoffreserven berühmt, sondern auch für den merkwürdigen Akzent, der hier gesprochen wird. "Yow am" sagt man hier anstatt von "You are", und die Menschen aus Birmingham nennen die Leute vom Land deswegen die "Yam Yams".

Die Anhänger von West Brom heißen "the Baggies", wofür der Grund schon sehr unklar ist; wahrscheinlich hat es etwas mit der luftigen ("baggy") Kleidung der Fabrikarbeiter in der Gegend zu tun. Wolves-Fans haben unter "Baggies" wiederum andere Namen: "The Tatters" (in etwa: "Die Zerfledderten") oder "The Dingles", benannt nach einer unsympathischen Familie aus der Soap-Opera "Emmerdale". Am unbegreiflichsten ist wohl der Schlachtruf von West Brom: "Boing Boing Baggies", singt man hier. Dabei hüpfen die Fans auf und ab und schütteln wie wild mit den Armen um sich.

Noch eine Eigenheit des "Black Country Derbys": Beim Einmarsch der rivalisierten Teams ertönt in beiden Stadien traditionell ein erstaunlich grooviger Rocksteady-Track namens "The Liquidator" von der jamaikanischen Ska-Combo Harry J. Allstars aus dem Jahr 1969. Seit Ende der achtziger Jahre hat die örtliche Polizei immer wieder versucht, diesen Song zu verbieten – weil er "obszöne und verletzende Fangesänge" zwischen den beiden Lagern ermutige. "The Liquidator", das sei angemerkt, ist eine Instrumental-Nummer.

Bei so vielen Wortspielereien und bizarren Ritualen ist es erstaunlich, dass im "Black Country" auch noch Fußball gespielt wird. Neben unzähligen heiß umfochtenen Ligaspielen trafen sich die Lokalrivalen erstaunlich oft im Ligapokal. Von zehn dieser Begegnungen gewannen die Wolves zwar nur eines (1949), holten damals aber auch den Pokal.

"In den vergangenen Jahren hat es sich gelohnt, ein West-Brom-Fan zu sein", so Iain Bate, Webmaster der Fansite West Bromwich Albion Mad. Vorige Saison gewannen die "Baggies" vier Mal gegen die "Wolves": Zwei Mal in der Liga, zwei Mal in den Playoff-Spielen. West Brom spielte dann im Finale gegen Derby County um den Aufstieg, verlor aber 0:1 und darf sich deswegen diese Saison auf ein Wiedersehen mit den "Dingles" aus Wolverhampton freuen.

Der Begriff "Derby" hat natürlich mit der Stadt Derby zu tun. Wahrscheinlich aber nichts mit dem Fußball, der dort gespielt wird: Schon 1780 eröffnete der zwölfte Duke von Derby ein Pferderennen, das als "The Derby" bekannt wurde.

Wir brauchen mehr Schiedsrichter !!!!


Wieder einmal sind unsere Vereine im Kreisfußballverband aufgerufen, geeignete Sportkameraden für die Ausbildung zum Schiedsrichter zu melden. Mir ist klar, dass diese Aufgabe unsere Fußballspartenleiter und ihre Mitakteure schwer belastet. Ist es doch schon schwer genug, den Spielbetrieb im Verein zu organisieren und aufrechtzuerhalten, Qualifizierungsmaßnahmen der Betreuer und Trainer einzuleiten und zu begleiten, für Fairplay im Verein und auf den Plätzen zu sorgen, usw., usw.! Niemand wird den in dieser Verantwortung stehenden Funktionären die Einsicht zur Notwendigkeit der Schiedsrichterausbildung und den guten Willen, diesem Aufruf gerecht werden zu wollen, absprechen.


Dennoch gelang es in der Vergangenheit nicht, für eine ausreichende Anzahl von Schiedsrichtern zu sorgen. Das Problem ist leider tief greifend und liegt in den Veränderungen unserer Gesellschaft begründet. Eigentlich gibt es immer noch genug Aktive unter den Senioren- und Altherrrenspielern, die für das Schiedsrichteramt uneingeschränkt geeignet wären; allein die Zeit und bei vielen allerdings auch der Wille, in diesem Sinne für den Verein und den Fußballsport anzutreten, ist nicht oder nicht ausreichend vorhanden. Dazu kommt, dass der „Job“ des Schiedsrichters für viele negativ belastet ist.


Allgemeine Meinung: ständig ist man in dieser Funktion in der Kritik und Lob gibt es ganz selten. Ganz klar: für das Schiedsrichteramt sind starke Charaktere gefragt, von denen es in den Vereinen auch nur eine beschränkte Anzahl gibt. Und dennoch bitte ich alle Vereine eindringlich - insbesondere diejenigen, die bereits seit einiger Zeit unter dem Schiedsrichtermangel leiden - sich ganz intensiv und verstärkt um die Gewinnung von neuen Schiedsrichtern einzusetzen. Ohne neue gut ausgebildete Schiedsrichter wird es auf Dauer keine qualifizierten neutralen Spielleitungen in den Leistungsklassen mehr geben, geschweige denn in unseren mehr freizeitorientierten unteren Spielklassen.



Ergänzend – weil vorgenanntes nicht reichen wird - bitte ich zusätzlich um Benennung von Sportkameraden, die bereit sind, sich in eingeschränkter Weise zumindest im Jugendbereich als Spielleiter einsetzen zu lassen. Auf unsere zu Beginn des Jahres zum Schiedsrichter-/Spielleiterprojekt gemachten Ausführungen, die in den News und im Forum nachzulesen sind, nehme ich Bezug. Hierzu eine kurze Zwischenbilanz: Nach Ablauf eines halben Jahres „Projekt-Probelauf“ können wir dank des engagierten Einsatzes des SR-Ansetzers Rolf Rosenthal im Senioren- und Altherrenbereich und Horst Heinemann im Jugendbereich mit Genugtuung feststellen, dass die Zahl der Nichtantretungen drastisch zurückgegangen ist.


Für den in der Vergangenheit leider vernachlässigten Jugendbereich gilt dies ganz besonders, wie dem News-Bericht vom 16.12.2008 von Horst Heinemann zu entnehmen war. Wir sind insoweit auf einem neuen und guten Wege. Dies darf uns aber nicht davon abhalten, verstärkt um den weiteren Zulauf von geeigneten Sportkameraden für das Schiedsrichteramt bzw. die Spielleiterfunktion zu werben. Zu den Daten des neuen Schiedsrichter-Anwärterlehrganges informieren Sie sich bitte in unseren KFV-News oder über die nachfolgend verlinkte Ausschreibung des Schiedsrichterausschusses.



Bei sich weiterhin ergebenden Fragen zur Schiedsrichterausbildung kontaktieren Sie bitte unseren Schiedsrichter-Lehrwart Rolf Wichterich, Tel. 04544-1494, Email: r.wichterich@t-online.de, bei Fragen zur Spielleiterfunktion im KFV-Projekt unser Mitglied im Jugendausschuss Horst Heinemann, Telefon 04501 – 436, E-mail: hwheinemann@t-online.de