FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN
Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...
08.09.2010… 22:30 Uhr… Abpfiff im 110 Jahre alten „The Hawthorns“ Stadium. Die Gastgeber von West Bromwich Albion unterlagen im Spitzenspiel der englischen Championship gegen Nottingham Forest mit 1-3. Durch diesen Sieg rutschten die „Tricky Trees“ aus den East Midlands nach Jahren der Misserfolge und Abstiege (bis in die League 1) auf den zweiten Platz, der ja bekanntlich zum direkten Aufstieg in die Premier League berechtigt. Ein Grund für mich, noch einmal in die Vergangenheit zu reisen… in das Jahr 1979, in dem Forest sensationell den Europapokal der Landesmeister gewann… ja genau… die heutige Champions League… welch blanker Hohn der Name, da doch sogar heute Viertplatzierte mitspielen dürfen…
Tony Woodcock war Spieler, Stuart Astill Fan von Nottingham Forest – jenem Underdog, der 1979 sensationell den Europapokal der Landesmeister gewann. Hier öffnen sie erstmals ihr Logbuch eines legendären Jahres.
Stuart Astill: Ich komme aus einem kleinen Ort an einer Straße nach Nottingham. Ich habe mein ganzes Leben hier verbracht und wurde so auf ganz natürliche Weise Fan von Nottingham Forest. Deswegen war es für mich etwas ganz Besonderes, die großen Erfolge des Vereins Ende der siebziger Jahre zu erleben. Aber alles ging so schnell, dass mir gar keine Zeit blieb, das auch zu realisieren. Erst jetzt, 30 Jahre später, ist mir so richtig klar, was damals geschehen ist. Und mein Gott: Ich bin aufgeregter denn je. Wir waren 1977 nur durch die Hintertür aufgestiegen. Schon das erste Spiel in der ersten Liga, das wir 3:1 in Everton gewannen, war eine fantastische Leistung unserer Jungs. Und so ging es immer weiter, es war unglaublich, wie in einem Traum. Der ehemalige Arsenal-Torwart Bob Wilson arbeitete damals als Fernsehexperte bei der BBC und sagte: »Die Forest-Blase wird irgendwann platzen.« Aber es ist einfach nicht passiert. Es ging immer weiter, und am Ende waren wir Meister und spielten im Europacup! Und selbst da platze die Blase einfach nicht.
Ich war seinerzeit als Mechaniker in einer Lokomotivenfabrik tätig, und die ersten beiden Juliwochen waren eigentlich Urlaubszeit. Wenn man sich früh genug meldete, konnte man aber weiterarbeiten und dann während des restlichen Jahres frei nehmen, wann man wollte. Das tat ich dann auch und sagte: »Wir spielen international, und wo auch immer uns die Reise in der ersten Runde hinführt – ich komme mit!« Unser Geschäftsführer hörte die Auslosung im Radio. Er kam sofort zu mir in die Werkhalle und grinste übers ganze Gesicht: »Weißt du, wo du deine Ferien verbringen wirst? In New Brighton!« Er lachte sich schlapp. New Brighton ist ein Strandbad bei Liverpool. Von allen möglichen europäischen Mannschaften hatten wir für unser erstes Europapokalspiel seit dem Messecup 1967 ausgerechnet den Liverpool FC zugelost bekommen, der den Landesmeister-Pokal in den letzten beiden Jahren gewonnen hatte. Unser Geschäftsführer war sich, wie viele andere auch, sicher, dass wir keine Chance hätten und bei in unserer ersten Europacupsaison England nicht verlassen würden. So richtig überzeugt war selbst ich nicht. Und das will wirklich was heißen.
Tony Woodcock: Wir waren die Emporkömmlinge. Unsere Meisterschaft direkt nach dem Aufstieg hielten viele Experten für einen Lucky Punch. Der Liverpool FC war damals die beste Mannschaft in Europa. Schon in der ersten Runde des Europapokals auf diesen Giganten zu treffen, naja, das hatten wir uns nicht gerade gewünscht. Aber wir waren ein Haufen von echten Kumpels. Wir hielten zusammen und kämpften füreinander bis zum Umfallen. Einfach so liegen bleiben, das kam für uns nie in Frage. Unser Trainer Brian Clough führte uns das so vor Augen: »Stellt euch vor, eure ganze Familie sitzt vor dem Fernseher, und ihr macht da den sterbenden Schwan. Wollt ihr, dass eure Mamis sich für euch schämen?«
Clough war unser Anführer. Auf beiden Seiten herrschte großer Respekt. Mitunter brach er ihn auf seine ganz spezielle, ironische Weise: Dann küsste er seine Spieler. Einmal war es mir besonders peinlich. Ich spielte inzwischen für den Arsenal FC und musste gegen Nottingham antreten. Nach dem Spiel kam Clough in unsere Kabine – und küsste mich! Vor meinen Arsenal-Kollegen! Aber das war nur so ein Spleen. Die meiste Zeit war da dieser Respekt. Erst später, als ich meine Karriere schon beendet hatte, sagte er einmal zu mir: »Tony, früher war ich dein Trainer. Aber jetzt kann ich es dir ja sagen: Ich bin auch dein Freund.«
13. SEPTEMBER | 27. SEPTEMBER 1978 1. Runde vs. Liverpool FC
Stuart Astill: Welch ein Auftakt! Welch ein Sieg! Wir schlugen die großen »Reds« zuhause im City Ground durch Tore von Garry Birtles und Colin Barrett 2:0. Zwei Wochen später fuhr ich mit dem Fanbus nach Liverpool und hoffte wie ein Verrückter, dass der Vorsprung reichen würde. Ich kannte damals schon ein paar der Spieler persönlich, vor allem mit John O’Hare war ich gut befreundet. Er hatte mir auch eine Freikarte für das Spiel besorgt, deswegen verfolgte ich die Partie nicht inmitten der anderen Nottingham-Fans, sondern auf der Haupttribüne zwischen den Spielerfrauen und Familienangehörigen. Wir verteidigten brillant, unser Torwart Peter Shilton machte ein Wahnsinnsspiel, und das Wunder geschah: Wir kamen mit einem 0:0 in Liverpool weiter. Leider gab es an diesem Abend noch Angriffe von Liverpool-Fans auf unseren Bus. Die schmissen mit Steinen auf uns und zertrümmerten eine Scheibe. Dort saßen zwei Frauen, alles war über und über mit Scherben bedeckt. Ich war bei allen internationalen Spielen meines Vereins in vielen verschiedenen Ländern. Aber das einzige Mal, dass wir Probleme hatten, war in Liverpool.
Tony Woodcock: Vor dem ersten Spiel gegen den Liverpool FC lastete durchaus ein gewisser Druck auf uns, aber das war genau das Richtige: Wir wollten unbedingt allen beweisen, dass wir nicht zufällig englischer Meister geworden waren. Und das gelang uns, zwei Dinger haben wir ihnen zuhause eingeschenkt. Graham Souness, Liverpools unmenschlich harter Vorstopper, trat mir ein ziemlich tiefes Loch ins Schienbein und schnauzte mich an: »Komm du erst mal nach Anfield! Da wirst du untergehen!« Okay, wenn jemand hart spielen wollte, konnte er das haben. Wir haben immer gesagt: »Auf Schlamm spielen wir auf Schlamm, auf Eis spielen wir auf Eis.« Das sollte heißen: Wir nehmen es, wie es kommt. Und so hielten wir auch in Liverpool dagegen. Vor dieser beängstigenden Kulisse, der riesigen Tribüne »The Kop«, errangen wir ein 0:0 – und waren weiter! Dieser Sieg gegen den Titelverteidiger war die Initialzündung für alles, was noch kommen sollte.
8. OKTOBER | 1. NOVEMBER 1978: Achtelfinale vs. AEK ATHEN
Stuart Astill: Im Achtelfinale wartete AEK Athen auf uns – mit einer echten Legende als Trainer: Ferenc Puskás, dem großen Ungarn. Es war mein erstes Europacup-Spiel, das ich auch im Ausland erlebte. Das Flugzeug, mit dem wir reisten, verkehrte normalerweise zwischen den East Midlands und der Kanalinsel Jersey. Deswegen mussten wir in Zagreb zwischenlanden, um zu tanken. Wir waren vielleicht ein paar hundert Nottingham-Fans, aber wir feierten wie tausend: Forest schlug Athen mit 2:1! Die Tore schossen John McGovern und Garry Birtles. Im Stadion gab es gar keine richtigen Tribünen, sondern nur Steinstufen, für die man sich Sitzkissen kaufen konnte. Nach dem Spiel zündeten die AEK-Anhänger diese Kissen an, so wütend waren sie über die Heimniederlage. Das Rückspiel gewannen wir dann sogar mit 5:1. Und Europa sah, welch berauschenden Kombinationsfußball wir spielten. Trainer Clough hasste Kick and Rush. Er sagte immer: »Wenn Gott gewollt hätte, dass Fußball hoch oben in der Luft gespielt wird, hätte er Rasen im Himmel gepflanzt.« Die Spieler, die ihm zur Verfügung standen, waren teilweise von anderen Klubs aussortiert worden. Unter Brian Clough und seinem Co-Trainer Peter Taylor spielten sie zusammen wie Weltstars.
Clough und Taylor waren nicht nur Kollegen – sie waren unzertrennliche Freunde. Taylor war für das Training zuständig und suchte die Spieler aus, die sie kaufen wollten. Cloughs Sache war es dann, diese Spieler zu überzeugen. Ein »Nein« akzeptierte er nicht, notfalls besuchte er sie zu Hause. Ihnen blieb gar nichts anderes übrig, als zu unterschreiben, sonst wären sie ihn wohl nie wieder losgeworden. Zusammen waren Clough und Taylor unglaublich lustig. Vor dem Liga-Cup-Finale 1978 in Wembley gingen sie mit der ganzen Mannschaft in die Hotelbar. Archie Gemmill wollte nicht mit, er sagte: »Wir haben morgen ein Endspiel!« Die beiden meinten nur: »Tu, was man dir sagt! Wir gehen in die Bar!« Clough schmiss eine Runde nach der anderen, bis alle betrunken waren, Taylor hielt sie mit seinen Sketchen und Anekdoten bei Laune. Das war wohl ihre Art, den Spielern ihre Nervosität zu nehmen. Am nächsten Tag waren sie zwar verkatert, gewannen aber 3:2. Später kam es leider zum Bruch zwischen den beiden, als Taylor zu Derby County wechselte und hinter Cloughs Rücken auch noch John Robertson, einen unserer Besten, mitnahm. Das haben sie nicht aus der Welt geschafft, bevor Taylor starb. Obwohl Clough kein Wort mehr mit ihm gesprochen hatte, ist er auf seine Beerdigung gegangen. Er war ein sehr emotionaler Mensch.
Tony Woodcock: Brian Clough war ein tiefsinniger Mensch, an manchen Tagen umschwebte ihn etwas wie Melancholie. An ihm war ein Philosoph verloren gegangen. Aber seine wahrscheinlich hochkomplizierten Gedanken konnte er auf die einfachste Weise mitteilen. Das Geheimnis des Kurzpassspiels erklärte er uns so: »Wenn du ein rotes Trikot siehst, spiel einfach den Ball hin!« Seine Taktikbesprechungen mit Peter Taylor als Sidekick waren schlicht Weltklasse. Da konnte es vorkommen, dass Clough Taylor angriff, der nahm die Schuld auf sich, und wer verteidigte ihn? Clough selbst! Wir Spieler lagen vor Lachen am Boden der Kabine. Vor dem Spiel gegen AEK Athen fragte ein frecher griechischer Journalist: »Was wollen Sie denn hier?« Clough sagte nur: »Wir sind hier, um zu tanzen und Whiskey zu trinken.« Und das haben wir dann auch getan. Aber erst, nachdem wir sie weggeputzt hatten.
7. MÄRZ | 21. MÄRZ 1979: Viertelfinale vs. Grasshopper Zürich
Stuart Astill: Ob die Blase nun doch platzen würde? Zunächst sah es so aus: Zürichs Mittelstürmer Claudio Sulser, der schon Real Madrid mit drei Toren im Alleingang ausgeschaltet hatte, schoss auch gegen uns das 1:0. Aber die Jungs kämpften wie die Tiere und konnten die Partie noch drehen: 4:1 für uns! Damit war ich mir schon vor dem Rückspiel in Zürich sicher, dass wir weiterkommen würden. Und so kam es auch: Zürich ging zwar wieder durch diesen lästigen Sulser in Führung, Martin O’Neill glich aber nur vier Minuten später aus. Das reichte.Für Brian Clough war das Weiterkommen ein Geburtstagsgeschenk, denn an dem Tag wurde er 44. Ich hatte ihm vor dem Spiel gratuliert. Wir kannten uns persönlich, seit er mich einmal beim Treffen des Fan-Komitees angesprochen hatte: »Ich habe Sie bei vielen Auswärtsspielen gesehen. Ich weiß, dass Sie ein echter Fan sind.« Er kam mit an den Tisch, an dem ich mit einem Freund saß und unterhielt sich mit uns. Es war schon weit nach Mitternacht, als Brian Clough auf die Uhr sah: »Was? Schon so spät? Ich bin heute morgen um neun aus dem Haus gegangen! Barbara (seine Frau, die Red.) wird denken, dass ich bei einer anderen bin.« Damit verabschiedete er sich, und auch wir brachen kurz danach auf.
Wenig später kamen mein Freund und ich auf dem Heimweg durch die Ortschaft Wollaton. Es war absolut nichts los, aber plötzlich stand dort ein Auto, alle Türen waren offen, der Motor lief noch und mein Freund sagte: »Ist das nicht Cloughies Auto?« Ich antwortete: »Meine Güte, ja!« Also hielten wir an, um zu sehen, was los war. Auf der Rückbank saß ein junger Kerl, vielleicht 14 Jahre alt. Wir fragten ihn, wo der Besitzer des Autos sei, und er deutete auf eine Hecke. Wir stiegen hindurch, und da sahen wir plötzlich Brian Clough auf einem Feld. »Was ist denn hier los?«, wollten wir wissen, und er erzählte, dass er eben zwei Jungs entdeckt habe, die aus dem benachbarten Kinderheim abgehauen seien. Den einen, der im Auto saß, hatte er einfangen können, der andere war durch die Hecke gesprungen. Wir boten unsere Hilfe an, aber er meinte nur: »Fahrt nach Hause, ihr Zwei! Ich finde den schon.« Am nächsten Tag hatten wir ein Auswärtsspiel – und wer saß in der ersten Reihe, als der Mannschaftsbus vorfuhr? Die zwei jungen Burschen, die Clough am Vorabend eingefangen hatte. Er hatte sie mit zum Spiel genommen.
So war er. Er konnte sehr streng sein, wenn er schlechte Laune hatte. Aber wenn er gut gestimmt war, war er die Freundlichkeit in Person. Einmal ließ er den Fahrer auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel anhalten. Er hatte ein Haus mit einem wundervollen Garten gesehen, alles war voller Rosen und anderer Blumen. Clough klopfte zweimal an die Tür, aber es war niemand zu Hause. Und was machte er? Er ging herum und stellte Blumensträuße zusammen. Rosen, Narzissen, alles, was ihm gefiel. Als er mit dem Pflücken fertig war, gab er jedem seiner Spieler einen Strauß für seine Frau und schob noch eine 10-Pfund-Note unter der Tür durch.
Tony Woodcock: 4:1 im Hinspiel, was sollte da noch anbrennen? Bei den Grasshoppers holten wir ein 1:1 und waren weiter. Aber es war ein schnödes Spiel, wir waren blass geblieben. Das gefiel Brian Clough gar nicht, er war angefressen und verbot uns, abends in Zürich noch auf die Pauke zu hauen. Ein paar Jungs und ich setzten uns darüber hinweg, wir waren ja schließlich ins Halbfinale eingezogen. Aber so richtig funktioniert hat es nicht. Wir saßen die ganze Zeit nur verdruckst rum und hatten ein furchtbar schlechtes Gewissen.
11. APRIL | 25. APRIL 1979: Halbfinale vs. 1. FC Köln
Stuart Astill: In Nottingham regnete es in Strömen, der Platz im City Ground war ein einziger Sumpf. Köln ging 2:0 in Führung, durch Tore von van Gool und Dieter Müller. Garry Birtles und Ian Bowyer glichen wieder aus. Dann folgte das Tor, von dem John Robertson noch heute jedes Mal spricht, wenn ich ihn treffe. Es war nämlich das einzige Kopfballtor, das er je erzielt hat. Auf jeden Fall waren wir ab der 62. Minute wieder in Führung. Aus einem 0:2-Rückstand hatten wir eine 3:2-Führung gemacht. Doch dann kam der Japaner Yasuhiko Okudera, der eine Minute nach seiner Einwechslung in der 81. Minute den 3:3-Endstand herstellte. An die Schlagzeile des nächsten Tages erinnere ich mich noch genau: »Japanese Sub Sinks Forest« (engl. Sub = 1. Substitute/Ersatzspieler, 2. Submarine/U-Boot)
Als wir zwei Wochen später nach Deutschland kamen, waren die Kölner wegen ihrer drei Auswärtstore vollkommen siegessicher. Vor dem Müngersdorfer Stadion wurden sogar schon Werbeprospekte für das Finale verteilt: »Besuchen Sie das Spiel 1. FC Köln gegen Malmö oder Austria Wien in München!« Die Reise dorthin konnte man schon buchen. Auch die meisten Experten setzten keinen Pfifferling mehr auf uns. Peter Taylor war es, der sagte: »Schreibt uns nicht zu früh ab.« Als Ian Bowyer dann in der 65. Minute das 1:0 für uns schoss, war noch unglaublich viel Zeit übrig. Die längsten 25 Minuten meines Lebens! Ein Freund von mir hielt diese Spannung nicht aus. Er verließ das Stadion und machte einen Spaziergang. Köln startete einen Angriff nach dem anderen, das war zuviel für ihn. Aber unsere Defensive hielt stand. Larry Lloyd und Kenny Burns waren fantastisch, da kam keiner durch. Sie spielten nie foul, waren aber sehr hart. Und hinter ihnen stand noch Peter Shilton im Tor. Ich war unglaublich stolz, als endlich der Schlusspfiff ertönte und unser 1:0-Sieg feststand. Es war die Brillanz von Brian Clough und Peter Taylor, die so etwas möglich machen konnte, obwohl die Kölner sich sicher gewesen waren, dass sie eigentlich schon im Finale stehen. Angeblich hatten die beiden gewusst, dass Hennes Weisweiler, der Kölner Trainer, ein konservativer Mensch war und auf Ergebnissicherung spielen würde. Das haben sie ausgenutzt. Und wie! Forest stand im Endspiel! Nottingham Forest! Wir!
Tony Woodcock: »Ach, die können gar nichts!«, sagte Clough vor dem Rückspiel in Köln – dabei hatten wir beim 3:3 zuhause superschlecht gespielt. »Guckt euch nur mal den Keeper an, diesen Schumacher«, ätzte Taylor, der selbst Torwart gewesen war. »Der hält nichts. Der faustet nur, als wollte er den Ball erschlagen. Schießt aus allen Lagen, Jungs!« Dazu tranken wir alle ein Glas Champagner. Danach gingen wir noch am Rhein spazieren, ganz locker. Vor dem Anpfiff sagte Clough dann noch: »Zur Halbzeit wird es 0:0 stehen, dann machen wir unser Tor, wir bringen das Ding nach Hause, wir stehen im Endspiel.« Und genau so kam es, wie so oft. Clough muss ein Hellseher gewesen sein. Hinterher sagten die Kölner Hotelangestellten zu uns: »Wegen euch haben wir eine Menge Kohle verloren. Wir haben auf den FC gewettet. Ihr taucht hier auf, trainiert nicht, geht nur spazieren – und gewinnt das Spiel!«
30. MAI 1979: Finale vs. Malmö FF
Stuart Astill: Das Finale im Olympiastadion von München war an einem Mittwoch. Wir flogen schon am Montag hin und blieben bis Samstag. Es war sehr warm, die Sonne schien die ganze Zeit, und wir hatten eine prima Woche. Wir sahen uns sogar Neuschwanstein an, dieses schneeweiße Märchenschloss. Und jede Menge dieser bayrischen Bierkeller.
Am großen Tag waren ungefähr 20000 Nottingham-Fans im Olympiastadion, die Atmosphäre war fast ein bisschen wie bei einem Heimspiel. Das Finale an sich war, ehrlich gesagt, nicht besonders toll. Da gab es deutlich bessere Endspiele, das muss ich zugeben. Uns konnte es egal sein, wir gewannen es durch ein Tor von Trevor Francis kurz vor der Pause. Ich erlebte das alles wie in Trance, jetzt läuft es wie ein Film vor mir ab: John Robertson ging bis zur Torlinie durch und brachte den Ball nach innen. Trevor köpfte ihn rein. Wir kontrollierten das Spiel, aber Chancen waren echte Mangelware. Clough und Taylor waren völlig ruhig, wie immer, sie ließen sich nie etwas anmerken.
Und dann kam der große Moment: Der Schiedsrichter pfiff ab! Ich begriff das alles gar nicht, bis unser Kapitän John McGovern die Trophäe in die Luft reckte. Erst da wurde mir klar: Wahnsinn, das ist der Europapokal der Landesmeister! Und das ist nicht Real Madrid – das da unten ist unsere Mannschaft! Ich konnte das nicht glauben! Nach dem Spiel kamen die Spieler – unsere Jungs! – in die Kurve und präsentierten uns den Pokal. Wir wollten nur noch feiern, und das taten wir auch mit aller Konsequenz. Erst im Stadion, dann den Rest der Nacht im Hofbräuhaus, das für uns reserviert war. Ich erinnere mich noch, dass ich erst um sieben Uhr morgens ins Hotel zurückkam. Wegen unseres München-Urlaubs verpassten wir allerdings die große Parade nach der Rückkehr der Mannschaft nach Nottingham. Irgendwie bedauere ich das, aber trotzdem hat sich der Ausflug nach Bayern gelohnt. Brian Clough flog auch nicht mit zurück nach England, sondern zog sich wieder in sein Ferienhaus auf Kreta zurück, wo er auch schon die Tage zuvor verbracht hatte. So war er eben: Brian Clough. Er tat immer, was man am wenigsten erwartete.
Tony Woodcock: »Guten Flug! Ich komme erst am Dienstag«, sagte Brian Clough vor der Reise nach München zu uns. »Ich bin noch auf Kreta!« Das war normal. Der Mann machte nun mal gern Urlaub. Wir waren angespannt, aber nicht nervös. Wir liebten das Spiel – und standen im größten Finale, das der Fußball zu bieten hat. Leider war es an diesem Tag superschwül in München, der Föhn kam die Alpen herunter. Es gelang uns nicht, eine echte Show abzuliefern, und die Schweden haben nur gemault. Wir waren deprimiert, dass wir uns der Welt nicht als große Mannschaft präsentierten. In der Halbzeit kam Clough in die Kabine und sagte: »Kommt schon. Gewinnt einfach! Dann geht ihr schon noch in die Geschichtsbücher ein.« Und wir haben gewonnen! Die Party danach und der Empfang in Nottingham waren unvergesslich. Clough und Taylor waren nicht dabei. Wir wollten sie überreden, aber sie sagten: »Das gehört nur euch.«
Noch im Sommer verließ ich Nottingham schweren Herzens und ging nach Köln. In der Winterpause besuchte ich meine alten Kumpels bei einem Spiel. Ich wollte auf der Tribüne Platz nehmen, doch Brian Clough sagte: »Komm, du sitzt bei mir auf der Bank.« Ach, ich vermisse sie. Brian Clough und Peter Taylor. Unsere Trainer. Und diese Zeit, in der Loyalität noch eine Rolle spielte. Freundschaft. Wie damals, bei Nottingham Forest.
Stuart Astill, Fanliebe zu Nottingham Forest: Erhat seit mehr als 35 Jahren keine Ligapartie von Nottingham verpasst. Ob Heimspiel oder Auswärtsfahrt, Europapokal, Dritte Liga oder heute die Championship, der heute 63-Jährige war immer dabei.
Tony Woodcock: Woodcock begann seine Laufbahn in seiner Heimat (1955 geboren in Nottinghamshire) bei Nottingham Forest, unterschrieb dort im Januar 1974 seinen ersten Profivertrag. Zunächst konnte er sich jedoch nicht durchsetzen, doch dann (1976) berief ihn der legendäre Brian Clough in die erste Mannschaft. Für die „Reds“ (so wird nicht nur Liverpool genannt) erzielte der Stürmer in 129 Spielen 36 Tore. Mit Forest holte er den Europapokalsieger der Landesmeister (1979) und wurde Englischer Meister (1978), zudem Englands Fußballer des Jahres (Jungprofi, Spielerwahl 1978). Dann ging er für drei Jahre zum 1.FC Köln und wechselte 1982 zu Arsenal London (131, 56). 1986 ging es dann zurück nach Köln, wo er insgesamt 39 Tore in 131 Spielen erzielte. Bei Fortuna Köln (37, 5) ließ er 1990 seine Karriere ausklingen.
In der Sportsachedes Lübecker SC 99 – vertreten durch den Vorstand – Berufungsführer - betr. Berufung gegen das Urteil des Kreisgerichts FK Lübeck vom 25.11.2009 – Nr. KG 78/09-10- unter der Leitung von Hr. Göbel - hat das Verbandsgericht in der Besetzung:
-V. Marten als Vorsitzender
-J. Struthoff, U. Jürgensen, E. Sticken, M. Möller als Beisitzerin einem schriftlichen Verfahren am 14.12.2009 beschlossen: Das Urteil des KG im Fußballkreis Lübeck vom 25.11.2009 wird die Spielwertung betreffend abgeändert. Das Spiel wird mit dem Ergebnis zum Zeitpunkt des Spielabbruchs gewertet.
Gründe: Das Pflichtspiel TSV Gudow gg. LSC 99 ist am 01.11.2009 beim Stande von 2:0 für den Berufungsführer in der Halbzeit abgebrochen worden, weil der Schiedsrichter mangelnde Unterstützung seiner Autorität durch den Ordnungsdienst beim Verweis eines ihn zuvor beleidigenden Zuschauers von der Platzanlage bemängelte.
Das KG Lübeck hat den TSV Gudow wegen mangelnder Platzdisziplin sowie wegen fehlenden, gekennzeichneten Ordnungsdienstes zu einer empfindlichen Geldstrafe rechtskräftig verurteilt. Das Spiel soll nach dem Urteil durch den Spielausschuss neu angesetzt werden.
Gegen diese Neuansetzung wendet sich die Berufung mit der Begründung, in eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters könne nachträglich nicht vom Gericht eingegriffen werden. Diese Berufung musste Erfolg haben.Der Schiedsrichter kann ein Spiel abbrechen, wenn nach seiner Meinung alle zumutbaren Mittel, das Spiel fortzusetzen, erschöpft sind. Grund für den Abbruch kann auch eine Störung durch Zuschauer sein. Diese subjektive Entscheidung des Schiedsrichters ist nicht anfechtbar.
Der Grundsatz, dass eine vom Schiedsrichter getroffene Entscheidung als Tatsachenentscheidung endgültig ist, gilt auch für diesen Spielabbruch. Eine Tatsachenentscheidung, die insbesondere auf subjektiven Empfinden des Schiedsrichters beruht, kann vom Gericht nicht abgeändert werden.
Das KG hat den Platzverein TSV Gudow mit einer empfindlichen Geldstrafe wegen mangelnder Platzdisziplin und fehlenden Ordnungsdienstes rechtskräftig bestraft. Insoweit hat das Gericht festgestellt, dass für die reibungslose Durchführung des Spiels schuldhaft nicht Vorsorge getroffen war.
Die Einschätzung durch den Schiedsrichter hat als Tatsache Bestand. Das Kreisgericht war gehindert, eine eigene Einschätzung vorzunehmen.Im Umkehrschluss gem. § 30 Ziff. 1 SpielO hätte eine Neuansetzung nur dann erfolgen können, wenn kein Verschulden des Vereins vom Gericht festgestellt worden wäre.
SG Schnakenbek/Lütau : Grün-Weiß Siebenbäumen II 2:4
Weihnachtliche Bescherung...am vergangenen Sonntag beschenkte sich unsere II. Mannschaft in Schnakenbek verfrüht schon selbst und überwintert auf einem einstelligen Tabellenplatz, vor dem Nachbarn SV Steinhorst.
Nach einer unnötig langen Autofahrt nach der Weihnachtsfeier vom Verein, musste unsere II. Mannschaft noch einmal am Sonntag auswärts antreten. Trotz vorherigem Bemühen konnte oder wollte die Spielgemeinschaft Schnakenbek/Lütau das Spiel nicht verlegen. Scheinbar dachte man sich dort, dass man mit einer alkoholisierten Truppe leichtes Spiel hat. Aber weit gefehlt, nach anfänglichen Schwierigkeiten übernahm unser Team mehr und mehr die Kontrolle in dem Spiel und spielte Schnakenbek in ihrer eigenen Hälfte fest. Leider verletzte sich in dieser Anfangszeit Timo Härtl nach einem harten Einsteigen vom Gegenspieler und musste durch Florian Elsner ersetzt werden. Schon echt beeindruckend, wenn man zwei Torhüter als Feldspieler einsetzt und einen Feldspieler ins Tor beruft. Dennoch hat Marc Hempel seinen Geburtstagswunsch erfüllt bekommen und erfüllte seine Aufgabe im Kasten in solider Manier.
Dennoch mussten wir lange warten bis wir jubeln konnten. Teilweise fehlten die entscheidenden Impulse aus dem Mittelfeld oder der Pass kam einfach nicht an. In der 22.Minute war es dann schließlich ein Elfmeter für unsere Reserve. Christian Kamm wurde von einem Abwehrspieler im Strafraum gefoult. Durch einige Umstrukturierungen im Team durfte diesmal Tim Nazarkiewicz im Sturm spielen, oder sollten wir viel lieber Tim Maakay sagen. Denn Trainer Frank Dencker entschied sich Torwart gegen Torwart schießen zu lassen und in typischer Butt-Manier guckte sich Tim den gegnerischen Keeper aus und konnte den Ball zum 1:0 ins Netz schieben.
Es sollte bis zur Pause auch bei diesem Spielstand bleiben. Einzig die Kartenverteilung sorgte noch für etwas Unruhe als Julian Bernet und Captain Patrick Hempel verwarnt worden sind. In der Halbzeitpause wurde es dann in der Kabine von Schnakenbek etwas lauter, dass wir uns selbst sehr verwirrt in der eigenen Kabine anschauten. Die Ansprache vom eigenen Trainer war dann eindeutig, weiter so spielen wie bisher und der eine oder andere sollte es nun noch konsequenter tun. Schließlich muss Schnakenbek nun kommen und zeigen was sie können.
Aber irgendwie sind diese Worte wohl nicht so ganz bei unserem Team angekommen. Denn unmittelbar nach dem Wiederanpfiff konnte sich bei einem Konter Schnakenbek durchsetzen und den Ausgleich erzielen. Wer gedacht hat, dass bei frostigen Temperaturen um den Gefrierpunkt unsere Mannschaft nun auch wieder in die Partie einsteigt sollte sich irren. Denn in der 50.Minute war es Markus Evers der mit einem kapitalen Fehler im eigenen Strafraum den Ball nicht klärt und sein Gegenspieler sich mit dem 2:1 bedankt. Die ersten zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff waren eindeutig nicht unsere. Danach drehten wir aber endlich mal wieder auf.
Im Mittelfeld wurden die Zweikämpfe gesucht und gewonnen. Außerdem war endlich wieder die Laufbereitschaft vorhanden und der ballführende Spieler hatte seine Anspielstationen. In der 65.Minute war es dann Dennis Tombers, mit Tor Nr. 10 für uns, als er von rechts von Konrad Loos angespielt wurde. Fünf Minuten später, zeigten dies auf der linken Seite Patrick Hempel und Julian Bernet, als Bernet das 3:2 für uns machte.Den Schlußpunkt setzte einmal mehr Dennis Tombers nach einem langen Sololauf von Denis Käding , als er in der 82.Minute den Sack zu machte und das 4:2 für uns machte. Nur so nebenbei Tor Nr. 11 für ihn.
Fazit: Trotz leicht benebelter Abwehr war es am Ende ein souveräner Sieg durch die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Selbst die teilweise üblen Beschimpfungen von den Zuschauern, um unsere eigenen Spieler zu verunsichern konnten daran nichts ändern. Darüber hinaus möchten wir uns bei folgenden Spielern für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten bedanken: Dennis Tombers - für deine elf Buden bei uns, Christian "Poldi" Kamm - für deinen unermüdlichen Einsatz, Denis Käding - Danke für ein Jahr Grün-Weiß und deinen Sololäufen aus der Abwehr hinaus, Patrick "Fisch" Hempel - Was soll ich schreiben, einer der "ältesten" Spieler sucht nun eine neue Herausforderung in Lübeck.
"Jungs viel Erfolg bei euren neuen Vereinen und behaltet uns (die II.) in guter Erinnerung. Wir können uns nur für eure Hilfe in dieser Saison bedanken!!! Alles gute auf euren neuen sportlichen Wegen. “Schließlich wünscht die II. Mannschaft allen Fans, Spielern, Betreuern und Vereinsmitgliedern allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.
Tore:
0:1 Elfmeter Tim Nazarkiewic 22.Min
1:1 SG Schnakenbek/Lütau 46.Min
1:2 SG Schnakenbek/Lütau 50.Min
2:2 Dennis Tombers 65.Min
2:3 Julian Bernet 70.Min
2:4 Dennis Tombers 82.Min
Aufstellung: Marc Hempel - Benjamin Pyko, Timo Härtl (20.Min Florian Elsner), Markus Anders (10.Min Denis Käding) - Markus Evers - Patrick Hempel, Julian Bernet, Dennis Tombers, Konrad Loos - Tim
Mit einer wahren Energieleistung drehte die Truppe von Stefan Anders im zweiten Durchgang einen 0:2-Rückstand und verließ damit wieder die Abstiegsränge. In den ersten dreißig Minuten passierte herzlich wenig, beide Teams waren auf Sicherheit bedacht. Folglich blieb es in den Strafräumen zunächst ziemlich ruhig. In der 38. Minute war die Abtastphase ruckartig beendet, wie aus dem Nichts kamen die Gäste zum 1:0. Dustin Behnk gelang nach einer Ecke an den Ball und drosch das Leder unhaltbar aus 20 Metern in die Maschen. Die Siemser konnten sich von diesem Schock noch gar nicht richtig erholen, da klingelte es ein zweites Mal. Jan Klötzner schnappte sich einen verunglückten Querpass und ließ Keeper Timm keine Chance (44.). Bargteheides Trainer Marco Schier rieb sich sicherlich sehr verwundert die Augen, hatte sein Team in den vergangenen sechs Auswärtsspielen doch erst ganze zwei Treffer erzielt. „Das war nichts für schwache Nerven, da musste ich in der Halbzeit etwas lauter werden“, war Trainer Anders zunächst gar nicht erfreut. Und die Ansprache hatte bei seiner Truppe anscheinend gefruchtet, wie verwandelt kamen sie aus der Kabine und boten laut Anders „die beste Halbzeit der Saison“. Mirco Niels (50.) traf schnell zum Anschluss, nur sieben Minuten später reagierte Marco Schellhammer nach einem Lattentreffer von Michael Thomaschewski am schnellsten und erzielte den Ausgleich. Nach 63 Minuten war die Partie dann komplett gedreht, Schellhammer sorgte mit seinem zweiten Streich für Jubelarien am Krummen Weg. Außer einer roten Karte nach einer Notbremse von Kevin Ihns (82.) war von den Gästen im zweiten Durchgang nichts zu sehen. Daniel Safadi (90.) setzte den Schlusspunkt in einer interessanten Partie.
Siems: Timm – Laske, Hennings, M. Mond, Thomaschewski – Mi. Niels, Safadi, Tucholski, T. Reinke (57. Weber) – Schellhammer (89. Buhrmann), T. Mond (75. Tafazoli).
Bargteheide: Johann – Ihns, Schaft, Westphal – Kukanda (65. Stiller), Fürstenberg, Teichmann, D. Behnk (61. Wrage), Inden – Klötzner, Heinz (85. Steffen).
TSV Pansdorf - Grün-Weiß Siebenbäumen 2-5 (1-2)
Mit einem verdienten Sieg konnten wir den letzten Tabellenplatz endlich abgeben. Ein Signal an alle anderen Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte: GW Siebenbäumen sollte noch nicht abgeschrieben werden! Ein verdienter Sieg unserer Mannschaft, der trotz einiger "Wackler" im Verlaufe des Spieles sicher herausgespielt wurde. Ein glänzend aufgelegter Mike Schlichting war an allen!!! Toren( für GWS) beteiligt und setzte sich verdient mit dem selbst erzielten fünften Treffer die Krone auf. Die Mannschaft wurde für ihre hohe Trainingsbereitschaft belohnt.
Durch den Ausfall von Lekso Ostati (ist bereits im Weihnachtsurlaub in seiner Heimat) musste die Abwehr "umgebaut werden. Der sehr erfahrene Ove Schulz zeigte mit aller Routine, wie der Abwehrverbund zusammen gehalten werden kann. Seine Abwehrpartner Mike Henkel und Marco Urban hatten das Geschehen fast immer im Griff. Das bei schwierigen äußeren Bedingungen gerade im Abwehrbereich Probleme auftauchen können, ist doch völlig normal. Letztlich sahen die drei um Torhüter Marcel Braun aber sehr sicher aus und haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Auch das neu formierte Mittelfeld mit Nic Geißler, Marcel Schönborn und Daniel Villareal sorgte dafür, dass sowohl die Abwehrarbeit als auch das Angriffsspiel klappten. Die Angreifer Torben Bischkopf, Mike Schlichting sowie Lasse Drews mit Mario Kindler versetzten die Pansdorfer sehr oft in Verlegenheit.
Wie wichtig Erfahrung ist, zeigte Ove Schulz bei den zwei verwandelten Elfmetern. Beide in sehr schwierigen Spielsituationen eiskalt verwandelt. Dass wir auch in der Breite noch gut besetzt sind, zeigen die Aus- bzw Einwechselungen. Raoul Konan kaum auf den Platz, schon nutzte Raoul die Vorarbeit zum vorentscheidenen vierten Tor. Und auch der eingewechselte Olli Grieger konnte durch glänzende Vorarbeit (Körpereinsatz) zum Torerfolg beitragen. Selbst Erkan Ates stand als Ergänzungsspieler kurz vor einem Torerfolg. Ein Sieg der von der gesamten Mannschaft herausgespielt /erkämpft wurde. Mike Schlichting hatte einen Übertag...... wir hoffen darauf, dass es davon noch einige gibt. Fazit: Ein Erfolg zum richtigen Zeitpunkt, die "Rote Laterne " wird wohl zum Jahreswechsel in Reinfeld hängen. Für unsere Mannschaft ein Achtungszeichen, aber mehr auch nicht, denn auch wir stehen auf einem Abstiegsplatz!!!!!Diesen wollen wir im Jahr 2010 so schnell wie möglich verlassen.
Gegen das Tabellenschlusslicht gab es eine böse Überraschung. Trotz guten Beginns und starken Anfangsviertelstunde mit einer guten Torschussmöglichkeit für Dennis Jaacks (5.), nahm das Spiel dann einen völlig unerwarteten Verlauf. Das Mittelfeldspiel war dabei entscheidend, wir vermochten es nicht, eng an den Gegenspieler heran zu schieben, so dass sich GWS immer mehr befreien und sicher nach vorne spielen konnte. In der 20. Minute nahm das Unheil seinen Lauf als Dennis Jaacks Mitte der eigenen Hälfte wegrutschte, Siebenbäumen das Spiel auf die Außenbahn verlagerte und der anschließende Querpass ohne Mühe eingeschoben werden konnte. Unsere Reaktion fiel verhalten aus. Erik Damm scheiterte mit einem direkten Freistoß am Außenpfosten (26.) und hatte in der 32. Minute die 100%ige, als er den Keeper aussteigen ließ, den Ball aber mit seinem schwächeren rechten Fuß neben das Tor setzte. Bei zwei weiteren guten Kontergelegenheiten der Lauenburger hatten wir dann Glück, nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Der Ausgleich fiel nach guter Vorarbeit von Jan Spindler. Alex Weiss nahm dessen Flugball gekonnt an und vollstreckte sicher (41.). nach einer weiteren Konfusion in unserem Strafraum provozierte Felix Wittky mit einer plumpen Aktion einen Elfer gegen uns, 1:2 (45.).
In der zweiten Halbzeit waren gerade einmal 30 Sekunden gespielt, der erste Angriff lief über Sinisa Galusic, Querpass auf Alex Weiss, 2:2 (46.). Der nächste Angriff rollte über Dennis Jaacks, doch der gut aufgelegte Jan Spindler brachte nicht genug Druck hinter dessen Flanke (49.). Jetzt begann die Zeit der katastrophalen Defensivarbeit auf beiden Außenbahnen, Pässe in die Tiefe reichten aus, um uns auszuhebeln und den Todesstoß zu versetzen, die Aktionen zu den weiteren Gegentoren ähnelten sich fatal. Zuerst fehlte Erik Damm der entscheidende Schritt, so dass Keeper Lars Möller zum Foulspiel genötigt wurde, Elfer, 2:3 (57.). Dann ließen sich Jan Spindler (68.) und Andre Albrecht (69.) ebenso düpieren und schon war der Endstand hergestellt. Von einem Aufbäumen war in der Schlussphase wenig zu erkennen, zu schwach waren heute vor allem unsere Kreativspieler. Somit bleibt ein bitterer Beigeschmack, den wir wohl oder übel mit in die Winterpause nehmen müssen.