FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN


Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...

Sonntag, 21. Dezember 2008


FC Arsenal vs. Tottenham Hotspur - Judas und Kanonen

Neun Vereine aus dem Großraum London spielen teilweise in der ersten oder zweiten englischen Liga. Jede Menge Spielraum für ein komplexes Netzdiagramm aus blutigen Clubfehden. Könnte man denken. Ist aber nicht so. Viel eher scheint der Fußball-Überschuss eine beruhigende Wirkung auf die lokalpatriotische Gesinnung der Fans zu haben. Bis auf den Nordosten Londons, denn da ist man sich richtig spinnefeind.

Keine vier Kilometer liegen zwischen Arsenals neuen Emirates Stadium und der Spielstätte von Tottenham Hotspur an der White Hart Lane; viele Fans der beiden Vereine arbeiten oder leben miteinander. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen definieren sich die beiden Clubs durch ihre gegenseitige Abneigung. Kein Lied singt der Arsenal-Fan passionierter als "Steht auf, wenn ihr Tottenham hasst", und kein Spurs-Fanatiker grölt lauter als bei der folgenden unmissverständlichen Selbstdefinition: "Wir hassen Arsenal und wir hassen Arsenal. Wir sind die Arsenal-Hasser."

Sportliche Begegnungen zwischen Tottenham-Hassern und Arsenal-Hassern finden regelmäßig statt, langweilig sind sie nie. Kaum ein Spurs-Fan wird jemals den spektakulären Freistoß aus 30 Metern vergessen, mit dem Paul Gascoigne am 14. April 1991 einen 3:1-Sieg gegen Arsenal in Wembley einleitete. Und kein einziger Tottenham-Fan hatte Verständnis für den englischen Nationalverteidiger Sol Campbell, als dieser 2001 von der White Hart Lane zu Arsenal wechselte. Am Tag danach hingen aufgebrachte Fans eine lebensgroße Campbell-Puppe an einem Laternenpfahl auf. Um deren Hals baumelte ein Schild mit der Aufschrift "Judas".

Die Ursache für diese beherzte Fan-Feindschaft liegt fast 90 Jahre zurück. 1919 wurde die erste englische Liga zeitweilig auf 22 Teams aufgestockt. Für Tottenham kam diese Entscheidung gerade zur richtigen Zeit – schließlich befanden sich die "Spurs" am Ende jener Saison auf dem letzten Tabellenplatz. Es sollte aber nicht so kommen: Der Verband beschloss, dass weder Tottenham, noch der Zweitliga-Dritte Barnsley die First Division aufstocken sollte, sondern der FC Arsenal – damals nur auf dem fünften Platz der Second Division. Bis zum heutigen Tag behaupten Tottenham-Historiker, dass Sir Henry Norris, ein Arsenal-Vorsitzender und einflussreicher konservativer Politiker, den Aufstieg der "Gunners" (eine Kanone im Vereinslogo) und Abstieg der "Spurs" erkauft habe.


Newcastle United vs. FC Sunderland - Kindisches Duell

Anders als bei den Duellen Arsenal gegen Tottenham oder Manchester gegen Liverpool hat die Rivalität zwischen Newcastle und Sunderland wenig mit Sport zu tun. Beide Städte befinden sich im industriellen Nordosten Englands, beide Städte liegen an einem großen Fluss (Newcastle an der Tyne, Sunderland an der Wear), und beide Städte leben traditionell vom Kohlebau und Handel. Ende des 16. Jahrhunderts vergab König Charles I. exklusive Handelsrechte an Newcastle. Als 1642 der englische Bürgerkrieg ausbrach, schlugen sich die Bürger von Sunderland auf die Seite der schottischen Rebellen.

400 Jahre später hat sich wenig geändert im Bezirk Tyne & Wear. Newcastle-Fans nennen Sunderland-Anhänger nur "Dirty Mackems" ("Schmutzige Schotten"), und reden von sich selbst als "Geordies", was sich auf King George bezieht – den Nachfolger des exekutierten Charles I.

Das "Tyne-Wear"-Derby ist vielleicht das kindischste von allen auf der Insel: Angeblich verweigern fanatische Newcastle-Fans den Verzehr von Schinken, da sie die rot-weiße Musterung an das Trikot des Erzfeindes erinnert. Sunderland-Fans wiederum boykottierten Mitte der Neunziger "Sugar Puffs" (in Deutschland als "Smacks" im Handel), nachdem der damalige Newcastle-Coach Kevin Keegan diese in einem Werbespot als sein Lieblingsfrühstück gepriesen hatte.

Umso mehr Respekt verdient Michael Chopra, seines Zeichens Stürmer beim FC Sunderland. Chopra, ein Halb-Inder mit englischem Pass, wechselte von Cardiff FC an die Wear. Sein erstes Ligator hatte er 2006 aber im Newcastle-Trikot geschossen – gegen Sunderland.


West Bromwich vs. Wolverhampton - Schwarzes Land

"The Black Country" nennt sich das Gebiet nördlich und westlich von Birmingham, weil der Kohlebau hier einst besonders intensiv betrieben wurde. Über das "Black Country Derby" zwischen West Bromwich Albion und den Wolverhampton Wanderers wird heutzutage wenig berichtet, schließlich spielen beide Vereine schon länger nicht mehr in der Premier League. Trotzdem ist es immer noch ein Klassiker – und mit Sicherheit das exzentrischste aller englischen Derbys.

Die Fans der Wolverhampton Wanderers nennen sich die "Wolves", was noch ziemlich einleuchtet. Aber das "Black Country" ist nicht nur für seine Rohstoffreserven berühmt, sondern auch für den merkwürdigen Akzent, der hier gesprochen wird. "Yow am" sagt man hier anstatt von "You are", und die Menschen aus Birmingham nennen die Leute vom Land deswegen die "Yam Yams".

Die Anhänger von West Brom heißen "the Baggies", wofür der Grund schon sehr unklar ist; wahrscheinlich hat es etwas mit der luftigen ("baggy") Kleidung der Fabrikarbeiter in der Gegend zu tun. Wolves-Fans haben unter "Baggies" wiederum andere Namen: "The Tatters" (in etwa: "Die Zerfledderten") oder "The Dingles", benannt nach einer unsympathischen Familie aus der Soap-Opera "Emmerdale". Am unbegreiflichsten ist wohl der Schlachtruf von West Brom: "Boing Boing Baggies", singt man hier. Dabei hüpfen die Fans auf und ab und schütteln wie wild mit den Armen um sich.

Noch eine Eigenheit des "Black Country Derbys": Beim Einmarsch der rivalisierten Teams ertönt in beiden Stadien traditionell ein erstaunlich grooviger Rocksteady-Track namens "The Liquidator" von der jamaikanischen Ska-Combo Harry J. Allstars aus dem Jahr 1969. Seit Ende der achtziger Jahre hat die örtliche Polizei immer wieder versucht, diesen Song zu verbieten – weil er "obszöne und verletzende Fangesänge" zwischen den beiden Lagern ermutige. "The Liquidator", das sei angemerkt, ist eine Instrumental-Nummer.

Bei so vielen Wortspielereien und bizarren Ritualen ist es erstaunlich, dass im "Black Country" auch noch Fußball gespielt wird. Neben unzähligen heiß umfochtenen Ligaspielen trafen sich die Lokalrivalen erstaunlich oft im Ligapokal. Von zehn dieser Begegnungen gewannen die Wolves zwar nur eines (1949), holten damals aber auch den Pokal.

"In den vergangenen Jahren hat es sich gelohnt, ein West-Brom-Fan zu sein", so Iain Bate, Webmaster der Fansite West Bromwich Albion Mad. Vorige Saison gewannen die "Baggies" vier Mal gegen die "Wolves": Zwei Mal in der Liga, zwei Mal in den Playoff-Spielen. West Brom spielte dann im Finale gegen Derby County um den Aufstieg, verlor aber 0:1 und darf sich deswegen diese Saison auf ein Wiedersehen mit den "Dingles" aus Wolverhampton freuen.

Der Begriff "Derby" hat natürlich mit der Stadt Derby zu tun. Wahrscheinlich aber nichts mit dem Fußball, der dort gespielt wird: Schon 1780 eröffnete der zwölfte Duke von Derby ein Pferderennen, das als "The Derby" bekannt wurde.

Wir brauchen mehr Schiedsrichter !!!!


Wieder einmal sind unsere Vereine im Kreisfußballverband aufgerufen, geeignete Sportkameraden für die Ausbildung zum Schiedsrichter zu melden. Mir ist klar, dass diese Aufgabe unsere Fußballspartenleiter und ihre Mitakteure schwer belastet. Ist es doch schon schwer genug, den Spielbetrieb im Verein zu organisieren und aufrechtzuerhalten, Qualifizierungsmaßnahmen der Betreuer und Trainer einzuleiten und zu begleiten, für Fairplay im Verein und auf den Plätzen zu sorgen, usw., usw.! Niemand wird den in dieser Verantwortung stehenden Funktionären die Einsicht zur Notwendigkeit der Schiedsrichterausbildung und den guten Willen, diesem Aufruf gerecht werden zu wollen, absprechen.


Dennoch gelang es in der Vergangenheit nicht, für eine ausreichende Anzahl von Schiedsrichtern zu sorgen. Das Problem ist leider tief greifend und liegt in den Veränderungen unserer Gesellschaft begründet. Eigentlich gibt es immer noch genug Aktive unter den Senioren- und Altherrrenspielern, die für das Schiedsrichteramt uneingeschränkt geeignet wären; allein die Zeit und bei vielen allerdings auch der Wille, in diesem Sinne für den Verein und den Fußballsport anzutreten, ist nicht oder nicht ausreichend vorhanden. Dazu kommt, dass der „Job“ des Schiedsrichters für viele negativ belastet ist.


Allgemeine Meinung: ständig ist man in dieser Funktion in der Kritik und Lob gibt es ganz selten. Ganz klar: für das Schiedsrichteramt sind starke Charaktere gefragt, von denen es in den Vereinen auch nur eine beschränkte Anzahl gibt. Und dennoch bitte ich alle Vereine eindringlich - insbesondere diejenigen, die bereits seit einiger Zeit unter dem Schiedsrichtermangel leiden - sich ganz intensiv und verstärkt um die Gewinnung von neuen Schiedsrichtern einzusetzen. Ohne neue gut ausgebildete Schiedsrichter wird es auf Dauer keine qualifizierten neutralen Spielleitungen in den Leistungsklassen mehr geben, geschweige denn in unseren mehr freizeitorientierten unteren Spielklassen.



Ergänzend – weil vorgenanntes nicht reichen wird - bitte ich zusätzlich um Benennung von Sportkameraden, die bereit sind, sich in eingeschränkter Weise zumindest im Jugendbereich als Spielleiter einsetzen zu lassen. Auf unsere zu Beginn des Jahres zum Schiedsrichter-/Spielleiterprojekt gemachten Ausführungen, die in den News und im Forum nachzulesen sind, nehme ich Bezug. Hierzu eine kurze Zwischenbilanz: Nach Ablauf eines halben Jahres „Projekt-Probelauf“ können wir dank des engagierten Einsatzes des SR-Ansetzers Rolf Rosenthal im Senioren- und Altherrenbereich und Horst Heinemann im Jugendbereich mit Genugtuung feststellen, dass die Zahl der Nichtantretungen drastisch zurückgegangen ist.


Für den in der Vergangenheit leider vernachlässigten Jugendbereich gilt dies ganz besonders, wie dem News-Bericht vom 16.12.2008 von Horst Heinemann zu entnehmen war. Wir sind insoweit auf einem neuen und guten Wege. Dies darf uns aber nicht davon abhalten, verstärkt um den weiteren Zulauf von geeigneten Sportkameraden für das Schiedsrichteramt bzw. die Spielleiterfunktion zu werben. Zu den Daten des neuen Schiedsrichter-Anwärterlehrganges informieren Sie sich bitte in unseren KFV-News oder über die nachfolgend verlinkte Ausschreibung des Schiedsrichterausschusses.



Bei sich weiterhin ergebenden Fragen zur Schiedsrichterausbildung kontaktieren Sie bitte unseren Schiedsrichter-Lehrwart Rolf Wichterich, Tel. 04544-1494, Email: r.wichterich@t-online.de, bei Fragen zur Spielleiterfunktion im KFV-Projekt unser Mitglied im Jugendausschuss Horst Heinemann, Telefon 04501 – 436, E-mail: hwheinemann@t-online.de


Schiedsrichter-Anwärter-Lehrgang 2009 in Mölln


Damit möglichst viele Fußballspiele im Kreis (Jugend und Senioren) von neutralen Schiedsrichtern geleitet werden können, benötigen wir dringend neue (Nachwuchs) Schiedsrichter. Aus diesem Grund bietet der KFV Lauenburg auch 2009 wieder einen Schiedsrichter-Anwärterlehrgang an. Als Termine für die Ausbildung sind vorgesehen:


Samstag, 07.02.2009 13.00 - 18.00 Uhr
Sonntag, 08.02.2009 09.00 - 13.00 Uhr
Samstag, 14.02.2009 13.00 - 18.00 Uhr
Sonntag, 15.02.2009 09.00 - 13.00 Uhr
Samstag, 21.02.2009 13.00 - 18.00 uhr
Sonntag, 22.02.2009 ab 10.00 Uhr (Prüfung)

Der Lehrgang findet diesmal im Sportlerheim am Waldsportplatz Mölln. Ratzeburger Str. 37, 23879 Mölln statt.

Schiedsrichter kann werden, wer
a) mindestens das 12. Lebensjahr vollendet hat;
b) Mitglied in einem Verein ist;
c) bereit ist, regelmäßig Fußballspiele zu leiten;
d) bereit ist, die regelmäßig stattfindenden Lehrabende bzw. Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen.



Nach bestandener Prüfung habt ihr als Schiedsrichter auf Probe zu jedem Spiel in Schleswig-Holstein freien Eintritt; nach Ablauf der Probezeit sogar zu jedem Spiel auf Bundesebene (also auch für jedes Bundesliga-Spiel). Alle Vereine können ab sofort geeignete Sportkameraden für den Schiedsrichter-Anwärterlehrgang 2009 beim Schiedsrichterlehrwart mit den Angaben zum Verein, Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Wohnanschrift, Telefon (der Vordruck ist als pdf-Datei unter nachfolgendem Link abrufbar, ebenso ein Vordruck für Minderjährige) schriftlich anmelden.
Die Lehrgangsgebühr pro angemeldeten Schiedsrichter-Anwärter beträgt 50,-- Euro und wird nach Beginn des Lehrgangs von den meldenden Vereinen über die Ordnungsgeldliste erhoben. Anmeldeschluss ist der 17.01.2009!


Die Anmeldung ist zu richten an:


KFV Lauenburg - Kreisschiedsrichterausschuss Schiedsrichterlehrwart Rolf Wichterich
von Parkentinstr. 17, 23919 Berkenthin Tel. 04544-1494, Email: r.wichterich(at)t-online.de

Samstag, 20. Dezember 2008

VERBANDSLIGA SÜD/OST vom SAMSTAG


Sereetzer SV – SV Breitenfelde 4-3 (1-1)


In einem spannenden und torreichen Spiel gewannen die Hausherren knapp, aber nicht unverdient. Fast im Alleingang beendete Sebastian Wenchel mit seinem Dreierpack die starke Auswärtsserie (erste Niederlage) der Lauenburger. Die Sereetzer bestimmten die erste Halbzeit, Wenchel (3.) brachte den Gastgeber früh in Front.


Mit ihrer einzigen guten Chance vor der Pause glich Jan Klötzner (12.) schnell aus. Nach dem Wechsel war der BSV gleichwertig, doch die Führung erzielte wieder Wenchel (49.). Der BSV schlug durch Oliver Strube (73.) erneut zurück, drei Minuten später schoss Daniel Kruse den BSV erstmals in Front. Die Sercander-Elf war aber keinesfalls geschockt, Wenchel (80.) traf mit seinem dritten Treffer zum Ausgleich. Bevor sich die Gäste davon erholen konnten, schlug es eine Minute später wieder im BSV-Gehäuse ein: Christopher Strunck sorgte per Foulelfmeter für die knappe Entscheidung und freudige Gesichter auf der anschließenden Weihnachtsfeier.


Sereetz: Schmidtke – Aktürk, Behnke, Ullrich, Willers (46. Jahrling) – Ahrens, Jobst (58. Krause), Strunck, Müller – Mendig (60. Baetge), Wenchel


B`felde: Hansen – Bahr, Felsner, Holst (64. Kreutzfeld), Tybussek - Becker, Kempf (64. Khartey), Strube, Ringels – Klötzner, Kruse

KREISLIGA LÜBECK/LAUENBURG vom DONNERSTAG


TSV Travemünde – TSV Kücknitz 5-1 (4-0)


Am Donnerstagabend verloren wir auch das letzte Punktspiel vor der Winterpause gegen den TSV Travemünde mit 5:1. Eröffnet wurde das Spiel durch einen Freistoß von Björn, der an Latte an die Latte krachte. Danach ging es Schlag auf Schlag und wir geizten dabei nicht mit Geschenken. Das 1:0 fiel nach einem Freistoß und durch ein Kopfballtor unseres letztjährigen Kameraden Tobias Söhns.


Das 2:0 sowie das 3:0 servierten wir dem Sturm von Travemünde direkt in den Fuß, so das die Partie im Grunde nach 11. Minuten (!) entschieden war. In der Folgezeit kamen wir auch zu der einen oder anderen guten Chance durch Olli und Flo, konnten diese aber nicht verwerten da der Travemünder Keeper Marco Maaß einen guten Tag erwischte. Vor der Halbzeit fingen wir uns noch das 4:0 aus kurzer Distanz.



In der zweiten Halbzeit war die Partie ausgeglichener und wir konnten uns ein kurzzeitiges Übergewicht erarbeiten. Mitte der Halbzeit konnte Travemünde einen Angriff erfolgreich abschließen und das 5:0 aus spitzem Winkel erzielen. Nach schöner Vorarbeit von Flo kamen wir durch Olli noch zum Ehrentreffer. 10 Minuten vor dem Ende wurde Andy nach gelb und gelb/rot vom Platz gestellt. Eine sehr fragwürdige Entscheidung vom ansonsten guten Schiedsrichter Hoffmann, die aber sicher nicht mehr entscheidend war.

Freitag, 19. Dezember 2008

ENGLISCHE FUSSBALLVOKABELN - Hattrick für die Queen

von Philip Oltermann

Fußball ist auf der Insel eine ganz wichtige Sache. Noch wichtiger ist es allerdings, über den Rundledersport zu fabulieren. Doch Obacht: Wer die Fachbegriffe nicht beherrscht, ist ganz schnell draußen. Darum gibt es jetzt den Vokabeltrainer.

Sie sind bekannt für emotionale Fangesänge der Marke "You'll never walk alone" aber auch für Hasstiraden des Kalibers "You're shit and you know you are". Wer einmal im Block der Engländer live Zeuge wird, wie die eigenen Spieler (bevorzugt David Beckham) nach einem verlorenen Elfmeterschießen bei einem großen Turnier beschimpft werden, wünscht sich spätestens zu diesem Zeitpunkt einen Crash-Kurs mit den wichtigsten englischen Fußballvokabeln.

Ein weiterer Einsatzort für die neu erlernten Fachbegriffe ist das Tagesgeschäft als Fan auf der Insel. Wenn etwa ein Trainer wie Coach Sam Allardyce davon im Englischen davon spricht, niemals "bungs" angenommen zu haben, fragt sich der Laie schon, warum Allardyce bestreitet, jemals "Korken" bekommen zu haben. Doch das Wort hat noch eine weitere Bedeutung.


A wie "academic"

"An academic", das ist im normalen englischen Sprachgebrauch jemand, der an einer Universität angestellt ist, ein Akademiker also. Im Munde von Fußball-Kommentatoren wird aus dem Nomen allerdings oft ein Adjektiv. Und wenn John Motson von der BBC sagt, dass das Spiel des sicheren Absteigers Sheffield United gegen die bereits geretteten Wigan Athletics nur noch "academic" sei, will er damit nicht sagen, dass die Spieler auf dem Platz besonders kluge Köpfe sind. Im Fußball bedeutet "academic" unwichtig, irrelevant, höchstens von Interesse für angehende Statistiker.

B wie "bung"

"Sam Allardyce told the BBC that he had never taken, asked for or received a bung", konnte man vergangenes Jahr in der britischen Presse lesen. Ein bisschen hörte sich das so an, als wollte der ehemalige Trainer der Bolton Wanderers, mittlerweile bei Newcastle United, bestreiten, dass er Drogen konsumiert hatte. Nicht so. Bei "bungs" handelt es sich um Schmiergelder zwischen Trainern und Spielerberatern. Ursprünglich ist ein "bung" allerdings ein Korken, der das Loch einer Flasche oder eines Fasses stopft. Wofür es im Deutschen ja eins der schönsten Wörter überhaupt gibt: den "Pfropfen".

B wie "ballistic“

"Ballistic" hingegen ist eins der schönsten englischen Wörter. Hört sich ein bisschen so an wie eine Kreuzung aus "ball" und "artistic": Die Bezeichnung für einen Ballkünstler also! Leider völlig falsch. "To go ballistic" heißt es im Volksmund, wenn einer die Fassung verliert und ausrastet. Alternativen dazu: "to go mental" oder "to go berserk" oder "to go apeshit". Im Fußball, und besonders im englischen, sind solche Gefühlsausbrüche durchaus positiv als Zeichen totaler Hingabe zu werten. In diesem anerkennenden Sinne benutzte auch jener "Sun"-Redakteur das Wort "ballistic", als er im Sommer 2000 die wohl wunderbarste Schlagzeile aller Zeiten entsann. Provinzclub Coledonian Thistle hatte gerade Celtic Glasgow im schottischen Pokal geschlagen, im Fernsehen lief das Musical "Mary Poppins". Darin singt Julie Andrews ein Lied namens "Supercalifragillisticexpialidocious". Moment mal, dachte sich der Herr "Sun"-Redakteur. Am nächsten Morgen stand auf der Sportseite: "Super Caley Go Ballistic, Celtic Are Atrocious".

C wie "clean sheet"

Über einen "clean sheet" freut sich Torhüter Paul Robinson gerne in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Nein, um saubere Bettlaken geht es hier nicht, schon eher um die sprichwörtliche weiße Weste: "to keep a clean sheet" übersetzt sich in etwa wie "hinten muss die Null stehen". Im nordamerikanischen Eishockey wird ein Spiel ohne Gegentreffer für den Torwart als "Shutout" bezeichnet.

D wie "dribbling"

Dribblings kennt jeder, schließlich wird ja auch in der Bundesliga durch Strafräume getrickst. Nur scheint die internationale Popularität des "Dribblings" sich negativ auf den englischen Sprachgebrauch ausgewirkt zu haben. Von "Dribblings" redet keiner mehr, Kommentatorensprache ist präziser geworden: Man redet von "swivels", "stepovers", "swerves", "dummies" oder auch "shimmies". Weiterhin geläufig ist der zweite Sinn des Wortes. "Stop dribbling!" heißt einfach: "Hör auf zu sabbern!".

E wie "early doors"

Bevor er sich durch rassistische Äußerungen selbst ins Abseits brachte, war "Big Ron" Atkinson einer der Größen der Kommentatorengilde – auch deshalb, weil er die englische Sprache stets mit den sinnlosesten Wortkreationen bereicherte. "Early doors" ist pures "Ronglish": "Everton went down early doors when Christiano Ronaldo beat the off-side trap in the third minute" heißt "Everton geriet früh in Rückstand, als Cristiano Ronaldo in der dritten Minute der Abseitsfalle entwischte." Ist doch einfach. Oder? Was murmeln Sie da in der hintersten Reihe? Kann man nicht einfach, "early" sagen? Natürlich. Aber das wäre dann kein formvollendetes "Ronglish".


F wie "fresh air"

Aus Nomen werden im Englischen schnell einmal Verben. Wenn ein Spieler einen Schuss "fresh-aired", dann trifft er leider den Ball nicht und schlägt wahrscheinlich nebenbei noch ein "Luftloch".

G wie "Geoff Hurst"

1966 schoss Geoff (sprich: "Dscheff", nicht "Dsche-off", und erst recht nicht "Goff") Hurst England mit drei Toren gegen Deutschland zu ihrer weiterhin einzigen Weltmeisterschaft. Ob dies ein echter Hattrick war, darüber lässt sich streiten. Aber wieso reden Studenten auf der Insel von einem "Geoff", wenn sie über ihre Abschlussnoten diskutieren? Ganz einfach: Die englische Bestnote ist ein "First", und das reimt sich eben mit "Geoff Hurst". Also: First = Geoff. Die zweitbeste Note ("2:1"), nennt man auch "Attila" oder "Don", denn "Attila the Hunn" und "Don Juan" reimen sich mit "two, one". Und ein "Desmond"? Klar, die Note "2:2", ist nach dem südafrikanischen Bischof Desmond Tutu benannt. Diese Wortspielerei nennt sich "Cockney Rhyming Slang" und stammt eigentlich aus dem Osten Londons, wird aber heutzutage auf der ganzen Insel und auch unter angehenden "academics" praktiziert.

G wie "gift-wrapped"

Jene gutplatzierten Flanken, die der Deutsche gern als "butterweich" bezeichnet, nennt der Engländer "gift-wrapped", also metaphorisch verpackt wie ein schönes Geschenk. So könnte man zum Beispiel folgenden Satz im Radio hören: "Beckham's cross was gift-wrapped – Crouch had to just nod it over the line. And of course the crowd is going ballistic." Beliebte Alternativen sind "gilt-edged" und "gold-embossed".

H wie "hat-trick"

Dass ein Spieler, der drei Tore in einer Halbzeit erzielt, einen "Hattrick"-im deutschen zusammengeschrieben, geschafft hat, das ist allgemein bekannt. Dass die Engländer es mit ihrer Definition nicht so ernst nehmen, und dass es in der Premier League schon zu einem Hattrick reicht, wenn man drei Tore in 90 Minuten schießt, das wissen schon weniger. Woher aber der Ausdruck "Hattrick" stammt, das ist selbst manchem Sprachwissenschaftler ein Rätsel. Einer geläufigen Theorie zufolge kommt das Wort aus den Zeiten Queen Victorias. Wenn ein Zauberer erst ein, dann zwei, und schließlich drei weiße Kaninchen aus seinem Zylinder hervorholte, dann war das sein "Hattrick". Ein "lupenreiner" Hattrick nach deutscher Definition, also drei in einer Halbzeit ohne einen zwischenzeitlichen anderen Torschützen, ist ein "classic hat-trick".

H wie "handbags"

Der "Daily Mirror" berichtete am 27. Juli 2005, dass es bei einem Freundschaftsspiel zu einer Rangelei zwischen David Beckham und seinem Gegenspieler Tokyo Verdy gekommen sei. Die Zeitung zitierte den Star von Real Madrid: "Only handbags, but nothing much". "Es waren nur Handtaschen, sonst nichts". Wie bitte? Prügelte sich der modebewusste Beckham jetzt etwa schon um die neueste Gucci-Kollektion? Möglich, aber unwahrscheinlich. "Handbags" sind im Insel-Slang verbale Auseinandersetzungen oder kleinere Rangeleien auf dem Platz. Der komplette Ausdruck lautet "Handbags at ten paces", was im Deutschen wohl "Handtaschen im Morgengrauen" wäre und bezieht sich auf einen Sketch der Comedy-Truppe Monty Python, in dem sich ältere Damen ihre Schminktäschchen um die Ohren hauen.


I wie "inside ten minutes"


Trainer- und Kommentatorenveteran Ron Atkinson schaffte es immer wieder, seine absurden Wortwendungen in der Umgangssprache der Engländer zu verankern (siehe auch "early doors"). Ein anderes "Ronglish"-Beispiel ist der Ausdruck "inside ten minutes", und schon wieder befasst dieser sich mit der Anfangsphase des Spiels. "Arsenal were pushing for an early lead, but inside ten minutes they found themselves down by one goal". Wieso "Big Ron" diesen Ausdruck lieber benutzte als z.B. "after nine minutes", weiß keiner genau. Trotzdem, und vielleicht gerade deshalb, hört man "inside ten minutes" weiterhin im englischen Fernsehen.


J wie "jumpers-for-goalposts"


Nicht nur beim Fachsimpeln im Pub gehört es sich, die richtigen Vokabeln zu kennen. Auch wer sich mit den Kollegen oder Kommilitonen zum Kicken im Park trifft, will linguistisch versiert sein. "Do you want to meet for a kick-about in Regents Park today?" "Yes. But are there any goals?" "Don't worry. We'll just play jumpers-for-goalposts". "Jumper" ist der in Großbritannien gängige Ausdruck für Pullover. "Jumpers-for-goalposts" heißt deswegen: Komm, wir bauen uns einfach mit unseren Pullovern zwei Pfosten.


K wie "kick-off"


Mit dem "kick-off" am Anstoßkreis fängt jedes Spiel an. Aber vorsicht: Der "kick-off" ist doppeldeutig. Wenn ein Freund Sie aus einem Pub anruft und sagt, "The game is about to kick off", dann können Sie ihm getrost ein unterhaltsames Spiel wünschen. Wenn er aber sagt, "Things are really about to kick off in here", dann rufen Sie lieber die Polizei: Im Pub bricht nämlich gleich eine Schlägerei aus.


L wie "left foot"


Noch so eine ungeschriebene Regel der englischen Mundart. Der linke Fuß kann "verlässlich" ("trusty"), "gelehrt" ("educated"), oder sogar "kultiviert" ("cultured") sein. Der rechte Fuß hingegen verdient sich selten solche Attribute und darf immer nur Fuß sein.


M wie "manager"


Klassischer Anfängerfehler: In England ist der "manager" nicht derjenige, der Spielerkäufe tätigt, sondern der, der die Mannschaft trainiert, sprich: der Trainer. Apropos Trainer: Ein "trainer" ist kein "manager", sondern ein Turnschuh. Alles klar?


N wie "nil"


Wer sagt, dass es im Spiel England gegen Israel immer noch "zero zero" steht, entpuppt sich sofort als nicht-Engländer. Der native speaker sagt "nil nil". Diese Regel hält allerdings wirklich nur beim Nennen von Sportergebnissen. Wenn Sie einem Engländer von Schalke 04 vorschwärmen wollen, dann sagen sie lieber "Schalke Oh Four" anstatt "Schalke Zero Four". Das gleiche gilt für Telefonnummern. Und das Wort "zero" ist in England keineswegs als Amerikanismus verschmäht: Wenn David Beckham sich mal wieder vom Retter zum Versager der Nation gewandelt hat, dann steht in den Zeitungen gewiss "From Hero to Zero".


O wie "opportunities"


Außer "Ronglish" gibt es auch "Svenglish". Zum Erstaunen seiner Kritiker war Englands ehemaliger Cheftrainer Sven Göran Eriksson auch in der Sprache seines adoptierten Heimatlandes erstaunlich eloquent. Nur einen Tick konnte er sich nie abgewöhnen: Anstatt von "Chancen" ("chances") redete Eriksson stets von "Gelegenheiten" ("opportunities"). Neben seinen einsilbigen Spielern wirkte Sven damit eher wie ein Fußballexistentialist als ein Fußballexperte.


P wie "Prawn Sandwich Brigade"


Klassenbewusstsein beherrscht weiterhin die Psyche der englischen Nation – auch im Fußballstadion. Früher war es jedoch einfacher, zwischen den beiden Schichten zu unterscheiden: Unten auf den "terraces" standen die Arbeiter, und oben, in den "executive lounges" saßen die reichen Bonzen. Seitdem es in den Stadien der Premier League keine Stehplätze mehr gibt, wird der soziale Status im Volksmund kulinarisch definiert. Der Normalo-Fan isst in der Halbzeitpause eine "Pie", eine Blätterteigpastete mit Hackfleisch, während das solventere Publikum lieber einen Sandwich mit Krabbensalat vertilgt. Die "Prawn Sandwich Brigade" ist eine Wortkreation des ehemaligen ManU-Rüpels Roy Keane, der sich nach einem laschen 1:0 gegen Dynamo Kiew im Winter 2000 über die fehlende Unterstützung der "corporate fans" beschwerte.


R wie "rabbit in the headlights"


Wenn ein Spieler wie eine Salzsäule erstarrt oder wie angewurzelt stehenbleibt, dann sagt man: "He’s like a rabbit caught in the headlights". Gekonnt platzierte Wortbilder wie diese beeindrucken jeden Briten – doch solllte man seine Metaphern in Zaum halten. Sonst fabriziert man noch solche "mixed metaphors", wie sie Fernsehkommentator George Hamilton einst erspann: "Real Madrid ist wie ein Hase im Scheinwerferlicht von Manchester Uniteds Attacke. Allerdings trägt dieser Hase eine Ritterrüstung in der Form von zwei wertvollen Auswärtstoren."


S wie "sitter"


Eine hundertprozentige Chance nennt man einen "sitter". Nicht klar ist, ob diese so heißt, weil der Ball eigentlich fest im Tor hätte sitzen müssen, oder weil man selbst diesen Treffer wohl auch im Sitzen erzielt hätte. Schöner noch als "to miss a sitter" ist "to scuff a sitter": eine Hundertprozentige "verschrammeln".



S wie "screamer"


"Mosside Boyd By Screamer" lautete eine Überschrift im "Daily Mirror" am 17.10.2006. Was heißt das? Der Artikel berichtete von einem Spiel in der irischen Liga, welches der Club Mosside 2:1 gegen Derriaghy Village gewonnen hatte. Der Schütze des 2:1 hieß mit Nachnamen Boyd, worin der Redakteur ein Sinnbild des Spiels sah: Der Treffer von Boyd war wie eine Boje ("buoy" - Verb: "buoyed" das "u" spricht man nicht mit), die das Team nach einem frühen Rückstand wieder nach oben trieb. Und der "Screamer"? Man nimmt an, dass der gute Herr Boyd sich nach dem Tor einmal richtig die Seele aus dem Leib geschriehen hat. Stimmt aber nicht. Ein "screamer" ist ein strammer Schuss, ein Strich, eine Rakete – benannt nach dem schrill schreienden Geräusch einer Haubitze ("Howitzer"). Verwechseln Sie jedoch bitte weder den "screamer" noch die "Howitzer" mit dem "howler". Ein "howler" ist kein fulminantes Tor, sondern eine versemmelte Hunderprozentige (siehe "sitter"). Manchmal ist die englische Sprache wirklich zum Heulen.


T wie "tapping up"


Der Ausdruck "to tap up" ist eine relativ neue Bereicherung des englischen Fußballwortschatzes. Er bezeichnet jenen Vorgang, wobei ein Spieler oder sein Agent ohne Mitwissen seines derzeitigen Arbeitgebers Kontake mit einem neuen Club knüpft. Populär wurde der Ausdruck vor allem während des Skandals um den damaligen England- und Arsenal-Verteidiger Ashley Cole, "who was tapped-up by Chelsea". Ein "tap" ist ein Wasserhahn, "to tap somebody for cash" heisst, sich etwas Geld zu pumpen. "Tapping" kann auch "anklopfen" heissen. Da beim "tapping up" immer eine Menge Geld und ein paar Holzköpfe mit im Spiel sind, befindet sich der Sinn dieser neuen Kreation wohl irgendwo in der Mitte.


T wie "Tinkerman"


Ob der Chefetage von Juventus Turin bewusst ist, dass sie mit Claudio Ranieri einen "Tinkerman" als neuen Trainer verpflichtet haben? So nannte man Ranieri auf jeden Fall während seiner Zeit bei Chelsea London. Ein "Kesselflicker" im wahren Sinne des Wortes war Ranieri zwar nicht, dafür bastelte der grauhaarige Italiener fast vor jedem Match an einer komplett neuen Mannschaftsaufstellung: "Ranieri likes to tinker with the team-sheet".


T wie "telegraph a pass"

Die konservativste seriöse Tageszeitung auf der Insel ist der "Daily Telegraph". Wenn ein Reporter jedoch auf der Sportseite des "Telegraphs" schreibt, dass Steven Gerrard in einer aussichtsreichen Position seinen Pass "telegraphiert" hat, dann verweist er damit weder auf seine eigene Publikation, noch will er sagen dass der Pass so hoch und weit wie ein Telegraphenmast flog. "To telegraph a pass" heisst, einen Pass so offensichtlich und unkreativ zu spielen, dass er leicht von der Abwehr abgefangen werden kann. Da hätte Steven Gerrard auch gleich ein Telegramm an den Verteidiger schicken können.


W wie "winker"


Zum Abschluss ein Schimpfwort. Wenn englische Fans "The referee’s a wanker" singen, dann kommentieren sie nicht des Schiris unsicheren, wankenden Gang, sondern unterstellen ihm, dass er eine Vorliebe für die Masturbation pflegt. "To wink" heisst eigentlich ganz unschuldig "zwinkern". Als Wayne Rooney allerdings im Viertelfinale der WM 2006 vom Platz gestellt wurde, und sein ManU-Teamkamerad Christiano Ronaldo hinterlistig seinem Trainer zuzwinkerte, war dem Schlussredakteur der "Sun" der Unterschied zwischen den beiden Wörtern egal. Über einem Bild von Ronaldo stand am nächsten Tag: "What a winker". Ein Jahr nach dieser Überschrift hat sich der junge Portugiese wieder ins Herz der Briten gespielt. Anstatt vom "little winker" schreibt die Boulevardpresse nur noch liebevoll von "Ron".


ZUR PERSON

Philip Oltermann, Jahrgang 1981, ist vor den Toren Hamburgs aufgewachsen, lebt aber seit rund zehn Jahren in England. Dort Schulabschluss und Studium in Oxford und London. Zurzeit freier Journalist und Literaturkritiker, unter anderem für "The Times", "The Independent", "The Guardian" und "Prospect". In der Nacht vor dem 1:5 in München geträumt: Deutschland gewinnt 3:0 gegen England, Gerald Asamoah schießt alle drei Tore.