FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN


Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...

Donnerstag, 29. April 2010



SSV Güster – Borussia Möhnsen 1-2


Eine Stimmung wie auf einem Dorffest. Ca. 100 Zuschauer tummelten sich an diesem Sonntag bei bestem Fußballwetter in der Güster-Bau Arena. Es war das Spitzenspiel der Rückrunde: SSV Güster - SV Borussia Möhnsen! In einem spannenden Spiel können sich die Gäste aus Möhnsen mit 2:1 durchsetzen. Das Spiel verlief nach dem Motto wer seine Chancen nicht nutzt, wird am Ende bestraft. Die ersten 10 Minuten gehörten den Gastgebern. Durch Abspracheprobleme und Unaufmerksamkeiten in der Borussen Abwehr ergaben sich gute Tormöglichkeiten für die Blau-Weißen. Genutzt werden konnte jedoch nur eine Chance zur kurzzeitigen Führung in der 8. Minute. Kossowski kann sich durchsetzten und nach gelungenem Zusammenspiel mit Fe. v. Warburg kann dieser zum 1:0 vollenden. Möhnsen fand dann besser ins Spiel und ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen. Ein gelungener Angriff über die rechte Seite, bei dem die Güsteraner Defensive unaufmerksam agierte, nutzte Torjäger Freund zum Ausgleich in der 15. Minute. Der SSV kam durch Kossowski oder Strube zu weiteren guten Möglichkeiten vor dem Tor, doch weitere Erfolgserlebnisse sollten an diesem Tage für den Gastgeber ausbleiben.


In der zweiten Halbzeit machte Möhnsen Druck. Die Borussen wirkten frischer und waren in der zweiten Halbzeit überlegen. Die SSV Defensive hielt jedoch gut dagegen und ließ nur wenige klare Tormöglichkeiten zu. Ein umstrittener Elfmeter für die Gäste in der 81. Minute brachte dann die Entscheidung. Ein Rückschlag, den die Trap-Elf trotz anschließender Überzahl nicht mehr verkraftet. Das Spiel endet 1:2. Nun heißt es Kopf hoch und weitermachen. Es folgen noch andere schwere Spiele, die wieder neue Motivation und Konzentration erfordern.






Die Revanche ist geglückt. Nach der bitteren 2:3 Hinspielniederlage konnte sich die Borussia mit einem 2:1 Auswärtssieg revanchieren. Dass an diesem Tage die beiden besten Mannschaften der Liga gegeneinander spielten, wurde schon durch äußere Bedingungen deutlich. Die Stimmung in Güster war der eines Spitzenspiels würdig. Zum Spiel: Die Gastgeber erwischten den viel besseren Start als die Borussia, die besonders in der Defensive diverse Lücken aufwies. Die "Men in Black" aus Möhnsen hatten Glück, dass es nach 15 Minuten nur 1:0 für den SSV stand. Mit dem ersten gelungenen Angriff über die an diesem Tag starke rechte Seite fiel wie aus dem Nichts der Ausgleich durch Robin Freund. Sturmpartner Dshivan Saleh legte den Ball perfekt auf und der Knipser der Liga hatte keine Probleme. In der Folgezeit war es dann ein offeneres Spiel - mit Vorteilen für die Güsteraner. Der SSV konnte die Lücken in der Hintermannschaft der Gäste jedoch nicht nutzen. Für die Borussia hatte Robin Freund kurz vor der Pause noch das 2:1 auf dem Fuß. In der 2.Hälfte wirkten die Borussen frischer und hatten einen Tick mehr Chancen. Die größte vergab Robin Freund in der 66. Minute, als er alleine auf den SSV Torwart Hamann zulief. Auch der SSV mit seiner starken Offensive konnte immer wieder Akzente setzen. In der 80. Minute setzte sich Robin Freund gegen zwei Güsteraner Abwehrspieler durch und wurde gelegt. Der starke Schiedsrichter Otto Bagusch vom TSV Gudow überlegte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt - Elfmeter! Auch wenn ein SSV Spieler versuchte, unseren Schützen Felix Stamer mit unfairen Sprüchen aus der Ruhe zu bringen, traf dieser sicher zum umjubelten Führungstreffer. Kurze Zeit später musste der gerade eingewechselte Robin Wind nach einem Foul im Mittelfeld mit Rot vom Platz. Eine harte, aber dennoch vertretbare Entscheidung. In den letzten Minuten drängte der SSV noch einmal auf den Ausgleich, die Borussen spielten es allerdings clever herunter und der eingewechselte Kim Seeliger hätte mit einem sehenswerten Freistoß fast noch das 3:1 erzielt. Ein toller Sieg, den die Mannschaft anschließend gebührend feierte. Alabelela.........


Möhnsen: Bastian Siemers - Matthias Kock , Tim Eiberg, Tarik Saleh, Frederik von Elm - Christoph Czygan, Daniel Schlingelhof, Maikel Perz, Felix Stamer - Dshivan Saleh, Robin Freund




SSV Güster – SG S`bek-Lütau 2-0


Das Nachholspiel gegen den SSV Schnakenbek war kein Feuerwerk der Fußballkunst. Unkonzentriertheiten, überhastetes Aggieren in den eigenen Reihen und viele Fouls des Gegners unterbrachen den Spielfluss. Dennoch konnte das Spiel verdient mit 2:0 gewonnen werden. Eine motivierte Mannschaft aus Schnakenbek legte von Beginn eine kampfbetonte Spielart an den Tag. Die Blau-Weißen fanden nicht richtig ins Spiel und es dauerte einige Zeit bis erste gute Chancen erspielt wurden. Das Spiel wurde kurz vor der Halbzeit innerhalb von zwei Minuten entschieden. Es war ein sehenswerter Angriff, der durch eine kluge Rückgabe Zignis auf Strube eingeteilt wurde. Strubes langer Ball landet bei Hauschild, der den Ball auf Lewinski quer legen kann und dieser muss nur noch einschieben. Das 1:0 in der 42. Minute! Zwei Minuten später kann Hauschild nach Vorlage Strubes aus 20 Metern das 2:0 erzielen.


Die zweite Halbzeit wurde kräftesparend runtergespielt. Tore konnten durch nur wenig zwingende Chancen nicht erzielt werden. Schiedsrichter Lüneburg pfeift pünktlich zur Abenddämmerung ab und das spiel endet 2:0. Erfreulich war die Leistung, der Ergänzungsspieler aus der II. Herren, die alle eine solide Partie spielten und sich gut ins Spielgeschehen einbrachten.



BSSV II – TSV Sahms 4-0


Der BSSV holt einen zu keiner Zeit gefährdeten Sieg gegen den Absteiger der Kreisklasse A. Heute empfing man den Tabellenletzten aus Sahms, die mit mageren vier Punkten aus der Liga absteigen werden. Trotz allem hatte man im Hinspiel seine Probleme und wollte heute keine Gefahr für einen Ausrutscher aufkommen lassen. Spielerisch gelang dem BSSV aber nicht viel. Unmengen von Abspielfehlern machten das Aufbauspiel des öfteren zu Nichte und so konnte man nur vereinzelt Chancen herausspielen, die wirklich für Gefahr sorgten. Nach einer halben Stunde wurde dann einer der wenigen ansehnlichen Angriffe in ein Tor umgemünzt. Nach Hereingabe von Garrit Uebelacker konnte Manuel Barwanietz aus kurzer Distanz den Ball über die Linie drücken. Der BSSV war überlegen und so wurde hinten nicht eine Torchance zugelassen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte der BSSV dann auf 2:0. Nach einem herrlichen Distanzschuss von Florian Kraak, war der Gästekeeper machtlos und der Ball schlug sehenswert ins Tor ein.


Nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild. Der BSSV war klar besser, konnte aber aus den Angriffen und Möglichkeiten nicht wirklich Profit schlagen. So war es aber dennoch Hinnerk Nitsch, der mit einem Kopball nach 60 Minuten auf 3:0 erhöhte. Nachdem im weiteren Spielverlauf viele Chancen, teilweise kläglich, vergeben wurden, konnte Axel Dierks 15 Minuten vor dem Ende noch auf 4:0 aufstocken. Nach einer Ecke nahm er den Ball volley und der Ball zog unhaltbar ins linke untere Eck. Dies war auch der Schlusspunkt in einer schlechten Partie, da die restlichen Angriffe verebbten.


Fazit: Nach einer schlechten Leistung fuhr man dennoch souverän die drei Punkte ein. Dies hat aber auch den Grund, dass in der Defensive nicht eine einzige Torchance zugelassen wurde. So stand hinten mal wieder die Null und man bereitet sich nun auf den nächsten Gegner Schnakenbek/Lütau vor.


BSSV: F. Neßler - S. Bourjau, B. Thiele, A. Dierks, G. Uebelacker - M. Kröhnert, F. Kraak, C. Nowitzke, H. Nitsch - B. Kokartis, M. Barwanietz




BSSV III – Möllner SV II 0:5 (0:2)


Wie in der Woche zuvor musste sich die zweite Mannschaft der MSV gegen eine Auswahl des BSSV beweisen. Der BSSV II konnte hierbei auf dem Möllner Waldsportplatz 2:1 besiegt werden. Nun ging es auf dem Kunstrasenplatz in Büchen gegen dessen dritte Mannschaft. Mölln war von Beginn an tonangebend. Demzufolge konnte Marijan Krivic schon in der 8. Minute den ersten Treffer für die Gäste erzielen. Die Vorarbeit hierzu leistete Kai Berte, der kurze Zeit später verletzt ausgewechselt werden musste. Florian Koßyk begab sich somit auf die Spielmacherposition, der eingewechselte Robert Ide übernimmt dessen Part als Sechser. Kurze Zeit später ist es dann der eben erwähnte Florian, der den zweiten Treffer für Mölln markieren kann. Nachdem Johannes Elfert nach einem guten Zuspiel von Marijan weit in den Strafraum eindringen konnte, legte er den Ball quer, sodass Flo keine Probleme hat, diesen einzuschieben. Im weiteren Verlauf kommt auch Büchen-Siebeneichen zu Möglichkeiten. Das Zusammenspiel der Außenpositionen im Möllner Team funktionierte nicht einwandfrei, was die Hausherren auszunutzen versuchten. Die gefährlichste Aktion ist sicherlich eine Hereingabe, die zu einem Lattentreffer führte. Der Stürmer der Gastgeber schien allerdings etwas verwundert, dass er den Ball Höhe der 5-Meter-Linie freistehend annehmen konnte. So kann er das Leder nicht ins Tor, sonder wie erwähnt nur an die Latte schießen. Die Möllner Abwehr kann die Situation anschließend klären. Ohne weitere Höhepunkte pfeift der Schiedsrichter schließlich zur Halbzeit.


Zu Beginn der zweiten Spielhälfte bleibt die MSV das aktiviere Team. Allerdings sollte es bis zur 60. Minute dauern, bis sich Mölln in Form von Florian Koßyk seine nächste Möglichkeit erarbeiten konnte. Eine schöne Kombination zwischen Marijan Krivic und Dennis Sykora endet in einem Pass, durch den Florian frei vorm Büchen-Siebeneichener Schlussmann auftaucht. Leider schafft er es nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Auch sein Fernschuss, den er nur kurze Zeit später auf das Gehäuse des Gastgebers abgibt, geht knapp vorbei. Besser macht es Marijan, der nach Zuspiel von Dennis seinen zweiten Treffer und somit das 3:0 aus Gästesicht erzielen kann. Doch auch Flo hatte sein Pulver noch nicht verschossen. Nach einem langen Freistoß aus der eigenen Hälfte von Tim Martens springt der Ball 20 Meter vor dem Büchener Tor auf. Florian schaltet am schnellstens, und erreicht den Ball vorm gegnerischen Torwart. So köpft er die Kugel über diesen hinweg ins Tor. Den Schlusspunkt setzt dann Dennis, der durch den eingewechselten Daniel Heitmann bedient wird. Dennis hatte sich während des Trainings allerdings das rechte Knie verdreht, sodass er zum Schuss mit seinem schwächeren Linken ansetzen musste. Da er den Ball trotzdem gut platziert schießen konnte, muss Büchen-Siebeneichens Torwart zum an diesem Tage fünften aber auch letzten Mal hinter sich greifen. Die Hausherren hatten bis auf einen Pfostenschuss nichts mehr entgegenzusetzen, sodass das Spiel mit 5:0 aus Sicht der Gäste endet. Die gute taktische und kämpferische Leistung der Möllner Mannschaft wurde somit gebührend belohnt.






Trotz einer der besten Saisonleistungen kassierte man gegen den Tabellendritten wie schon im Hinspiel eine viel zu deutliche Niederlage und muss nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen um den Klassenerhalt bangen. Nachdem die Dritte in der Vorwoche spielfrei hatte ging man Ausgeruht in die Partie und zeigte von Beginn an eine zumeist konzentrierte Leistung. Der Ball lief durch die eigenen Reihen und es wurden einige Tormöglichkeiten herausgespielt. Zuvor konnten die Gäste allerdings zwei individuelle Fehler der Büchener Hintermannschaft ausnutzen und zwei Tore erzielen (8./25.). Die besten Chancen der ersten Halbzeit hatte allerdings die Dritte: Andreas Tolle traf nach Hereingabe von Daniel Knust lediglich das Lattenkreuz und eine "missglückte" Flanke von Tobias Schliemann konnte der bärenstarke Gästetorhüter gerade noch über die Latte lenken. Kurz vor der Pause erzielte Felix Stingl fast den Anschlusstreffer, die Möllner Abwehr konnte allerdings in höchster Not auf der Linie klären.


In der zweiten Halbzeit entwickelte sich zunächst ein Spiel auf ein Tor: das Tor der Möllner. Ein Gewaltschuss von Garrit Uebelacker konnte der Keeper gerade noch an den Pfosten lenken. In dieser Phase des Spiels war die Führung der Gäste mehr als schmeichelhaft. Erst nach 65 Minuten drehten die Möllner auf und nutzten die schwindenden Kräfte der Büchener. Nachdem zwei Versuche ein Tor zu erzielen noch knapp am Tor vorbeigingen, war es ein Missverständnis zweier Abwehrspieler, welches das 0-3 einleitete. Nun war die Enttäuschung groß und in der Schlussphase erzielte der Tabellendritte zwei weitere Tore zum 0-5 Endstand.


FAZIT: Mölln agierte clever und nutzte seine Chancen eiskalt aus. Unnötige individuelle Defensivfehler, der starke Gästetorwart und das Pech verhinderten ein Punktgewinn der Büchener, die über 70 Minuten wenigstens gleichwertig waren! Gegen Sahms (15./4 Pkt.) MUSS ein Zeichen gesetzt werden bevor man zum schweren Auswärsspiel nach Elmenhorst muss!


BSSV III: 1 Bruhn 2 Bäcker 3 Stingl 4 Lenski (C) 5 Lohse 6 Tolle 7 Schliemann 8 Uebelacker 9 D. Knust 10 Lange 11 Kokatis 12 Heger.


MSV II: Hering – Elfert, Grube, Martens, Harmgarth – Reisner, Koßyk – Böhm, Berte, Sykora – Krivic.

Tore: 8 Min. 0:1 Krivic (Berte), 19. Min. 0:2 Koßyk (Elfert), 70 Min. 0:3 Krivic (Sykora), 81 Min. 0:4 Koßyk (Martens), 85 Min. 0:5 Sykora (Heitmann)



KREISKLASSE B


Linauer SV – Ratzeburger SV II 0-2

Und wieder galt es die nächsten 3 Punkte zu holen. Nur noch vier Spieltage und die RSV-Reserve eilt von Sieg zu Sieg. Dank den noch nicht erfolgten Nachholspielen belegt man immer noch den 1. Tabellenplatz und kann bei einem weiteren Sieg mehr und mehr nach der A-Klasse greifen. Dazu mussten aber erst einmal 3 Punkte am heutigen Sonntag in Linau geholt werden. Trainer Mirko Fischer musste gleich auf insgesamt 7 Akteure verzichten, da leider auch noch Mike Kamischke kurzfristig aus gutem Grund ausfiel. Onkel wird man ja nicht alle Tage, Katja Kamischke und Tochter sind wohl auf. Auch an die beiden alles erdenkliche Gute von der II. Herren. Trotzdem stand ein Kader von 14 Spielern zur Verfügung.

Das Spiel sollte in den ersten 20 Minuten von den Gästen angetrieben werden. Es waren eindeutig bessere Kombinationen und mehr Laufbereitschaft beim RSV zu erkennen. Leider konnten aber nur wenige zwingende Chancen erzielt werden. Veli Yasar vergab in der 18. Minute eine Großchance. Libero Sebastian Koch schlug einen lagen Ball und V. Yasar nahm diesen auch an, spielt den Torwart aus und sah nur leider zu spät, dass das Spielfeld zu Ende war. Das hätte die Führung sein müssen. Der RSV drückte bis zum 16er, aber weiter ging es nicht. Es erinnerte ganz stark an das Hinspiel in Ratzeburg. Dieses konnte jedoch noch mit 1:0 durch Mike Kamischke in der 78. Minute gewonnen werden. Danach sah es heute nicht aus. Der Schiri pfiff zur Halbzeit.

In der 15minütigen Pause sprach der Trainer den Jungs Mut zu. Sie sollten immer weiter kämpfen und dann würde man auch zum Erfolg kommen. Und tatsächlich: Gleich in der 48. Minute konnte Ratzeburg die Führung erzielen. Tom „Jones“ Jacobsen spitzelte den Ball auf der Torauslinie von rechts in den 16er und Soner Akinci stand genau richtig. 1:0 für den RSV. Die Linauer Spieler beschwerten sich vehement, da sie den Ball im Aus gesehen hatten. Tom Jacobsen und auch der Schiri hatte diese Situation aber richtig bewertet, da der Ball nicht im vollen Umfang die Linie überquert hatte. Somit war das Tor regelgerecht. Nun wurde die Partie immer hektischer und die Härte nahm auf beiden Seiten zu. Auch das Linauer Publikum beteilige sich nun lautstark. Die RSV-Reserve passte sich mehr und mehr dem Gegner an und kam mehr als einmal deutlich ins Schwimmen. Man bettelte geradezu um den Ausgleich. Dann trat der bis dato gute Schiedsrichter in Aktion. Reinhold Schlecht, der permanent durch seinen Gegenspieler mit der Nummer 10 widerlich beleidigt wurde, ließ gerade diesen etwas auflaufen und es folgte eine tolle Maskerade des 10ers. Leider fiel der Schiri darauf rein und zeigte Reinhold Schlecht glatt Rot. Eine Frechheit! Nun galt es nur noch die letzten 15 Minuten zu überstehen. Doch der bekanntliche Bayern-Dusel wird wohl bald umbenannt werden. Nachdem alle Ratzeburger nur noch mit Mann und Maus verteidigten, lösten sich Tom Jacobsen und Veli Yasar aus dem Druck der Linauer und V. Yasar brachte genau zum richtigen Zeitpunkt eine Flanke von rechts zum 16er, in dem T. Jacobsen goldrichtig stand und das 0:2 markierte. Die 3 Punkte waren gerettet. „Hoffentlich fragt nie einer nach wie man diese 3 Punkte erspielt hat. Das war keine gute Leistung, aber wir wurden doch am Ende belohnt“, meinte Trainer Mirko Fischer nach dem Spiel.




SG S`bek-Lütau II – TSV Nusse 0-2

Die Zweite Herren trat mit dem eindeutigen Ziel an in dem wichtigen Abstiegsgipfel drei Punkte mitzunehmen. Leider konnte man nicht auf Stammkeeper Andreas Gembries zurückgreifen und auch die Abwehr musste aufgrund des Fehlens von Markus Möller umgestellt werden. In den ersten 5 Minuten hatte Nusse mehr vom Spiel und nach 3 Minuten bereits die Chance zur Führung. Nach einem Steilpass auf den Stürmer, rasselten Aushilfskeeper Asboe, Libero Olaf Drewelowsky und der Nusser Spieler böse zusammen, so dass Drewelowsky ausgewechselt werden musst und Asboe nur unter Schmerzen weiterspielen konnte. Für Olaf Drewelowsky kam der gerade freigeholte A-Jugendliche Ole Schmidt in die Partie. Die SG kam kurzzeitig etwas besser ins Spiel - Timo Schwarz konnte eine Torchance leider nicht nutzen. In der Folgezeit gab man das Spiel aus unerklärlichen Gründen komplett aus der Hand. Es spielten nur noch die Gäste. Nach einem Freistoß und einem ganz schwachen, harmlosen Ball patzte Keeper Asboe und ließ den zwar noch leicht versprungenen, dennoch aber haltbaren Ball zur Gästeführung durch. Kapitän Carsten Schultz konnte eine Direktabnahme nicht verwerten und nach einer Ecke ließ ein Lütauer Stürmer seinen Gegenspieler völlig frei einköpfen.

Nach der Pause und einer deutlichen Ansprache von Coach Marco Hermann nun ein anderes Bild: Die SG aus Schnakenbek und Lütau drückte auf den Anschlusstreffer, ließ aber eine Reihe guter Möglichkeiten aus. Ein Kopfball von Schultz knapp über die Latte, ein schwacher Abschluss von Jörg Hoffmann und eine hundertprozentige Einschusschance von Heiko Hoffmann aus zwei Metern blieben ungenutzt. Nusse konnte sich nur noch selten befreien, gewann das Spiel aber aufgrund einer insgesamt besseren Leistung und einer schwachen Chancenverwertung der Gastgeber. Besondere Erwähnung sollen die beiden Debütanten Kai Axsen und Ole Schmidt finden, die ihr erstes Spiel im Herrenbereich absolvierten und beide eine sehr ordentliche Leistung zeigten. Und auch der dritte A-Jugendliche Marcel "Shorty" Hermann machte auf der schwierigen 10er-Position ein sehr gutes Spiel. Fazit: Mittwoch kommt Steinhorst. Da müssen die verlorenen Punkte wieder reingeholt werden um den Anschluss und den Glauben an den Nichtabstieg zu halten. Darüber hinaus wieder einmal eine absolut peinliche Vorstellung des "Unparteiischen" Thomann vom BSSV!

SG: 1 Asboe - 2 Bienwald, 4 Pemöller, 5 Drewelowsky - 3 Marbs, 6 H.Hoffmann, 7 J. Hoffmann, 8 Thiele, 10 Shorty - 9 Schultz, 11 Schwarz - 12 Schmidt, 13 Axsen, 14 Greggers, 15 M.Hermann



KREISKLASSE C


BSSV IV – TSV Sahms II 10-1

Starke erste Halbzeit macht diesen Sieg auch in dieser Höhe perfekt. Zum vorletzten Heimspiel der Saison begrüßte man an diesem Tag die Mannschaft aus Sahms. Winkler nordete seine Mannschaft ein, Wiedergutmachung für das Spiel in Ziethen zu betreiben. Und dieses setzte die Mannschaft auch gut um. Von der ersten Minute an fand ein Sturmlauf auf das Gehäuse der Gäste statt. Keeper Matthay bekam in der ersten Halbzeit nur wenig zu tun. Die Abwehr um Libero Winkler stand sicher und die Offensivabteilung war in Spiellaune.

In Halbzeit zwei kam ein kleiner Bruch in das Spiel der Gastgeber. Insider vermuten, dass dieses mit der plötzlichen Dunkelheit zu tun hatte. So wurde oftmals versucht, nur über lange Bälle zum Torerfolg zu kommen. Dennoch konnte man weitere 4 Tore erzielen. Sogar Keeper Matthay konnte sich in die Torschützenliste eintragen, er verwandelte einen Foulelfmeter sicher.

BSSV: 1 Matthay 2 Lenski 3 Paul 4 Flint 5 Winkler 6 Stöwe 7 Knust (46. Pahl) 8 Ringels 9 Pries 10 Lange (46. Nissen) 11 Barwanietz – Tore: 3x Pries, 2x Barwanietz, 2x Stöwe, Lenski, Ringels, Matthay



Sonntag, 25. April 2010

VERBANDSLIGA SÜD/OST vom Samstag


Oldenburger SV – Strand 08 0:0


Mit einer schwachen Nullnummer endete das Ostholsteiner Derby. Die Gastgeber verteidigten mit Mann und Maus ihr Tor, der Spitzenreiter rannte neunzig Minuten lang erfolglos gegen das Oldenburger Bollwerk an. „Mit dem Ergebnis muss ich leben“, sagte Strands Trainer Salomon, „aber zufrieden bin ich damit nicht“. Auf dem schlechten Platz hatten Vahl und Karadas die besten Möglichkeiten, „aber das waren auch nur halbe Sachen“, so Salomon. Auch das Power-Play in der letzten Viertelstunde brachte für Strand nicht den gewünschten Torerfolg.


Oldenburg: Heisler – Schön, Schröder, Hay, Sager, Hasler, Nielsen, Prvetica, Wenn, Lammert, Markmann.


Strand: Berndt – Goebel, Rehberg, Vahl (60. Junker) – Schlichte, Gohrke, Plähn (65. Starke), Borja (80. Zabel), Stahl – Zeh, Karadas.




Sereetzer SV – TSV Siems 3:1 (1:1)


Nach drei Pleiten in Serie stoppte der SSV mit einem verdienten Arbeitssieg seine Talfahrt. Die Gäste, die noch zweimal das Aluminium trafen, gingen früh durch Schellhammer (8.) in Front. Spielerisch hakte es ein wenig bei den Gastgebern, so kamen sie über eine starke kämpferische Einstellung zum Sieg. Ahrens (29.) glich verdient zur Pausenführung aus. Nach dem Wechsel wurde die Begegnung erst spät entschieden, binnen fünf Minuten sorgten Ahrens (80.) und der eingewechselte Behrens (85.) für den Siemser Knock-Out. „Ein reiner Arbeitssieg, aber die Einstellung meiner Mannschaft war Top“, meinte SSV-Coach Sercander.


Sereetz: Müller – Ahrens, Boye, Ullrich, Meese – Bätge, Jahrling, Jobst (67. Strunck), Nowitzki – Tetzlaff (89. Agadschanjan), Wenchel (76. Behrens).


Siems: Reger – Hennings, T. Laske, Schlatz, Thomaschewski – Mi. Niels, Safadi, Volkmann, Kraft (46. Weber) – Schwenn, Schellhammer.




TSV Pansdorf – TSV Bargteheide 2:0 (1:0)


In einer schwächeren Begegnung brauchten die Hausherren knapp eine halbe Stunde, um auf Fahrt zu kommen. Nach einem Steilpass von Farklas schloss Albrecht mit der letzen Aktion der Halbzeit zur Führung ab (45.). Die Stormarner präsentierten sich nicht schlechter, waren aber über die gesamte Spielzeit im Angriff komplett harmlos. Pansdorf war dagegen einfach effektiver, Galusic (66.) vollstreckte eine Jaacks-Flancke zum Endstand. Weiss hätte das Ergebnis weitaus höher gestalten können, scheiterte aber mehrfach. „Wir brauchten hier keine Bäume auszureißen, wurden nie so richtig gefordert“, sagte ein zufriedener Carsten Henk.


Pansdorf: Möller – Landsberg (69. N. Reimann), Ulverich (29. Albrecht), Wenske – Farklas, Wittky (64. Spindler), Wulf, Damm, Jaacks – Galusic, Weiss.


Bargteheide: Phillip – Ihns, Schaft, Strusch, Westphal – Fürstenberg, Kukanda, Lühmann, Stiller (69. Kohrs) – Heinz (69. D. Behnk), Klötzner.




Eutin 08 – Möllner SV 2:0 (1:0)


Die Eutiner hatten zu Beginn Probleme in die Partie zu kommen. So kam die MSV zur ersten dicken Möglichkeit, doch Latus scheiterte am Pfosten. Das war für die Rosenstädter der Wachmacher, fortan spielten sie diszipliniert und kontrollierten das Geschehen. Für die Führung sorgte Brunner (44.) mit einem 20-Meter-Freistoss. Nach dem Wechsel brachte ein grober Abwehrschnitzer der Gäste die Entscheidung, Schultalbers (62.) ließ sich diese Chance nicht nehmen. „Zu Beginn hatten wir Probleme mit dem Gegner, die haben wir zum Glück in den Griff bekommen“, so Eutins Spielertrainer Callsen.


Eutin: Kordts – Callsen, Meyer, Ahlers, Bork, Reichenbach (84. N. Riemann), Schläfke, Brunner, Rave, Fortmann, Schultalbers.


Mölln: Ruhr – Lindemann, Sembritzki, Hahn (20. Sanogo), El-Sabe – Schefer, Scerbinin, Wolowik, J. Jahnke – Stange, Latus.



»Ooh! Aah! Cantona!« - United-Legende Eric Cantona


Noch heute rätseln England im Allgemeinen und Manchester im Besonderen über Eric Cantona. War dieser Mann ein Choleriker, ein Ekelpaket, ein Borderliner? Ein Anführer, ein Genie, der König des Fußballs? Oder alles zugleich?


Er trug das Trikot mit der 7, der Nummer der Irren. Und als wäre das nicht Signal und Stigma genug gewesen, klappte er auch noch den Kragen hoch. Und dann dieser abschätzige Blick auf den Gegenspieler, dieser gockelhafte Gang! Für wen hielt sich dieser Mann eigentlich? Ganz einfach für den Größten. Und seine Bewunderer sagen: Er hatte Recht. Sie nennen ihn »Le Roi«, den König. Sieht man Eric Cantona heute, etwa ein Jahrzehnt nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn, mit langem Haar, Vollbart und dem Ansatz einer Wampe, fällt in seiner Erscheinung so ziemlich alles zusammen, was man dekadent nennen kann. Ja, er ist immer noch ein König, ein Südseekönig allerdings. Aber auch einen guten Schriftsteller würde er abgeben - sagte er doch selbst einmal, er sei ein Poet, ein Künstler, ja: ein Philosoph.


Dieser »Philosoph« sah noch aus wie ein Philosophiestudent, als er im August 1987 das Tor bei der 1:2-Niederlage gegen Deutschland schoss. Wenig später führte er die U21 zum Europameistertitel. Ein junger Killer war er, der mit kaum mehr als dem, was nötig war, killte. Er trat aus vollem Lauf auf den Ball, und während die Verteidiger staunend hinfielen, schoss er ihn ins Tor, dass er das Netz zerriss. Noch stand Cantona beim AJ Auxerre unter Vertrag, schon ein Jahr später wechselte er zu Olympique Marseille, dem Lieblingsverein seiner Jugend. Obwohl er traf wie am Fließband und französischer Meister wurde, war diese Zeit dort keine segensreiche. Schon in dieser Frühphase seiner Laufbahn offenbarte sich nämlich Cantonas unzähmbarer Jähzorn: Bei einem Freundschaftsspiel gegen Torpedo Moskau schmetterte er sein Trikot zu Boden. Die Funktionäre sahen die Vereinsehre beschmutzt, und kurzerhand entließen sie ihn. Auch der französische Nationaltrainer Henri Michel schmiss ihn hinaus. Cantona hatte ihn so wüst beleidigt, dass sogar die Marseiller Vorstädte erröteten.



Einzig in Montpellier glaubte man noch an ihn und war bereit, über seine Wutausbrüche hinwegzusehen. Zum Dank schenkte er dem Verein den französischen Pokal. Auch Michel Platini sah, dass Eric Cantona ein genialer Spieler war. Er war ja selbst einer gewesen und holte ihn in die Nationalmannschaft zurück. Für Cantona kein Grund zur Demut: Er prügelte sich in der Kabine mit einem Mannschaftskameraden, der ihm blöd kommen wollte, und wurde erneut gesperrt. Wenn aber der Ball in der Nähe war, killte der junge Killer derart konsequent, dass Marseille ihn zurückholte. Dort wurde er Meister und Pokalsieger, musste sich aber nach einer schweren Knieverletzung hinter dem Altmeister Klaus Allofs anstellen. Das hielt er nicht aus und ging zum Ligarivalen Olympique Nimes. Alsbald folgte der nächste Ausraster: Er warf einem Schiedsrichter den Ball ins Gesicht und wurde für einen Monat suspendiert. Zuviel für ihn: Er bezeichnete die Sportrichter als »Idioten«. Als man die Strafe daraufhin verdoppelte, erklärte er seinen Rücktritt vom aktiven Fußball - mit nur 25 Jahren.


Oft, zu oft hat Eric Cantona in seiner Karriere die Contenance verloren. Oder hatte er sie niemals besessen? Hätte er damals die Brocken tatsächlich hingeschmissen, man die Franzosen würden sich wohl an ihn erinnern, wie wir uns hierzulande an Wolfram Wuttke, an Andreas Sassen vielleicht oder an Jan Simak - Spieler allesamt mit riesigem Potenzial, die aber abseits des Platzes solche Schwierigkeiten hatten, dass sie uns nicht als Champions im Gedächtnis bleiben, sondern als Gescheiterte. Es ist wiederum Michel Platini zu verdanken, Cantonas großem Förderer, dass es dazu nicht kam. Er überredete ihn weiterzumachen und fädelte einen Wechsel nach England zu Leeds United ein. Und dort begann jenes zweite Kapitel, an dessen Ende Cantona eben nicht in der endlosen Liste der Abgebrochenen stand. Vielmehr stieg er auf zu den genialen Grenzgängern des Spiels, zu Garrincha, Best und Maradona.



In Leeds - in einer Mannschaft mit den schottischen Veteranen Gordon Strachan und Gary McAllister - wurde aus ihm, den bislang nur das Killen interessiert hatte, ein Führungsspieler. Doch er führte seine Mannschaften nicht zu irgendwelchen Siegen in irgendwelchen Spielen, die bald wieder vergessen sein würden. Er machte aus ihnen auch keine einträchtige, integere Gemeinschaft. Cantona führte sie in den Wahnsinn, in die Brillanz und über sich hinaus. 1992 errang er mit Leeds die englische Meisterschaft. Und als er im Endspiel um das »Charity Shield« den FC Liverpool mit hochgeklapptem Kragen und einem Hattrick zur Strecke brachte, begannen die Fans an der Elland Road, jenen Schlachtruf anzustimmen, der all das Entzücken ballte: »Ooh! Aah! Cantona!«



In der nächsten Saison besang man ihn schon im Old Trafford. Auf Anhieb gewann Eric Cantona auch mit Manchester United die Meisterschaft und war damit der erste Spieler in der Geschichte des englischen Fußballs, dem dies in zwei aufeinander folgenden Spielzeiten mit verschiedenen Teams gelungen war. Da es überdies der erste Triumph für ManU seit 26 Jahren war, hoben die Fans ihn auf den Sockel, der seit dem Abtritt von George Best verwaist gewesen war. Oder sprang Cantona von selbst hinauf? Er klappte den Kragen hoch, und es war ihm ein Leichtes, die neue Integrationsfigur zu sein. Der junge Roy Keane wuchs an ihm, und es nimmt nicht Wunder, dass auch er ein Spieler wurde, den man nur lieben oder hassen kann. Zusammen errangen sie auch 1994 die Meisterschaft. Cantona schoss 18 Tore in dieser Saison, und beim 4:0-Sieg über den FC Chelsea im FA-Cup-Finale hämmerte er zwei Elfmeter mit einer derartigen Kaltblütigkeit in die Maschen, dass Gegner wie Mannschaftskameraden in Ehrfurcht erstarrten. Alle zusammen wählten sie ihn zum Spieler des Jahres.



Doch auch in Manchester schlug er über die Stränge: Bei einem Auswärtsspiel bei seinem Ex-Club Leeds bespuckte er einen Fan, in Istanbul schnitt er erst dem Unparteiischen die Ehre ab und prügelte sich dann mit der türkischen Polizei. Als er im letzten Qualifikationsspiel zur WM 1994 mit der französischen Nationalmannschaft daheim in Paris mit 2:3 verlor und ausschied, versetzte er in den Katakomben einem Journalisten, der ihn nach seine Gefühlen gefragt hatte, einen solchen Schwinger, dass dieser K.o. ging. Es wird erzählt, dass er sogar seinem Mannschaftskollegen David Ginola zu Leibe rückte, dem er die Schuld am entscheidenden Gegentor gab. Vielleicht hatte er geahnt, dass es seine letzte Chance gewesen war, an einem großen Turnier teilzunehmen. Seinen 43 Länderspielen folgte kein weiteres. Beim Triumph der Equipe Tricolore um seinen Antipoden Zinedine Zidane 1998 war der König nur noch Zuschauer.


In Anbetracht der Genialität und des Wahnsinns, des Erfolgs und der Tragik dieses zornigen Mannes schien seine Geschichte kaum noch steigerbar zu sein. Doch dann kam der 25. Januar 1995. In einem Ligaspiel gegen Crystal Pallace wurde Cantona wieder einmal des Feldes verwiesen. Zu wenig Genugtuung für den Hooligan Matthew Simmons: Als Cantona vom Feld ging, beschimpfte er ihn auf das Übelste. Dieser identifizierte den Schreihals in der Menge, rannte mit einem Mal los, sprang kurz vor der Werbebande ab und streckte Simmons mit einem nie dagewesenen Kung-Fu-Tritt nieder. Alle, die das gesehen hatten, waren fassungslos, in England, in ganz Europa und weltweit. Die FA und die FIFA statuierten ein Exempel und sperrten Cantona für acht Monate. Nur knapp entging er einer Gefängnisstrafe.



Eric Cantona, Nicky Butt, Ryan Giggs, David Beckham, Gary Neville, Paul Scholes, Roy Keane and Phil Neville of Manchester United celebrate in the dressing room with the FA Carling Premiership trophy in 1997



Doch schon im März verlängerte die Vereinsführung, die befürchtete, ohne ihn aufgeschmissen zu sein, seinen Vertrag um drei Jahre. Als er am 1. Oktober ins Team zurückkehrte, schoss er prompt ein Tor und führte ManU in der Folgezeit zum dritten Meistertitel in vier Jahren. Als der gute alte Steve Bruce seine Karriere beendet hatte, wurde Cantona sogar Kapitän seiner Mannschaft. Vielleicht war die Binde am Arm der Grund dafür, dass die Saison 1996/97 die ruhigste in Cantonas Karriere war. Vielleicht war es auch das Vorgefühl des Endes: Nur eine Woche nach dem vierten Meistertitel unter seiner Führung erklärte er vollkommen unerwartet seinen Rücktritt.

Er hatte Manchester United nach vielen Jahren des freudlosen Dahindümpelns zu einer Spitzenmannschaft geformt. Und nicht David Beckham, Roy Keane oder Paul Scholes, die Champions-League-Sieger von 1999, auch nicht George Best, seinen großen Vorgänger, wählten die Fans zum größten ManU-Spieler aller Zeiten. Nein, Cantona wählten sie, ihren König mit dem hochgeklappten Kragen. In den Jahren danach entdeckte Eric Cantona seine Leidenschaft für den Beachsoccer. Er trug maßgeblich zum Aufbau einer professionellen Struktur in Frankreich bei, und 2005 gewann er, dessen Nationalmannschaftskarriere so unrühmlich verlaufen war, als Spielertrainer die Weltmeisterschaft. Mit dem Pokal in der Hand und den Füßen im Sand sprach der Südseekönig: »Die Ersten sind immer die Ersten. Das ist sehr wichtig für mich.« - und grinste.


Seine Erfolge: Meister mit Olympique Marseille 1989, 1991, Leeds United 1992 und Manchester United 1993, 1994, 1996, 1997. Pokalsieger mit Olympique Marseille 1989, HSC Montpellier 1990 und Manchester United 1994, 1996 sowie U21-Europameister 1988.