FOOTBALL`S COMING HOME... UNSER GELIEBTER FUßBALL AUS DEN UNTEREN LIGEN


Berichte über unseren geliebten Amateur-Fußball aus dem Herzogtum Lauenburg, der Hansestadt Lübeck und der Verbandsliga Süd-Ost... und natürlich aus dem Mutterland des Fußballs...

Montag, 25. Februar 2008


SSV Güster – SIG Elmenhorst 5:2

Verlor man das Hinspiel noch mit 1:7, so wurde der Tabellenzweite aus Elmenhorst heute mit 5:2 besiegt. Was letzten Sonntag in Steinhorst begann, wurde heute mit einer taktischen, konzentrierten Leistung - gegen einen wesentlich stärkeren Gegner - von Beginn an fortgesetzt. Auch das 0:1 Führungstor der S.I.G. Elmenhorst konnte den SSV nicht schocken. Der 1:1 Ausgleichstreffer fiel durch Thomas Kahl nach Vorbereitung von Christian Lüdtke. Das 2:1, eine Dublette des 1:1, wieder Thomas Kahl auf Vorlage von Christian Lüdtke. Den Halbzeitstand von 3:1 erzielte Jule Berghoff nach Vorarbeit von Benno Kayser.

In der Halbzeitpause mahnte Trainer Michael Strube. „Noch ist nicht gewonnen. Wir fangen bei 0:0 wieder an“. Dieses beherzigte der SSV und schloss einen Angriff durch eine sehenswerte Kombination von Güray Zigni und Jule Berghoff durch den Treffer zum 4:1 von Sören Jessen ab. Weitere Torchancen folgten. Zwar konnte Elmenhorst nochmals auf 4:2 verkürzen, doch den Schlusspunkt setzte Sören Jessen, mit einem Elfmeter, den er im Nachschuss verwandelte, zum 5:2. Alle eingesetzten Spieler waren von Anfang an voll bei der Sache und brachten eine Topleistung. Das erste Mal seit langem wurde der Sieg zusammen mit den Zuschauern im Sportheim des SSV gefeiert.


SV Breitenfelde III – BSSV III 1:1

Von dem Duell der "Ditten" konnte man vieles erwarten, beide Mannschaften sind in der Vorsaison aufgestiegen und haben einen jungen Kader zur Verfügung. Leider zeigte sich die Ausgeglichenheit der Mannschaften nicht in ihren Leistungen. Beide Mannschaften zeigten von Beginn an eine mäßige Leistung mit wenigen Tormöglichkeiten. Die wenigen Chancen konnten entweder von den Torhütern vereitelt werden oder wurden kläglich vergeben.

Zwei Höhepunkte konnte die erste Halbzeit jedoch aufweisen: in der 35. Minute konnte der überragende Torwart Nils Bodenbach einen zweifelhaften Elfmeter parieren und nur kurze Zeit später sah ein Breitenfelder vom sehr eigensinnig pfeifenden Schiedsrichter die rote Karte wegen Beleidigung seines Mitspielers. In der Halbzeitansprache appellierte Trainer Andreas Martel an dem Kampf, den er in seiner Mannschaft noch vermisste. Doch auch mit einem Mann mehr konnte man sich nicht den erhofften Vorteil verschaffen. Torchancen häuften sich nun auf beiden Seiten, wobei vor allem wieder Nils Bodenbach lobend erwähnt werden muss, der seine Mannschaft mit einer riesigen Parade vor dem Rückstand retten konnte.

Henning Fischer und vor allem Andreas Tolle scheiterten kläglich vor dem Tor, was Thorben Knust allerdings besser machte und nach einer schönen Flanke von Jonas Lange zum 1:0 einköpfen konnte. Da der Treffer in der 87. Minute fiel, wollte man nun auf jeden Fall die drei Punkte mit nach Büchen nehmen, was aber in allerletzter Minute durch den Ausgleich, der nach desolatem Abwehrverhalten fiel, abgeschrieben werden konnte.

FAZIT: Gegen zehn Breitenfelder MUSS man in diesem Spiel drei Punkte mit nach Hause nehmen, aber wieder einmal zeigte sich die größte Büchener Schwäche, die schlechte Chancenverwertung.

BSSV III ONLINE: http://bssv-dritte.blogspot.com

SV Bliestorf – SC Rothenhausen 1:1

Nach einer Zeit mit vielen verhinderten und verletzten Spielern konnte der SV Bliestorf an diesem Sonntag endlich mal wieder aus den vollen schöpfen und wurde prompt mit einem Punkt gegen starke Rotenhausener belohnt. In der 10. Min. kam Bliestorf durch eine starke Einzelleistung von Florian Hartwich zum 1:0. Rotenhausen übernahm in der Folge das Spiel und konnte sich gute Chancen herausspielen , doch Bliestorfs Keeper Daniel Pilarski avancierte zum wertvollsten Spieler seines Teams und vereitelte alle Bemühungen der Gäste zum Torerfolg zu kommen. So ging es mit diesem knappen Vorsprung in die Halbzeit.

In Durchgang zwei verlor der Gastgeber mit zunehmender Spieldauer die Ordnung und offenbarte ab der 65. Min. auch konditionelle Schwächen. Rotenhausen kam jetzt immer gefährlicher vors Bliestorfer Tor, doch mehr als der verdiente Ausgleich durch eine beherzten Distanzschuss in der 70. Min. sprang dabei nicht heraus.

In einem fairen und gutem A- Klassenspiel hatte der gut pfeifende Schiedsrichter Zimmermann keine Probleme. Das Spiel aus der Vorwoche gegen Siebenbäumen II wurde mit 2:0 für die Bliestorfer gewertet. Ein Grün-Weißer konnte sich nicht ausweisen.

Mittwoch, 20. Februar 2008

NACHTRAG VON LETZTER WOCHE...KREISLIGA


Lübecker SC - Borussia Möhnsen 1:0 (0:0)

Auf Seiten der Gelb-Blauen war man sehr gespannt, wie sich das Stühlerücken im Personalbereich auf das Spielerische auswirken sollte. Mit Weide (GW Siebenbäumen) und Anil (Phönix HL) haben sich ja 2 junge und starke Spieler in die Bezirksoberliga verabschiedet, aber mit Oli-Boy, Borne und Schwarmann auch 3 x Erfahrung dazu bekommen. Mit einem tabellarischen Leckerbissen (2ter gg. 6ten) fing heute die "Rückrunde" an, doch was beide Mannschaften in der ersten Viertelstunde ablieferten, war noch nicht so berauschend. Nach ca. 20min übernahm der Gast das Sagen auf dem Rasen und erspielte sich 2/3 wirklich gute Möglichkeiten (inkl. einer klaren Aufteilung des Spielgeschehens).

Doch statt ihre Chancen zu verwerten, kamen wir kurz vorm Pausentee zu 2 sehenswerten Hochkarätern. Nach einem langen Ball in den 16er bediente Borne den freistehenden Paddy, doch der schaffte das Kunststück, den Ball aus ca. 5m am Tor vorbei zuschießen. Nur ein paar min später kam der gleiche Spieler mit der Stiefelspitze an den Ball, doch der Ball kullerte am bereits geschlagenen Keeper leider auch am Tor vorbei. Eine LSC-Führung wäre zur Pause aber auch glücklich gewesen.

Mit dem Wiederanpfiff war der LSC aber erstmal am Drücker und hatte ein leichtes Übergewicht, weil die Offensive ihre Möglichkeiten jetzt besser ausspielte. In der 52.min bediente Jannix den freistehenden Paddy auf der linken Mittelfeldseite, der mit dem Ball Auf und Davon lief, den Libero der Gäste Alt aussehen ließ, im 16er noch einen Abwehrspieler stehen ließ und am heraus stürmenden Keeper zur vielumjubelten Führung einschoss. Der Gast war aber nur kurz geschockt, musste aber noch mit ansehen, wie Jannix am 16er völlig frei gespielt wurde, doch den Ball leichtfertig vergab.

Spätestens mit der G/R Karte in der 65.min für Hendrik, der den sehr agilen Möhnsener Stürmer Willers foulte, legte der Gast noch mal ne Schippe drauf und baute sehr viel Druck auf. Doch nach ein paar kurzen Umstellungen des LSC-Trainers innerhalb der Truppe wurde der Platz für Möhnsen nicht mehr, sondern die Elf des Gastgebers verschob geschickt in der Defensive, so das der Gast bis 20m vors Tor kam, aber es immer wieder mit Weitschüssen probierte. Bei gefühlten 75% Ballbesitz schnürte uns die Borussia in der eigenen Hälfte ein und wir kamen nur noch über ein paar wenige Konterchancen zur Entlastung. Doch unsere Mannschaft um Libero Napoleon (mit neuen roten Buffern) schaffte es mit ein wenig Glück und viel Geschick die Uhr runter laufen zulassen, und mit dem Schlusspfiff des wirklich gut leitenden Schiris (das haben wir in Siems mit ihm auch schon anders erlebt) war die Freude bei uns und die Enttäuschung beim Gast riesengroß. (Ein großes Dankeschön an Jens vom LSC)

Die neuen Busby-Babes
















Die Suche nach dem heiligen Gral

1968, zehn Jahre nach der Katastrophe von München, gewann ManU den Landesmeister-Pokal. Damit hatte eine neue Generation dem Tod ihrer Ahnen einen Sinn gegeben. Hier wird an diese „New Busby-Babes“ erinnert.


Bill Foulkes

So wie einst sein Großvater beim Rugby die Gegenspieler rüde zu Fall brachte, schnitt auch Bill Foulkes den gegnerischen Stürmern mit seiner scharfen Beinschere den Weg zum Tor ab. Als ein Vorstopper und Innenverteidiger der alten Schule genoss er es, den dribbelstarken Angreifern das Leben schwer zu machen. In 688 Spielen war der robuste Abwehrmann das wichtigste Element einer stabilen Hintermannschaft bei Manchester United. Für Busby war er so gut wie unersetzlich – hingegen in der englischen Nationalmannschaft nie wirklich eine Alternative. Ein einziges Länderspiel, 1954 gegen Nordirland, durfte der Verteidiger absolvieren.

Nichtsdestotrotz vertraute man ihm in Old Trafford. Dieses Vertrauen zahlte er spätestens mit dem wichtigsten Treffer seiner Karriere zurück. Foulkes war es, der 1968 im Halbfinale des Europapokals gegen Real Madrid die Reds ins Endspiel schoss. Nach einer maßgeschneiderten Flanke von George Best schlenzte der Defensivspezialist kurz vor Schluss den Ball zum 3:4 ins Netz. Im Finale triumphierte Manchester bekanntermaßen gegen Benfica Lissabon. Für den inzwischen 36-jährigen Foulkes sollte dieser Pokal-Erfolg viel mehr als ein weiterer Titel in seiner Fußballerlaufbahn sein. Der Sieg bedeutete für den ehemaligen Kohlebergwerk-Arbeiter endlich Licht am Ende des Tunnels. Als einer der Überlebenden des Flugzeugunglücks von München, so Foulkes in einem Interview, habe ihm der Pokal-Gewinn über die Katastrophe hinweg geholfen.

Alex Stepney

Es waren die Pranken von Big Al, die den Europapokalsieg 1968 gegen Benfica festhielten. Der Keeper wehrte in den letzten Spielminuten einen harten Schuss von Lissabons Edelstürmer Eusebio ab und rettete die Red Devils mit dieser spektakulären Parade in die Verlängerung. Spätestens nach diesem Spiel stellte sich Stepney, der Manchester eine Torhüter-Rekordablösesumme von 55000 englischen Pfund gekostet hatte, als beste Investition seit Jahren heraus.

In der englischen Nationalmannschaft konnte sich der Goalie, der in 500 Spielen für Manchester stolze 175 Mal eine weiße Weste behielt, allerdings nie so richtig in Szene setzen. Mit Gordon Banks, Peter Bonetti, Gordon West und dem erfahrenen Ron Springett standen ihm vier souveräne Torhüter im Weg. Sieben Tage vor seinem legendären Spiel im Europapokalfinale debütierte Stepney für England - und bei diesem Einsatz im Freundschaftsspiel gegen Schweden sollte es bleiben.

Ob die Nominierung der Grund für seinen sagenhaften Auftritt eine Woche später war? Zumindest schien es so als hätte sie ihm Flügel verliehen.

Seamus Anthony Brennan

Nicht einmal zwei Wochen waren seit dem Unglück vergangen, da musste ManU gegen Sheffield im FA-Cup bestehen. Das „team sheet“ im Programmheft hatte elf Leerstellen. Die Truppe bestand aus hastigst Verpflichteten und nach oben gespülten Nachwuchskräften. Einer davon war der spätere Nationalspieler Irlands Shay Brennan. Übrigens der Erste auf englischem Territorium Geborene, welcher später für die grüne Insel auflief.

Von links außen kommend, entschied er das von unbeschreiblichen Emotionen getragene Spiel (3:0-Sieg) mit zwei Treffern fast im Alleingang. Brennan war auch der Einzige jener Jünglinge, der sich über die Jahre des Neuaufbaus hinweg etablieren konnte. Seine positionelle Metamorphose verschlug ihn letztendlich auf die rechte Abwehrseite, von der aus er gefürchtete Vorstöße vollzog und somit der modernen Auslegung des Außenverteidigers über 30 Jahre zuvor kam. Bis zu seinem Karriereende 1970 lief er in 355 Spielen ausschließlich für ManU auf.

Pat Crerand

Das Team von Manchester United war gespickt mit genialen Spielern wie George Best oder Bobby Charlton. Die Impulse setzte jedoch ein weniger bekannter Spieler. Pat Crerand galt als das Herz der Mannschaft. Als Abräumer im Mittelfeld hielt der 16-malige schottische Nationalspieler den Kreativen den Rücken frei. Erst durch seine Staubsauger-Arbeit in der Defensive und die schnellen, präzisen Pässen in die Spitze konnten Best und Co. im Angriff für Tore sorgen. Paddy, der für seine Hartnäckigkeit und sein unerbittliches Zweikampfverhalten berüchtigt war, wurde mit ManU 1965 und 1967 Meister und holte 1963 den englischen Pokal. Der Uefa-Cup-Sieg 1968 war sein letzter und größter Erfolg im Manchester-Trikot. Trotz aller Abwehrarbeit konnte er immerhin 19 Tore in 401 Spielen für United erzielen.


Nobby Stiles

Im Spiel der Reds sollte Norbert „Nobby“ Stiles vor dem eigenen Sechzehner die Lücken schließen und der gegnerischen Offensivabteilung auf die Füße treten – sei es mit Absicht oder aufgrund seiner starken Kurzsichtigkeit. Als der neue Prototyp des immer populärer werdenden Vorstoppers, der als vorgezogener Abwehrspieler die Verbindung zwischen Verteidigung und Mittelfeld darstellte, spielte Stiles am effektivsten. Durch ihn und seinen Mitstreiter Pat Crerand konnten die ManU-Genies Bobby Charlton und George Best glänzen. Stiles gewann die wichtigen Bälle und leitete sie schnellstmöglich und passgenau zu den technisch beschlageneren Spielern weiter.

Ein ums andere Mal wurde selbst Stiles vor dem gegnerischen Tor gefährlich: Mit Hilfe von Kontaktlinsen konnte er in seinen 397 Spiele für United immerhin 19 Treffer markieren.


Tony Dunne

530 Mal lief Anthony Peter Dunne für Manchester auf. Nur vier Spieler, Sir Bobby Charlton, Bill Foulkes, Ryan Giggs und Alex Stepney, streiften sich häufiger das ManU-Trikot über. Der irische Fußballer des Jahres 1969 erzielte in seinen dreizehn Jahren bei United zwar nur zwei Tore, doch in gegnerische Waden biss er dafür umso öfter. 1960 wechselte Dunne für 5000 Pfund vom irischen Klub Shelbourne FC zu dem englischen Topklub.

Ehe der kleine, wendige Linksverteidiger als einer der Helden des Europapokal-Finales ’68 gefeiert wurde, gewann er 1963 den FA Cup sowie 1965 und ’67 zwei englische Meisterschaften. Seinem Nationalteam konnte er in 33 Einsätzen leider nicht zu solch großen Erfolgen verhelfen.

Brian Kidd

Seinen 19. Geburtstag wird Kidd wohl im Leben nicht vergessen. An diesem Tag sorgte er mit seinem Tor in der Verlängerung des Europapokal-Finales 1968 gegen Benfica Lissabon für die Vorentscheidung. Erst ein Jahr zuvor hatte der Stürmer im Trikot von Manchester United debütiert. In seiner ersten Profi-Saison traf er 17 Mal ins Schwarze und galt von da an als einer der gefährlichsten Angreifer auf der Insel. In 264 Spielen machte Kidd 70 Buden für ManU.

Auch bei anderen englischen Top-Klubs sorgte der wuselige Angreifer für eine hohe Treffer-Quote. 1974 wechselte der Vollblutsstürmer für 110 000 Pfund zu Arsenal London, wo er innerhalb von zwei Spielzeiten weitere 34 Tore erzielte. Bevor es ihn, als älteren Herren, in die NASL nach Amerika verschlug, knipste er noch für Manchester City (1976-1979), Everton (1979-1980) und die Bolton Wanderers (1980-1982).

George Best

„I think I've found you a genius“, übermittelte Talentspäher Bob Bishop Trainer Matt Busby. George Best war damals zarte 15 Jahre jung. Nach anfänglichem Heimweh und der Rückkehr ins heimische Belfast ging Best zwei Jahre später doch wieder nach Manchester.

Seine Dribbelstärke, dazu ein gazellenschneller Antritt mit Ball und eine außerordentliche Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor machten Best zu einem der besten Spieler überhaupt. In Nordirland grassiert das Wortspiel: „Maradona good; Pelé better; George Best.“ Im Finale 1968 sorgte er mit dem Best-typischen 2:1 für die Vorentscheidung in der Verlängerung. Er umkurvte in unfassbarer Leichtigkeit Gegenspieler und Torhüter, um dann nur noch einschieben zu müssen.

Nach United folgte eine Odyssee über mehrere Kontinente. Neben dem Platz zerstörte er sich alsbald selber. Am 3.Dezember 2005 erlag er einem Nierenleiden. Über 100000 Menschen nahmen an der Beerdigung in Belfast Teil.

Robert „Bobby“ Charlton

Das Flugzeugunglück überlebt, baute Matt Busby um den körperlich nahezu unversehrten Gentleman-Fußballer Bobby Charlton die neue Mannschaft auf, deren Höhepunkt der Sieg im Europapokal der Landesmeister 1968 werden sollte. „Es war eine Verpflichtung für Manchester United geworden, diesen Pokal zu gewinnen. Es war eine Familienangelegenheit“, so Charlton.

Als eine der prägenden Figuren verhalf er den „Three Lions“ 1966 außerdem maßgeblich zum Weltmeistertitel im eigenen Land. In 19 Jahren Manchester United lief er bis 1973 nicht weniger als 754-mal für die „Red Devils“ auf, erzielte dabei 247 Tore.

John Aston Jr.

Das ManU-Gen steckte einfach in der Familie. John Aston Sen., in Manchester geboren, schloss sich bereits in der Jugend United an, stieg im Dezember 1939 zu den Profis auf, kam aufgrund der Kriegswirren aber erst im September 1946, also fast sieben Jahre später, zu seinem Debüt gegen Chelsea.

Ganz im Gegensatz zu seinem Vater, einem beinharten Verteidiger, fand John Aston Jr. als Stürmer in den vorderen Gefilden des Platzes sein Hauptbetätigungsfeld. Er durchlief ebenfalls die schon damals überaus fortschrittliche Jugendakademie von United. Im Finale 1968 bot er eine formidable Leistung, stand aber sonst im Schatten von George Best oder Dennis Law. Vor allem aber war er bei schlechten Leistungen der Mannschaft ein gefundenes Bauernopfer der Öffentlichkeit, denn sein Vater wirkte ebenfalls im Trainerstab des Vereins, und man warf Aston Jr. vor, aus diesem Grund oftmals bevorzugt behandelt zu werden. 1972 ging er zu Luton Town, darauf noch zu Mansfield und den Blackburn Rovers.

David Sadler

Hochbegabt und variabel einsetzbar, war David Sadler schier unverzichtbar für die Mannschaft. Beim Triumph in Wembley zählte Sadler mit gerade einmal 22 Jahren zur ganz jungen Generation, die mit dem Druck und der Geschichte erst einmal zurechtkommen mussten. Doch Matt Busby hielt seine schützende Hand sorgsam über die Frischlinge. Seine Erinnerungen schildert Sadler wie folgt: „Er erklärte uns, dass wir in erster Linie Profis wären, die für die Gegenwart spielen.“

Seit 1963 stand er im Profikader, wechselte 1974 zu Preston North End, wurde vier mal in den englischen Kader berufen und musste seine Karriere 1977 verletzungsbedingt beenden. Heute fungiert er als Vorsitzender der Manchester United Former Players' Association und verfasst eine regelmäßige Kolumne für die Manchester Evening News.















Dienstag, 19. Februar 2008

ES GEHT WIEDER LOS....

Hallo Sportsfreunde,

die Durststrecke - sprich Winterpause - haben wir endlich hinter uns. Damit geht die Berichterstattung auch hier wieder los. Letzte Woche war ich verhindert, ab heute geht wieder alles seinen gewohnten Gang. Also her mit euren Zeilen...

Gruß Ralf

VERBANDSLIGA


Schwere Verletzung von Patrick "Otze" Schiersch im Holstein-Spiel!

Die Verletztenmisere geht weiter für den BSV. Das Spiel gegen die zweite Mannschaft von Holstein Kiel endete für den BSV wegen einer schweren Verletzung von Mittelfeld-Akteur Patrick "Otze" Schiersch mit einem vorzeitigen Abbruch der Partie nach langer Verletzungsunterbrechung.

In der 20. Minute blieb Otze im Anschluss an einen Eckball im Strafraum der Kieler mit schmerzverzerrtem Gesicht und unter lauten Schreien auf dem Boden liegen. Schnell war allen Beteiligten klar, dass es sich um eine schwere Verletzung handeln musste. Daraufhin wurde sofort der Notarzt alarmiert, der nach endlos erscheinenden 25 Minuten eintraf und diagnostizierte, dass die Kniescheibe des Breitenfelders aus den Angeln gerissen wurde. Glücklicherweise stellte sich bei anschließenden Untersuchungen im Ratzeburger Krankenhaus heraus, dass es keine Brüche an umliegenden Knochen gibt. Eine MRT-Untersuchung in den kommenden Tagen soll nun Klarheit bringen, wie es um die Bänder im Knie bestellt ist. Otze jedenfalls ist zum Glück schon wieder Hause. Bleibt zu hoffen, daß er noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen ist. Wir wünschen Dir auf jeden Fall Gute Besserung, Otze!

BEZIRKSOBERLIGA



GW Siebenbäumen – TSV Gudow 5:0

Aus den tiefen Wäldern des Herzogtums waren die Gudower zum Auftakt der Rückrunde angereist. Für die Grün-Weißen gab es nur ein Ziel. Die Null muss stehen und vorne die eine oder andere Chance verwerten. Die erste Möglichkeit hatte Ralf Topel auf dem Fuß, der einen Schuss knapp am kurzen Pfosten vorbei setzte. Schon wenige Minuten später in der 11.Minute fand der Ball schon den Weg ins Netz. Salvatore Morello, der nach 17 Spielen endlich wieder den Weg in die Aufstellung fand, konnte vor dem Strafraum nur per Foulspiel gestoppt werden. Ove Schulz ließ sich die Chance nicht entgehen und jagte den Ball aus 20 Metern ins lange obere Eck. Die frühe Führung brachte allerdings nicht die erhoffte Ruhe ins Spiel. Viele Fehler prägten das Spiel auf beiden Seiten. Einer dieser Fehler führte kurz vor der Pause zur größten Chance für Gudow, als Dennis Lange allein auf Ole Oberbeck zu lief, dieser ihm aber mit einer tollen Aktion den Ball vom Fuß nehmen konnte.

Die zweite Halbzeit rief nach einer Leistungssteigerung der Grün Weißen und wurde mit einem Doppelschlag von Rene Krause in der 53. und 56. Minute auch belohnt. Erst bediente Marco Starke unsere 19 mit einer Flanke in den Strafraum, der den Ball volley im Tor unterbrachte. Und nur 3 Minuten später schloss er einen mustergültigen Konter ab, als Muersat Morina vor dem Tor quer legte und Rene Krause nur noch ins leere Tor einschieben brauchte.

Danach lief das Spiel zwar nicht zu 100% rund, aber doch sehr viel besser als in der 1.Halbzeit. Nun bestimmten die Grün Weißen das Spiel klar und Gudow hatte kaum etwas dagegen zu setzen. Manuel Plähn krönte seine aufsteigende Form, in dem er einfach mal das Tor traf. In der 84.min traf der Rechtsfuß, dem man nachsagt, das Tor nur aus dem Fernsehen zu kennen, sogar mit einem strammen Schuss mit dem linken!!! Fuß. Und als er dann in der 90.Minute im Strafraumgewühl auch noch das 2.Tor zum 5-0 Endstand erzielte, war der Tag für ihn perfekt.


Grün-Weiß: Ole Oberbeck - Marco Starke, Jens Oberbeck, Daniel Vahl - Sven Jaekel, Salvatore Morello (19.min Muersat Morina), Manuel Plähn, Tino Goebel, Ralf Topel (53.min Petit Mayungululu) - Rene Krause (68.min Björn Weidemann), Ove Schulz Tore: 1-0 11.min Ove Schulz, 2-0 und 3-0 Rene Krause, 4-0 und 5-0 Manuel Plähn

KREISLIGA



Borussia Möhnsen – BSSV II 3:1 (2:1)

Die Borussia gewinnt im ersten Heimspiel des Jahres 2008 gegen den Büchen-Siebeneichener SV II mit 3:1 (2:1). Auf einem schwer bespielbaren Kuckucksberg war es zwar kein ansehnliches Spiel, doch die 3 Punkte waren sehr wichtig. Der abstiegsbedrohte Gast aus Büchen konnte bereits in der 7. Minute einen Fehler in der Möhnsener Hintermannschaft zur Führung nutzen. Die Führung hielt aber nicht lange, denn kurze Zeit später scheiterte Frederik von Elm mit einem Kopfball an der Latte, doch der Abpraller landete wieder direkt vor seinen Füßen und er konnte zum Ausgleich vollstrecken. Danach war es vorbei mit Torszenen!

Der erste gute Spielzug dieses Spiels führte dann in der 38. Minute zur 2:1 Führung, der ehemalige Büchener Emrah Tastekin erkämpfte sich in der eigenen Hälfte den Ball bediente mit einem langen Pass John Willers, der mit einem Lupfer den BSSV Torwart Bodenbach überwinden konnte. Nach der Halbzeit entschied ein schneller Treffer von Dshivan Saleh die Partie, nach einer tollen Kombination zwischen Felix Stamer, Daniel Schlingelhof und Dshivan Saleh erzielte er in der 48. Minute das 3:1.

Danach war es vorbei mit dem Fußball, ab der 50. Minute konnten die Borussen nur noch 2-3-mal gefährlich vor das Tor kommen, ansonsten war es eine langweilige Partie! Nach 90 Minuten waren alle Borussen froh über den Abpfiff und die Freude über die 3 Punkt groß. Am nächsten Wochenende steht wieder ein Heimspiel auf dem Programm, dann empfängt die Borussia den VfL Vorwerk. Aufstellung Borussia Möhnsen: Bastian Siemers Florian Heitmann, Axel Gloger, Matthias Kock - Felix Stamer, Emrah Tastekin (65. Malek Saleh), Frederik von Elm , Jens Kanschat (46. Henoch Förster), Daniel Schlingelhof - Dshivan Saleh, Henoch Förster

Tore: 0:1 Ronny Steusloff (7.), 1:1 Frederik von Elm (15.), 2:1 John Willers (38.), 3:1 Dshivan Saleh (48.)

KREISKLASSE A


SV Steinhorst II – SSV Güster 1:2

Der SSV siegte im Nachholspiel beim SV Steinhorst mit 2:1. In einem guten bis sehr gutem Spiel erspielte sich der SSV Güster Torchancen in Hülle und Fülle. Allerdings dauerte es bis zur 23. Minute ehe Güray Zigni mit einem ansatzlosen Linksschuss aus ca. 6 Metern das 1:0 erzielte. Weitere Chancen folgten im Minutentakt. Auch in der 2. Halbzeit zeigte der SSV auf dem schwer bespielbaren Platz gefälligen Kombinationsfußball. Das erlösende 2:0 erzielte Niels Berghof in der 58. Minute. Kurz vor Schluss konnte die II. des SV Steinhorst auf 2:1 verkürzen. Der SSV war in allen Belangen dem Gastgeber überlegen, Das Ergebnis von „nur“ 2:1 spielt in keinster Weise dem Spielverlauf wieder. Am kommenden Sonntag ist SIG Elmenhorst in Güster zu Gast. Hier gilt es sich für die 7:1 Niederlage im Hinspiel zu revanchieren.


TSV Seedorf/Sterley – SSV Güster 4:1

Die I. Mannschaft des SSV Güster verlor das Nachholspiel beim TSV Seedorf-Sterly mit 1:4. Nach einer halben Stunde lag man mit 0:2 zurück. Nach einem verwandelten Foulelfmeter von Sören Jessen zum 1:2 keimte ein wenig Hoffnung auf. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte der SSV mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich. Statt des Ausgleichstreffers fiel das 1:3. Das endgültige Aus kam in der 67. Minute zum 1:4. Matchwinner war der Torwart des TSV Seedorf, der nicht nur mit einen verwandelten Foulelfmeter das 0:2 erzielte, sondern auch durch reihenweise guter Paraden den Sieg festhielt. Allerdings muss man sagen, dass die Offensive des SSV es dem Keeper des TSV auch manchmal sehr einfach machte

KREISKLASSE B

BSSV IV – TSV Sahms 1:4


Nach dem Sieg der Vorwoche ging es auf schwierigem Geläuf gegen den Tabellenzweiten aus Sahms. Von Beginn an merkte man, dass der Gegner eine Nummer besser ist und zu Recht an Tabellenposition 2. steht. So begannen die BSSVer zuerst defensiv, um die Angriffe der Gäste abzuwarten. Die ersten 20. Minuten gehörten den Gästen, sie kamen von Anfang an besser mit den Platzverhältnissen klar.


Nach langem Abschlag des Gästekeepers nutzte der gegnerische Spieler ein Missverständnis zwischen Manndecker Olli Studt und Libero Patrick Winkler aus und konnte den Ball zum 0:1 im Netz unterbringen. Dies schien der Weckruf für die BSSV-Elf. Man kam nun von Minute zu Minute besser ins Spiel und fing an, Ball und Gegner laufen zu lassen. Nur der Ball wollte nicht ins Netz.


In der zweiten Hälfte wollte man dort anknüpfen, wo man in Hälfte 1. aufgehört hatte. Und dieses gelang auch gut, man schnürte den TSV Sahms in der eigenen Hälfte ein und erspielte sich Torchancen, die jedoch leider alle ungenutzt blieben. Und so kam es wie es kommen musste, der erste Torschuss in der zweiten Hälfte schlug zum 0:2 ein. Dieses Szenario wiederholte sich noch zweimal, so dass es 0:4 stand. Der BSSV nutzte seine Chancen nicht und der clevere Gast vollendete eiskalt.


Ergebniskorrektur wurde dann noch von Petrovic betrieben, der nach schöner Einzelleistung vollendete. Zu erwähnen ist noch, dass man leider wieder feststellen musste, dass es sich bei uns "nur" um eine 4. Herren handelt, bei der Einsatzwille und Kampfbereitschaft manchmal zu wünschen übrig lässt. Des Weiteren übergibt Patrick Winkler sein Amt als Trainer mit sofortiger Wirkung an Christian Heger.


BSSV IV – SIG Elmenhorst II 4:1

Im ersten Spiel der Rückrunde wusste die Mannschaft von Trainer Winkler zu überzeugen und packte diese wichtigen drei Punkte im Kampf um die oberen Tabellenplätze ein. Die Mannen vom BSSV waren an diesem Tag die aggressiveren und kämpften um jeden Ball, so dass der Spielaufbau der Gäste aus Elmenhorst früh unterbunden wurde. Die Tore für die "Men in Black" erzielten Daniel "Doppelpack" Genseke und Dirk Schmidt.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Gedenken an die "Busby Babes"


Die englische Nationalmannschaft läuft mit Trauerflor auf, Sir Bobby Charlton gedenkt still im Stadion, und selbst Manchester City verneigt sich vor dem Erzrivalen United. 50 Jahre nach dem Flugzeugunglück gedenkt ganz England des wohl talentiertesten Teams der englischen Fußballgeschichte, das am 6. Februar 1958 in München durch den Tod von acht Spielern auseinandergerissen wurde. Mit den nach ihrem Trainer benannten "Busby Babes" verlor das Vereinigte Königreich eine Wundermannschaft.

"Es ist einfach eine unglaubliche Tragödie. Wir waren Matt Busbys Familie, alle hatten unglaubliches Talent. Und ich würde jeden hassen, der das einmal vergisst", betont Charlton, damals wie der Rest der Mannschaft kaum älter als 20.

England mit Trauerflor

Der Weltmeister von 1966 weilt heute in Uniteds Stadion Old Trafford, wo zum Zeitpunkt des Unglücks um 15.04 Uhr eine Trauerfeier abgehalten wird. Der englische Fußballverband FA verweigerte zwar eine Schweigeminute vor Fabio Capellos Debüt als Teammanager, doch die Three Lions werden gegen die Schweiz in Wembley zumindest mit Trauerflor auflaufen.

Auch das Stadtderby am Sonntag gegen City wird ganz im Zeichen des "Munich Air Crash" stehen. ManU spielt in eigens angefertigten Retro-Trikots mit den Rückennummern 1 bis 16 ohne Sponsorenaufdruck. Das Dress des Erzrivalen ziert ein schwarzer Rand und die Aufschrift "Manchester Remembers". Die Stadt will und kann die verhängnisvolle Nacht nicht aus ihrem Gedächtnis streichen. Das Unglück sei der "Kennedy-Moment" Manchesters – jeder wisse noch heute genau, was er getan habe, als ihn die Nachricht von dem Unglück 1958 erreichte.

"Haben gelacht, als wir ins Flugzeug stiegen"

Bei heftigem Schneetreiben wollte die Airspeed Ambassador der British European Airlines nach einem Tankstopp in München in Richtung Manchester abheben. Die "Babes" waren gerade in Belgrad durch ein 3:3 gegen Roter Stern ins Halbfinale des Europapokals eingezogen. "Jeder war so glücklich. Wir haben gelacht, als wir ins Flugzeug stiegen", erinnert sich Charlton.

Doch nach zwei abgebrochenen Startversuchen auf der mit Schneematsch bedeckten Rollbahn endete der dritte Anlauf um 15.00 Uhr in der Katastrophe. Der Flieger nahm nicht genug Fahrt für einen erfolgreichen Start auf, war aber auch schon zu schnell, um den Startversuch noch abzubrechen.

Mit Vollgas und eingezogenem Fahrwerk versuchte Kapitän James Thain, ein erfahrener Pilot, die Maschine irgendwie in die Luft zu bekommen. Doch sie hatte bereits den Begrenzungszaun des Flughafens erreicht, durchschlug ihn und traf mit der Tragfläche ein Haus, das Feuer fing. Das Heck der Maschine vom Typ Airspeed traf einen Baum und brach ab. Der Rest des Flugzeugs rutschte noch ein paar Meter über den Schnee, ehe er zum Stillstand kam.

Acht Spieler starben, Sir Matt Busby überlebte schwer verletzt. Zu denen, die dem Tod entkamen, gehörte auch der damals 20-jährige Charlton. Sein Glück war, dass der 25-jährige Tommy Taylor einen vermeintlich sicheren Platz im hinteren Teil der Maschine wollte und mit ihm tauschte. Sir Bobby erlitt lediglich Schnittwunden und einen schweren Schock. Taylor starb.

Kapitän schuldlos

Neben Taylor verloren bei dem Unglück ManU-Kapitän Roger Byrne (28), Eddie Colman (21), Mark Jones (24), David Pegg (22), Billy Whelan (22), Geoff Bent (25) und Duncan Edwards (21) ihr Leben. Außerdem starben drei Klub-Offizielle, acht Journalisten, darunter der ehemalige englische Nationaltorwart Frank Swift, der Co-Pilot, ein Crew-Mitglied und ein Reisebüro-Angestellter.

Über die Ursache des Unglücks wurde lange gerätselt. Die ermittelnden deutschen Behörden hielten zunächst die Eisschicht auf den Tragflächen, die sie bei ihrer Ankunft am Unglücksort vorfanden, für ursächlich. Inzwischen gilt als erwiesen, dass der Schneematsch auf der Startbahn Grund für den fehlgeschlagenen Startversuch war. Kapitän Thain wurde 1969 jedenfalls von jeder Schuld freigesprochen.

"Der Beste, den ich je gesehen habe"

In den Tagen nach der Katastrophe hielt vor allem der Überlebenskampf von Duncan Edwards die Briten in Atem. Edwards war laut Charlton der "ohne Übertreibung beste Spieler, den ich je gesehen habe. Ich war nie so gut wie er."

Zwei Wochen kämpfte der Mittelfeldspieler um sein Leben - vergebens. Bei dem Unglück hatte er viel Blut verloren, nach erneuten inneren Blutungen fiel er am 11. Februar ins Koma. Zehn Tage später erlag er seinen schweren Verletzungen. Der erst 21 Jahre alte Mittelfeldstratege hätte England ein halbes Jahr später zum WM-Titel führen sollen.

Tränen nach dem Triumph

Den Titel holte England erst 1966, mit Charlton. Und zwei Jahre später führte der offensive Mittelfeldmann die inzwischen wieder mit Stars gespickte ManU-Elf 1968 doch noch als erstes englisches Team zum Europapokalsieg.

Aber auch in der Nacht des Triumphs konnte Charlton nicht aufhören, an das Unglück zu denken. Früh verabschiedete sich der Kopf des Teams von der Siegesfeier, zog sich in die Dunkelheit seines Hotelzimmers zurück - und weinte.

Sieg für die Erinnerung

Kürzlich bat Charlton Sir Alex Ferguson, vor dem aktuellen United-Team über die Tragödie sprechen zu dürfen. Eine Stunde lang redete Charlton auf Wayne Rooney und Co. ein.

"Man konnte eine Stecknadel fallen hören", sagte Ferguson danach. Der Schotte ist sich der besonderen Bedeutung der Champions League in diesem Jahr bewusst: "Ein Sieg wäre 50 Jahre danach ein angemessener Tribut für die großartigen Busby Babes."

Gedenken an die "Busby Babes"






Sonntag, 23. Dezember 2007

Die Hand, die sie füttert...


Abramowitsch, Glazer, Gudmundsson: Der Albtraum der englischen Fußball-Fans hat viele Namen. Neun von 20 Premier-League-Klubs sind bereits in der Hand ausländischer Investoren. Aber ist es denn wirklich so schlimm, besessen zu werden?

Englands Premier League steht vor dem Ausverkauf: von 20 Vereinen befinden sich neun bereits in Privatbesitz, zwei weiteren droht die Übernahme. Die Frage, warum immer mehr Klubs verkauft werden, lässt sich leicht beantworten: Weil es geht. Und zwar relativ einfach. Denn in England existiert keine „50 plus x“-Regel wie in Deutschland.

Diese Regel besagt, dass ein Verein über die Hälfte seiner Anteile selbst besitzen muss. Der Privatbesitz eines Klubs wird auf diese Weise verhindert – noch, denn Reinhard Rauball, der neue Ligapräsident, will bekanntlich alles auf den Prüfstand stellen. Explizit nennt er dabei oben genannte Regelung. Unterstützung erfährt er dabei unter anderem von Hannovers Präsident Martin Kind, einem Vereinspatriarchen alter Schule. Der Hörgeräteproduzent möchte wahrscheinlich lieber heute als morgen sein liebstes Steckenpferd komplett übernehmen. Die Vorteile scheinen klar auf der Hand zu liegen: Durch externes Kapital wird frisches Geld in die Kassen der Klubs gespült, teure Transfers können realisiert werden, und die Bundesliga findet wieder Anschluss an die Konkurrenz aus Spanien, Italien und vor allem England. Gerade England ist nämlich nicht von derartigen Beschränkungen des freien (Fußball-) Markts betroffen. Zwar kann der Verband den Verkauf eines Vereins an bestimmte Personen verhindern, allerdings nur auf Basis von wenig verbindlichen Richtlinien.

Einer dieser Gummiparagraphen besagt etwa, dass der potentielle neue Eigner eine „fähige und anständige Person“ zu sein hat – wie flexibel handhabbar eine solche Einschränkung ist, zeigt sich deutlichst bei Thaksin Shinawatra. Dessen auffälliges Finanzgebaren und Menschenrechtsverletzungen als thailändischer Ministerpräsident stellten keinerlei Hinderungsgrund für die Übernahme Manchester Citys im Juni dieses Jahres dar.

Hobbys: lesen, schwimmen, Chelsea

Damit wird bereits deutlich, dass die Premier League nun mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat. Denn nur, weil es einfach ist, kauft natürlich niemand einen Fußballverein. Hinter jeder Investition stecken bestimmte Motive, die nicht in jedem Fall deutlich zu Tage treten. Die Annahme etwa, dass es nur ums Geld gehe, greift zu kurz, wie allein das Beispiel Roman Abramowitschs zeigt. Er buttert seit 2003 Millionen in den FC Chelsea, ohne auch nur im Ansatz entsprechende Gegenleistungen zu erhalten. Sein einziges Motiv scheint der Spaß an der Sache selbst zu sein – mittlerweile, denn zur Zeit seines Investments war der Russe in Anbetracht des Prozesses gegen den einstigen Ölbaron Chodorkowski darauf bedacht, sein Geld aus Russland abzuziehen. Als Fußballfan leistet er sich nun mit dem Traditionsklub ein Hobby, das seinen finanziellen Möglichkeiten entspricht.

Um ein neues Phänomen handelt sich dabei indes nicht. Schon lange bevor die Ölgelder des Russen das Gesicht der Premier League zu verändern begannen, kauften sich Privatpersonen in Englands Klubs ein.

Zum Beispiel Elton John: Der Popstar übernimmt bereits 1976 den damaligen Viertligisten FC Watford und führt ihn unter Einsatz seiner Musikmillionen bis in die Premier League und ins Finale des FA-Cups. Während Abramowitsch den FC Chelsea als „Vehikel für seine Bekanntheit“ (Jorge Valdano) benutzt, ist Elton John der klassische Mäzen. Aus Liebe zum Fußball fördert er seinen Heimatverein, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Im Gegenteil: Als Schwuler im homophoben Fußballgeschäft ist John natürlich eine Reizfigur. Die im Stadion auf ihn angestimmten Spottgesänge („Setz’ dich nicht neben Elton John, der geht dir an den Hintern") nimmt er mit britischem Humor, begrüßt sie sogar, weil er, wie er sagt, nicht als Star behandelt werde. Mittlerweile hat er sich jedoch aus dem Fußballgeschäft zurückgezogen.

Mohammad Al-Fayed dagegen hat andere Motive: Er kauft 1997 Londons ältesten Fußballklub, den FC Fulham. Durch die Investitionen in traditionsreiche britische Institutionen versucht der Harrods-Eigentümer, sich den Zugang zur britischen Upper Class zu erkaufen. Dass man in diese nur hineingeboren werden kann, hat Al-Fayed nie begriffen. Bis heute scheitert er daran, die britische Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Wo Geld zu verdienen ist, tummeln sich nicht nur integere Leute


Abramowitschs Einstieg bei Chelsea schlug im traditionsbewussten Königreich dennoch hohe Wellen. Und tatsächlich stellt dieser Vorgang eine Zäsur für den britischen Fußball dar – allerdings nicht, weil ein mit wenig Fußballsachverstand ausgestatteter Ausländer einen Premier-League-Verein übernimmt.

Der Grund für die Zäsur liegt vielmehr in der weltweiten Signalwirkung, die ein Investment eines der reichsten Männer des Planeten hat. Was der Russe unternimmt, muss geradezu zwangsläufig auch von Interesse für seine potentiellen Konkurrenten sein. Selbst wenn der Kauf Chelseas und die von ihm getätigten Investitionen nicht dazu dienen, Gewinne abzuwerfen, machen sie doch in der ganzen Welt deutlich, mit welchen Summen mittlerweile im europäischen Klubfußball hantiert wird. Und wo große Summen im Spiel sind, ist immer auch Geld zu verdienen. Und wo Geld zu verdienen ist, tummeln sich nicht nur integere Leute.

Als erstes reagierte Malcom Glazer, kein russischer, dafür aber ein texanischer Ölmilliardär, dessen Firmenimperium heute unterschiedlichste Branchen umfasst. Der stolze Eigentümer des NFL-Teams Tampa Bay Buccaneers weiß genau, wie man aus einem Sportverein Kapital schlägt. Seit er sich 2004 Manchester United unter den Nagel gerissen hat, klettern Eintritts- und Fanartikelpreise kontinuierlich. Die Proteste der Fanbasis, die in der Gründung eines eigenen Fußballvereins gipfelten, fechten ihn nicht an. Glazer, der seine Söhne im ManU-Vorstand platziert hat, interessiert sich im Gegensatz zu Abramowitsch einen Dreck für Fußball. Ihm geht es einzig und allein um die Maximierung der Gewinnspanne seines Firmenimperiums.

Im Januar des vergangenen Jahres sichert sich der russisch-französische Geschäftmann Alexandre Gaydamak den FC Portsmouth. Dabei wird vermutet, dass er lediglich als Strohmann seines Vaters Arkadi Gaydamak agierte, der seinen Reichtum mit, richtig, Ölgeschäften erwirtschaftete. Aufgrund eines internationalen Haftbefehls wegen zwielichter Waffengeschäfte musste er aus seiner Wahlheimat Frankreich nach Israel fliehen. Dort ist Gaydamak senior im Besitz des Fußballklubs Beitar Jerusalem. Da die FIFA-Regularien den Besitz zweier Vereine verbieten, wurde der Umweg über seinen Sohn notwendig. Bayramak junior aber wird nicht müde zu betonen, dass er sich das Geld für den Kauf von Portsmouth selbst verdient hat.

Fast hat es den Anschein, als wolle der Amerikaner Randy Lerner das im kalten Krieg bewährte „Gleichgewicht der Kräfte“ wahren, als er im September desselben Jahres Aston Villa übernimmt. Im Gegensatz zum Glazer-Clan wird er von den Fans mit Sprechchören gefeiert: „There’s only one Randy Lerner“, schallt es nun regelmäßig durchs Stadionrund. Die Anhängerschaft sehnt sich nach den Erfolgen früherer Zeiten, die mit der zurückhaltenden Investitionspolitik des früheren Vorsitzenden und Mehrheitseigners Doug Ellis nicht zu erreichen waren. Lerner scheint nun der richtige Mann zu sein, hat er doch bereits als Besitzer des NFL-Teams Cleveland Browns seine Erfahrungen gemacht.

Darüber hinaus kann der amerikanische Milliardär, der sein Geld als Investmentanalyst und Sportartikelhersteller verdient, auf persönliche Beziehungen zum britischen Fußball verweisen. In Interviews berichtet der heute 47-jährige Lerner regelmäßig begeistert über seine Studienzeit in Cambridge, wo er bei Aston Villas letztem großen Titelgewinn, dem Europapokal der Landesmeister 1982, mitfieberte. Seine Äußerung, nicht für einen „fast buck“, für das schnelle Geld, an Bord gekommen zu sein, sorgt bei den Fans zusätzlich für gute Stimmung.

Wie schmutzig das Fußballgeschäft auf der Insel mittlerweile auch ablaufen kann, lässt sich wunderbar am Beispiel West Ham United nachvollziehen. Im Winter 2006 übernimmt der ehemalige Keksfabrikant und langjährige Vorsitzende des isländischen Fußballverbandes, Eggert Magnussen, den Verein.

Das Geld für den Deal kommt allerdings von Björgolfur Gudmundsson, der seine Milliarden mit Geschäften in Russland verdiente und bereits wegen Veruntreuung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Zwar verbietet der Ligaverband den Kauf eines Klubs durch einen Vorbestraften, doch gilt diese Regelung erst seit 2004 – und nicht Rückwirkend. Gudmundssons Verurteilung liegt jedoch schon 15 Jahre zurück.

Trojanische Pferde in London

Noch spannender sind allerdings die Abläufe vor der Übernahme durch die Isländer. Da transferierte nämlich der Anglo-Iraner Kia Joorabchian, Chef der nebulösen Spielervermittlungsagentur MSI, die auch den holprigen Transfer von Carlos Alberto zu Werder Bremen abwickelte, die beiden Argentinier Tevez und Mascherano zu West Ham.

Joorabchian, der in Brasilien mittlerweile wegen Geldwäsche per Haftbefehl gesucht wird, soll die beiden Argentinier lediglich als „trojanische Pferde“ bei den „Hammers“ geparkt haben, um so eine geplante Übernahme des Vereins vorzubereiten. Die Fußballgelehrten streiten darüber, wer der Investor hinter Joorabchian war – vermutet werden der im Londoner Exil lebende russische Milliardär und Kreml-Intimfeind Boris Beresowski oder der israelische Immobilienspekulant Eli Papouchado.

Wer es auch war, ihm scheint der Preis zu hoch gewesen zu sein. Mascherano spielt mittlerweile bei Liverpool, Tevez kaufte sich jüngst aus einem Vertrag frei und wechselte zu ManU. West Ham muss nun eine Strafe von über acht Millionen Euro an den Verband zahlen: Die Ligastatuten verbieten nämlich die Einflussnahme einer dritten Partei in Politik oder Leistungsfähigkeit eines Vereins.

Wesentlich geräuschloser verlief da der Verkauf des FC Liverpool an die amerikanischen Geschäftsmänner George Gillet und Tom Hicks im Februar dieses Jahres. Sie kamen dem ebenfalls am Verein interessierten Staatsoberhaupt Dubais, Scheich Muhammad ibn Raschid Al Maktum, zuvor.

Beide Geschäftsleute vertreten die amerikanische Philosophie des Sportmarketings, was bedeutet, dass sportliche Erfolge nur dann zählen, wenn sie mit einem finanziellen Gewinn einhergehen. Ahnung von der Materie haben beide: Gillet, der sein Geld vorrangig im Mediensektor und mit dem Vertrieb von Fleischwaren verdient, ist Besitzer des NHL-Teams Montreal Canadiens.

Sein Kompagnon Hicks hat sein Vermögen durch den Kauf und Verkauf verschiedener Firmen angehäuft und besitzt unter anderem das Baseballteam Texas Rangers, das er 1998 einem Konsortium um George W. Bush abkaufte – und diesen damit zum Multimillionär machte. Er gilt als „Bush-Pioneer“: Die Pioneers sind ein erlesener Zirkel derjenigen, die durch Spenden von weit über 100000 Dollar die Wahlkämpfe des Texaners finanzieren.

Konsequenterweise bezeichnen Gillet und Hicks den FC Liverpool bei ihrem Amtsantritt als „Franchise“ ihres Imperiums. Die Anhänger scheinen ihnen diesen Fauxpas längst verziehen zu haben. Der Grund: Schweigegeld. Die Amerikaner tilgten Liverpools immense Schulden auf einen Schlag.

Im Sommer ist es dann Mike Ashley, der sich Newcastle United unter den Nagel reißt. Auf der Insel gilt er als die britische Antwort auf den späten Howard Hughes, denn er ist ähnlich mythenumrankt wie der legendäre amerikanische Multimillionär. Ashley schottet sein Privatleben komplett ab und gibt keine Interviews, weswegen es sinnlos ist, über die Motive seines Investments zu spekulieren.

Mit der Gründung zahlreicher Sportgeschäfte in und um London erwirtschaftete sich der 44-jährige zu Beginn der achtziger Jahre das Kapital, um in das große Geschäft mit Sportmarken einzusteigen. Knapp 200 Millionen Euro hat er sich nun die „Magpies“ kosten lassen.

Uli Hoeneß nennt den auf der Insel zu beobachtenden Trend die „Russlandisierung“ des Fußballs. Wie der Blick auf die oben beschriebenen Eigentumsverhältnisse jedoch zeigt, ist von einer russsischen Dominanz nichts zu sehen. Und auch die potentiellen Übernahmen deuten nicht auf eine solche Entwicklung hin.

Zwar wird Arsenal London von Gazprom-Generaldirektor und Kreml-Freund Alisher Usmanov umworben, der bereits knapp 21 % der Anteile des Klubs erworben hat. Beim FC Birmingham hingegen ist der ehemalige Herrenfriseur Carso Yeung aus Hong Kong eingestiegen. Der Gas-Tycoon sichert sich im vergangenen Juli für knapp 23 Millionen Euro etwa 30% der Anteile des Klubs. Ob er den Verein übernimmt, lässt er noch offen.

Offen für alle Offerten


Um den FC Everton balgen sich anscheinend ein Konsortium um den Südafrikaner Johann Rupert, der Unterstützung durch seinen Freund, den Miami-Dolphins-Eigner Wayne Huizenga erhält, sowie der amerikanische Geschäftsmann Daniel Williams. An den Blackburn Rovers hingegen soll wiederum Robert Earl interessiert sein, seines Zeichens Gründer der amerikanischen Fast-Food-Kette „Planet Hollywood“.

Fast ein bisschen mitleiderregend erscheinen da die leisen Stimmen der Tottenham Hotspurs und des FC Reading, die sich „offen für alle Offerten“ zeigen.

Nun kann man Hoeneß sicherlich vieles vorwerfen, mit Sicherheit aber nicht, er habe keine Ahnung. Der Bayern-Manager benutzt den Begriff der Russlandisierung als Nebelwerfer, der mehr verdeckt, als dass er erhellt. Er lässt auf diese Weise den Eindruck entstehen, als handele es sich bei den Vorgängen um eine den europäischen Klubfußball von außen angreifende Macht, die uns unser liebstes Spielzeug wegnehmen will.

Tatsächlich jedoch sind die Auswüchse auf der Insel hausgemacht, handelt es sich doch lediglich um eine konsequente Fortsetzung der Kommerzialisierung des Fußballs, an deren Schraube der bayrische Wurstfabrikant jahrelang mitgedreht hat. Nur dreht sich die Schraube mittlerweile auch ohne Hoeneß’ Initiative weiter. So sieht er nun seine Felle in Form des legendären Festgeldkontos davonschwimmen, das sich im Gegensatz zu den nahezu unbegrenzten Finanzmitteln der Investoren wie eine bessere Portokasse ausnimmt.

Dennoch ist Hoeneß’ Ärger nur allzu verständlich, kann ein Klub doch mittlerweile innerhalb kürzester Zeit eine Finanzkraft erlangen, die sich ein FC Bayern über die Jahrzehnte erarbeiten musste. Um noch einmal Jorge Valdano zu zitieren: „Es gibt heute zwei Wege, um als Klub Hauptdarsteller zu werden: Entweder man hat einen Berlusconi, Moratti oder Abramowitsch – oder man führt einen Klub gut.“

Für die Bundesliga indes existiert nur der eine Weg, den der FC Bayern so erfolgreich beschritten hat. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Will sich die Bundesliga mögliche Europapokalsiege mit dem Preis englischer Verhältnisse erkaufen? Oder kann sie damit leben, kleinere Brötchen zu backen? Dass Deutschlands höchste Spielklasse ein Paradies für Investoren ist, dürfte kein großes Geheimnis sein. Relativ ausgeglichene sportliche Kräfteverhältnisse, nahezu schuldenfreie Vereine und eine dank der WM weltweit einmalige Infrastruktur lassen saftige Rendite vermuten. Allein die Tatsache, dass ein russisches Konsortium an einem Verein wie Carl Zeiss Jena interessiert ist, macht die Attraktivität des deutschen Fußballs deutlich.

Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit. Doch Geduld wäre angebracht, um abzuwarten, wie die Entwicklung in England weitergeht. Denn was passiert, wenn die amerikanischen Investoren mit ihren Vereinen zu wenig Geld verdienen? Oder Exzentriker wie Shinawatra, Abramowitsch & Co die Lust an ihrem Spielzeug verlieren? Vielleicht wenden sie sich einfach einem anderen Hobby zu.

Oder aber das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Die schönste Meldung zu diesem Thema kommt aus Argentinien. Das Land hat die Vermarktungsrechte seiner Nationalmannschaft verkauft. An den Russen Viktor Vekselberg.









Revolution an der Graswurzel















20.000 Internetnutzer haben den Verein Ebbsfleet United übernommen. Für 50 Euro Jahresbeitrag können sie bei der Mannschaftsaufstellung mitreden - und nicht nur das. Ein Besuch bei dem kleinen englischen Klub.

Vier Stunden noch bis zum Spiel, und einer ist schon da. Ein älterer Herr in Gummistiefeln stellt Plastikhütchen auf dem Parkplatz vor dem Stadion auf. Er stapft durch den Matsch und watet durch riesige Pfützen. "Hallo, ich bin der Platzwart, kann ich Ihnen helfen?", fragt der freundliche Herr. Was hält er von der Übernahme seines Klubs? "Eine wunderbare Sache", sagt er und lacht. "Ich bin dabei. Jetzt kann ich mitreden bei der Aufstellung des Teams."

Der regenbeständige Platzwart heißt Peter Norton, ist 72 Jahre alt und neuerdings einer der rund 20.000 Eigner des Ebbsfleet United FC. Vergangene Woche übernahm die Internetseite myfootballclub.co.uk den fünftklassigen Fußballklub in der Grafschaft Kent, östlich von London. Per Tastatur und Bildschirm dürfen die weltweit verstreuten Teilhaber künftig über die Geschicke des Fünftligisten mitbestimmen. 50 Euro Jahresbeitrag zahlt jeder von ihnen dafür an den Verein.

Das hier ist die Wirklichkeit

Das Projekt soll ein Zeichen sein gegen den Fußball als großes Geschäft. Gegen die Tycoons und Oligarchen, denen vor allem der Fußball auf der Insel in die Hände fiel. Und es soll beweisen, dass Fans nicht nur nörgeln können, sondern am Ende die besseren Klubfunktionäre sind. Fast wie im digitalen Managerspiel - doch das hier ist die Wirklichkeit.

Inmitten von Schornsteinen und einem Gewirr von Stromleitungen ragen die Flutlichtmasten des Stadions Stonebridge Road auf. Ebbsfleet ist ein Industriegebiet, ein Teil der Gemeinde Northfleet am Südufer der Themse. Die Lampen der Fabriken erleuchten mit dem Flutlicht den dunstigen Abendhimmel. Vor allem Zement wird hier produziert. Hinzu kommen viele kleinere Betriebe: vom Möbelhersteller bis zur Autowerkstatt. Mit seinen Wellblechdächern wirkt das kleine Stadion selbst wie ein Gewerbehof. Drumherum wird gebaut. Eine geschäftige Gegend braucht neue Wohnungen. Die Siedlungen werben aber auch um Pendler aus London. Hier draußen ist es nicht unbedingt schön, aber günstiger als in der überteuerten Haupstadt.

Innerhalb weniger Tage brach die weite Welt über Northfleet und seine 13.000 Einwohner herein. Ganz in der Nähe des Stadions eröffnete "Ebbsfleet International", ein neuer Bahnhof für den Eurostar auf seinen Fahrten zwischen London und Paris. Fast zeitgleich kam die Nachricht von der Übernahme, von Tausenden Fußballfans in Deutschland, Japan und sonstwo auf der Welt, die nun das Sagen haben bei dem Klub, der erst kürzlich seinen Namen von Gravesend & Northfleet FC in Ebbsfleet United änderte und dazu passend den Eurostar zu seinen Sponsoren zählt.

Dem harten Kern der Fans missfiel schon die Umbenennung. Einige Dutzend stehen auch an diesem regnerisch nebligen Abend auf der klapprigen Tribüne hinter einem der Tore. Im Kent Senior Cup geht es gegen Ramsgate, vor ein paar hundert Zuschauern. Wer nach der Übernahme fragt, bekommt Schimpfwörter auf die Klubführung zu hören, von denen "fucking bastards" noch das freundlichste ist. "Schon bei der Umbennennung haben sie uns vor vollendete Tatsachen gestellt", sagt ein Fan im roten Klubtrikot. "Und jetzt das." Seinen Namen will er lieber nicht nennen. "Dieses Experiment kann für uns nach hinten losgehen", sagt ein anderer Fan. "Was ist, wenn die Teilhaber die Lust verlieren?" Vorstandsmitglied Roly Edwards sieht darin kein Problem. "Wir machen keine Schulden", sagt er. "Die Teilhaber wollen kein Geld." Das Risiko sei überschaubar, die bislang eine Million Euro der Teilhaber flössen in den Aufbau einer starken Mannschaft.

"Ich freue mich auf die Herausforderung", sagt der Trainer

Bei diesem Thema sind sich auch die Fans einig: Das mit dem Geld, das sei schon okay. Aber wie sollen Zehntausende gemeinsam ein Team aufstellen? Trainer Liam Daish, einst Profi unter anderem bei Birmingham City und Coventry City, glaubt, damit umgehen zu können. "Ich freue mich auf die Herausforderung, gemeinsam mit so vielen Teilhabern ein Siegerteam aufzubauen", sagt Daish. Er ist sicher, dass es bei der Aufstellung letztlich doch auf ihn ankommt. Dass die Teilhaber seinen Vorschlägen folgen, die er ihnen per Internet zur Abstimmung vorlegt. Dann will Ebbsfleet United möglichst bald in die vierte Liga, die unterste durchgehend professionelle Spielklasse aufsteigen. Schon im Januar soll ein Teil des Geldsegens in Transfers investiert werden. Vielleicht gelingt der Aufstieg dann ja noch in dieser Saison, obwohl Ebbsfleet zurzeit nur Tabellenzehnter ist.

James Appiah freut sich über die neuen Perspektiven seines Lieblingsvereins. Er wohnt in der Nähe und geht seit sieben Jahren zu "The Fleet". Der 42-jährige Fan möchte jetzt auch beim Internet-Projekt dabei sein. Bald will er sich anmelden. Außerdem kann er sich vorstellen, im nächsten Jahr auf seine fast 2000 Euro teure Jahreskarte beim FC Arsenal zu verzichten und lieber für ein paar hundert Euro nur noch zu Ebbsfleet zu gehen. Das wäre genau der gewünschte Effekt dieser digitalen Revolution an der Graswurzel.

Appiah glaubt, dass der englische Fußball mit seinen vielen Fans weltweit ideal ist für ein solches Projekt. "Ich bin in England geboren, meine Familie kommt aus Ghana", sagt James Appiah. "In Ghana sind englische Klubs sehr populär. Und überall sonst in Afrika." Sogar unterklassige englische Vereine seien dort sehr bekannt, weil auch bei ihnen viele Afrikaner oder Briten afrikanischer Abstammung spielten. James Appiahs Sohn Kwesi wird an diesem Abend eingewechselt, beim souveränen 3:1-Sieg gegen Ramsgate. Würde er seinen Sohn als Miteigner dann immer aufstellen? "Wenn er schlecht spielt nicht", sagt James Appiah. "Das habe ich ihm auch schon klar gemacht."

Donnerstag, 13. Dezember 2007

LANDESPOKAL-VIERTELFINALE A-JUGEND


Am Samstag, den 15. Dezember um 14:00 Uhr empfängt der RSV im Viertelfinale des Landespokals (Lotto-Cup) für A-Jugendteams den KSV Holstein Kiel. Die Kieler spielen in der Regionalliga Nord und belegen momentan den 6. Platz. Vielleicht finden ja einige Zuschauer den Weg an den Riemann.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

KREISLIGA vom 09.12.2007


Lübecker SC – Ratzeburger SV 4:1

Das letzte Spiel des Jahres bestritt der RSV beim Tabellenzweiten Lübecker SC 99. Aufgrund der starken Regenschauer der vergangenen Tage konnte das Spiel nicht auf dem Rasenplatz ausgetragen werden. Es wurde also auf dem unbeliebten Grandplatz gespielt. Zu den schwierigen äußeren Bedingungen kamen für den RSV mal wieder personelle Probleme hinzu. Man fuhr lediglich mit zehn Feldspielern und zwei Torhütern in die Hansastadt, wobei unter den Feldspielern auch noch einige Angeschlagene dabei waren.

Die Anfangsphase der Partie war recht ausgeglichen. Die erste Großchance für die Gäste hatte der heute im Sturm aufgestellte Dominik Sprenger. Er konnte den Ball zwar am Torwart vorbeispitzeln, traf dann aber aus sehr spitzem Winkel nur das Außennetz (8.). Besser machte es die Heimelf aus Lübeck. Mit einem platzierten Flachschuss in die linke untere Torwartecke erzielten sie die Führung nach neun Minuten. Nur kurz darauf fiel auch schon das zweite Tor. Einen sehr gut vorgetragener Konter nutzten die Gastgeber zum 2:0 (19.). In der Folge waren die Ratzeburger vollkommen von der Rolle.

Es boten sich noch mehrere Großchancen für den LSC, die Halbzeitführung komfortabler zu gestalten. Es blieb jedoch beim der Zwei-Tore-Vorsprung. Die zweite Hälfte fing so an, wie die erste endete. Die Gastgeber machten Druck und erzielten auch prompt das 3:0 (51.). Der LSC war nun klar überlegen und hatte noch einige sehr gute Torchancen. Folgerichtig fiel dann nach einer Standardsituation auch noch das 4:0 (60.). Zum Ende der Partie schalteten die Lübecker wieder einen Gang zurück. Den Ehrentreffer für den RSV erzielte der beste Ratzeburger am heutigen Tage.

Nach einem von Marc Fischer scharf in den Sechzehner getretenen Freistoß brachte Dominik Sprenger mit vollem Körpereinsatz den Ball über die Linie (80.). Aufgrund einer geschlossen schlechten Mannschaftsleistung verliert der Ratzeburger SV auch in dieser Höhe völlig verdient beim Lübecker SC .